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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 7. Januar 2015
Seit einigen Jahren tobt ein Kampf zwischen den Premium-Herstellern, wer am schnellsten die neueste Lichttechnologie in seinen Autos verbaut hat. Auf der CES 2015 geht der Wettstreit in die nächste Runde.

Vor einigen Jahren, als BMW die "Korona-Umrandung" der Scheinwerfer in seine Modelle brachte, fühlten sich die Audi-Lichtexperten auf dem falschen Fuß erwischt. "Da waren die einfach schneller als wir", erzählt ein Ingolstädter Techniker. Diese Schlappe wollten die stolzen Ingolstädter nicht auf sich sitzen lassen. Doch es dauerte eine ganze Weile, ehe die Autos mit einer Lichtsignatur im Rückspiegel auftauchten, die genauso markant ist, wie die der Münchener Konkurrenz. So etwas sollte nicht noch einmal vorkommen. Deswegen will Audi bei der Technologie die Nase vorne haben. Bei den LED-Scheinwerfern verschlief BMW den Start, legten aber kraftvoll nach; dann konterten die Münchener mit dem Laserschwert.

Aber auch auf diesem Feld reiten die Ingolstädter mit dem Laser-Matrix-Licht eine Attacke: Neu bei BMW und Audi ist das "Baustellenlicht": Erkennt die Sensorik eine verengte Fahrbahn, markieren die Laserleuchten exakt die Breite des Fahrzeugs und macht so das Passieren der Problemstelle leichter. Immerhin sollen die Laserdioden die Straße bis zu einer Weite von 600 Metern ausleuchten.

Allerdings sind Laserleuchten durch die Hitzeentwicklung anfälliger als LEDs. Ein Grund, warum manche diese Lichtquelle für technisch nicht ausgereift hielten. Doch das bereitet Tom Hausmann keine schlaflosen Nächte. "Die Laserdioden sind auf 10.000 Betriebsstunden ausgelegt und uns sind bisher keine thermischen Probleme bekannt", so der Ingenieur der Licht-Vorentwicklung. Dass die Münchener mit dem i8 ein Fahrzeug mit Laserlicht auf dem Markt haben, verleiht der Aussage doch mehr Gewicht. "Allerdings haben wir schon ein paar Dioden zerstört, um auf diesen Stand zu kommen", schmunzelt Hausmann.

Gegenüber dem i8 sind die Scheinwerfer in dem Las-Vegas-Showcar auf der CES eine Weiterentwicklung. "Wir brauchen Intelligenz und Bewegung", fordert Hausmann. Durch die Sensoren, wie Kameras und Infrarot-Abtaster findet die Technik bis zu einer Entfernung von 100 Metern Tiere und Menschen und der bewegliche Scheinwerfer kann diese mit einem exakten Spot anleuchten. Diese Beweglichkeit ermöglicht es auch den Scheinwerfern, an entgegenkommenden Objekten vorbeizuleuchten. Doch auch bei BMW ist nicht alles Laser, was nach vorne leuchtet. Die Blinker, das Tagfahrlicht und das Abblendlicht sind mit LEDs ausgestattet.

Auch wenn der Begriff "Audi Matrix Laser-Technologie" etwas anderes suggerieren will, ist der Funktionsumfang der Leuchtquellen der beiden deutschen Premium-Konkurrenten doch weitgehend identisch. Auch in Ingolstadt leuchten Laserdioden nicht weiter als 600 Meter. Wobei der Audi-Technologieträger "Audi prologue piloted driving", weiter von der Serienreife entfernt ist, als das weiße BMW-M4-Coupé. Bei dem Münchener Showcar enden die Licht-Neuheiten nicht an der A-Säule. Die Rückleuchten des Sportlers mit den vier Endrohren bestehen aus 40 OLEDs (Organischen Leuchtdioden). Damit sind die Augen des Hecks dreidimensionaler. Durch die gezielte Platzierung der Dioden können verschiedene Fahrmodi angezeigt werden. Geht es es etwas forcierter zur Sache, wird das charakteristische BMW-Rücklicht-L schmaler als sonst. Allerdings gilt auch hier: Nicht alles ist OLED: Das Bremslicht wird durch herkömmliche LEDs zum Leuchten gebracht. Bald schon kann man diese Technik auf der Straße bewundern. Diese aufwendige Technik der organischen LEDs soll demnächst in Kleinserie aufgelegt werden. Vermutlich werden die Leuchten bald bei einem Leichtbau-M4 mit einigen Extra-Vitaminen leuchten.

Ganz nebenbei: Mercedes verabschiedete sich jüngst von der Lasertechnologie und setzt auf eine neue Generation von LED-Licht. "Wir zeigen nicht nur den Hasen, der in 650 Metern auf der Straße sitzt. Bei uns sieht man dann auch das Reh am Straßenrand", sagt Gunter Fischer, der als Leiter Karosserieentwicklung auch für die Scheinwerfertechnik verantwortlich ist. Er unterstreicht, dass es beim Fernlicht unabhängig von der Lichttechnologie keinesfalls um die technische Machbarkeit geht. Vielmehr dürfte das Fernlicht nur 650 Meter weit leuchten. "Wo hat man bei uns schon einmal ein solch langes gerades Straßenstück ohne Vordermann oder Gegenverkehr? Wichtiger ist vielmehr die richtige Lichtverteilung und die ist mit LED- besser als mit Lasertechnik."
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Quelle: Autoplenum, 2015-01-07

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