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Testbericht

Marcel Sommer, 23. März 2012
Nachtfahrten werden dank neuer Lichttechniken immer sicherer. Opel stellt das blendungsfreie Dauerfernlicht vor. Und auch andere Hersteller leuchten nach den Sternen.

Wiesen vor über 100 Jahren noch Kerzen in Laternen den ersten Autofahrern den Weg durch die Dunkelheit, gehören heute Tageslicht spendende Xenon-Scheinwerfer zum automobilen Alltag. Dass sie noch lange nicht das Ende der Straßenbeleuchtung darstellen, zeigte sich mit der jüngst eingeführten LED-Technik. Autos wie Audi R8, Mercedes CLS oder Cadillac Escalade waren hier die strahlenden Pioniere. Die insgesamt 71 verbauten LEDs des Mercedes CLS lassen sich in ihrer Intensität und Richtung unterschiedlich ansteuern. Das Ergebnis ist eine variable Lichtverteilung, die sich der Verkehrssituation anpasst. Der Lichtkegel reicht bis zu 300 Meter weit und endet stets kurz vor dem entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeug. Gleichzeitig erkennt der Fernlicht-Assistent den Lenkwinkel und blendet die Scheinwerfer in engen Kurven ab.

In Rüsselsheim wurde nun eine weiterführende Lichttechnik am fahrenden Prototypen präsentiert. Die Theorie des neuesten Systems von Opel mit dem cineastischen Namen Matrix hört sich im ersten Moment recht einleuchtend an. Ab Tempo 60 schaltet sich automatisch das Fernlicht zu und leuchtet in einem sehr breiten Lichtkegel die Fahrbahn aus, ohne den entgegenkommenden oder vorwegfahrenden Verkehr zu blenden. Nun gut, dass ist ja schon bekannt. Doch der eigentliche Clou ist, dass die anderen Verkehrsteilnehmer einfach ausgeblendet werden beziehungsweise in einem lichtlosen Korridor weiterfahren dürfen, um sie herum erstrahlt es jedoch weiterhin taghell.

In der Opel-Matrix arbeiten pro Scheinwerfer vier Lichtquellen mit jeweils vier Dioden, die individuell ein- und ausgeschaltet werden können. Das Resultat sind 256 verschi

Noch etwas weiter in der Zukunft wird voraussichtlich die Realisierung der LED-Nachfolge in Form von Laserlicht und der Verwendung von organischen LEDs liegen. Ersteres liest sich nur auf dem Papier wie eine neue Waffe im Straßenverkehr. Das Laserlicht wird nicht direkt ausgestrahlt, sondern mit Hilfe von Phosphor-Leuchtstoff umgewandelt. Die von BMW vorangetriebene Laserlichttechnik, welche für Menschen und Tiere selbstverständlich ungefährlich sein soll, hat den entscheidenden Vorteil noch energiesparender als LEDs zu arbeiten. Durch die um fast 100 Mal geringere Größe der Laserdioden im Vergleich zu herkömmlichen LEDs, ergeben sich zudem viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Design.

Richtig futuristisch mutet die Technik der organischen Licht emittierenden Dioden an. Sie erscheint jedoch bei näherer Betrachtung recht simpel. Zwischen zwei Leiterschichten werden mehrere hauchdünne Lagen eines organischen Leuchtmittels aufgedampft. Jetzt muss nur noch eine elektrische Ladung angelegt werden und es beginnt zu leuchten. Der Vorteil der bereits an dem Heck eines Audi R8-Konzeptfahrzeug installierten Technik sind ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Ob auf Glas oder biegsamen Stoffen, sie kann auf verschiedensten Oberflächen aufgebracht werden. Die sogenannten OLEDs finden sich schon heute in einigen Mobiltelefonen, Lampen oder in Form von aufrollbaren Bildschirmen für unterwegs wieder.

Ebenfalls aus Ingolstadt stammen die Ideen für ein sogenanntes Matrix-Laser-Rückleuchtensystem. Es bildet einen horizontalen Balken auf der Straße hinter dem Audi ab, welcher die Auffahrenden an den einzuhaltenden Abstand erinnern soll. Doch damit nicht genug, schafft es der Laser bei Nebel ein dreidimensionales rotes Dreieck in die Nebelwand hinter dem Audi zu projizieren. Fehlen eigentlich nur noch Geruchsstoffe um den letzten Schritt auf dem Weg in die vierte Dimension der Licht-Matrix zu beschreiten.
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Quelle: Autoplenum, 2012-03-23

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