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Testbericht

Michael Specht/SP-X, 18. September 2019
SP-X/Neckarsulm. Leistung läuft. Auch in Zeiten von Klimawandel und dem Bemühen, CO2-Emissionen zu senken, können sich die Premium-Autohersteller vor Nachfrage kaum retten und verkaufen ihre hochmotorisierten Luxusfahrzeuge wie die sprichwörtlich „warmen Semmeln“. Bei der Audi Sport GmbH waren es im vergangenen Jahr knapp 30.000 RS-Modelle. Ein neuer Rekord in der mittlerweile 25-jährigen Geschichte, die 1994 mit dem Audi RS2 begann. Der getunte Kombi entstand damals noch in Zusammenarbeit mit Porsche. RS-Fahrzeuge bilden seitdem die sportliche Speerspitze der jeweiligen Baureihen.Zu den prominentesten Vertretern zählt zweifellos der RS6 Avant. Er gilt in der Szene als Ikone unter den Power-Kombis. Drei Generationen gab es bisher, die vierte, basierend auf dem A6-C8, kommt Ende dieses Jahres auf den Markt. Preise verrät Audi noch nicht. Sie dürften aber bei zirka 120.000 Euro starten. Einmal mehr hält die Audi Sport GmbH beim RS6 Avant an ihren Prinzipien fest, heißt, der deutlichen optischen Abgrenzung zu den A6-Modellen der Mutter. Dafür ließ man erneut millionenteure Presswerkzeuge bauen, um Kotflügel, hinterer Tür und Seitenwand eine breitere Form zu geben, vier Zentimeter pro Seite. Auch die Motorhaube und die gesamte Front wurden neugestaltet.Ähnlich aufwendig ging es dem RS7 Sportback ans Blech, der erstmals als Fünfsitzer angeboten und ebenfalls zum Jahresende beim Händler sein wird (ab zirka 125.000 Euro). Der RS7 Sportback soll in erster Linie Kunden vom BMW M8 und Mercedes-AMG GT Viertürer, aber auch vom M5 und E 63 weglocken. Dafür erhöhten die Audianer die Leistung in beiden Modellen, RS6 Avant und RS7 Sportback, von 540 auf 600 PS und das Drehmoment von 700 auf 800 Newtonmeter, was beide Modelle eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h erreichen lässt.Um den Verbrauch zumindest auf dem Papier noch halbwegs sozialverträglich zu halten, statteten die Ingenieure den ansonsten neu entwickelten Vierliter-V8-Biturbo mit einer Zylinderabschaltung und mit einem 48-Volt-Mildhybrid-System (Riemen-Starter-Generator RSG) aus. Mit Letzterem legt die Audi Sport GmbH nun auch bei der Elektrifizierung erstmals den Schalter um. Einem Plug-in-Hybrid allerdings steht man in Neckarsulm mit gemischten Gefühlen gegenüber. Es fehlt schlicht an Bauraum und die Fahrzeuge wiegen ohnehin schon über zwei Tonnen.Beim Q8 sind es sogar 2,3 Tonnen. Dennoch haben sich die Entwickler daran gemacht, selbst dieses große SUV als RS-Version anzubieten. Auch er bekommt den 600-PS-V8-Motor, um im Bereich der Hochleistungs-SUV-Coupés dem BMW X6 M und Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé das Feld nicht alleine zu überlassen. Anfang 2020 will Audi den RSQ8 im Handel haben.Zwei Segmente tiefer werden zeitgleich der RSQ3 und die Coupé-Variante RSQ3 Sportback in Position gebracht. Zum ersten Mal erhält diese Baureihe den vielfach prämierten Fünfzylinder-Turbo, wie er bereits im TTRS und RS3 steckt. Bei der Leistung bleibt Audi mit 400 PS etwas unterhalb des AMG-Vierzylinders (421 PS) und treibt damit das Wettrüsten in nicht noch absurdere Höhen. Während der RS6 Avant in China und erstmals in den USA und Kanada angeboten wird, lässt man für den RSQ3 genau diese Märkte außen vor und beschränkt sich vorwiegend auf Europa. Preislich soll es bei etwa 60.000 Euro losgehen.Denkbar wäre, die RS-Palette noch um den RSQ5 zu erweitern. Zurzeit erntet man hier jedoch nur ein Schulterzucken. Mercedes und BMW haben in diesem Segment den AMG GLC 63 S und X3M am Start.Ende 2020 will dann die Doppelspitze der Audi Sport GmbH, Oliver Hoffman und Julius Seebach, den Schritt in die batterieelektrische Performance wagen. Zunächst mit dem e-tron GT, dann mit dem Sportback-Ableger. Beide teilen sich die J-Plattform mit dem Porsche Taycan.Die Audi Sport GmbH startet mit der Elektrifizierung ihrer Performance-Modelle. Es bleibt allerdings beim Mildhybrid. Die Plug-in-Technik überlässt man lieber der Mutter in Ingolstadt.
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Fazit
Die Audi Sport GmbH startet mit der Elektrifizierung ihrer Performance-Modelle. Es bleibt allerdings beim Mildhybrid. Die Plug-in-Technik überlässt man lieber der Mutter in Ingolstadt.

Quelle: Autoplenum, 2019-09-18

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