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Testbericht

Sebastian Viehmann, 31. Januar 2010
Bigblock, Hemi und Shaker Hood – solche Begriffe sorgen für Herzflattern bei Musclecar-Fans. Bei Legendary Motorcar sollten sie schon mal den Defibrillator aufladen. Die Kanadier bieten das Paradies für Hubraum-Jünger.

Man stelle sich einmal vor, alte Werbeprospekte von Dodge, Ford oder Chevrolet würden lebendig und die Autos rollten vom Papier direkt auf die Straße. Dann hätte man ungefähr das Bild vor Augen, das sich dem Besucher bei Legendary Motorcar bietet. Die Mischung aus Museum, Shop und Restaurationsbetrieb in Halton Hills bei Toronto ist weit über Kanadas Grenzen hinaus für seine Muscle Cars aus den 60er und 70er Jahren bekannt. Ständig stehen rund 100 Schätze aus Amerikas Autohistorie im Showroom und präsentieren sich im Katalogzustand. Und das ist wahrscheinlich noch untertrieben: Viele V8-Monster dürften ab Werk nicht so perfekt gewesen sein wie diese bis aufs letzte Schräubchen restaurierten, makellos lackierten und hohlraumkonservierten Muskel-Autos.

All die großen Namen sind hier versammelt: Dodge Challenger, Plymouth Roadrunner, Shelby Mustang, Chevrolet Camaro, Pontiac GTO, Buick Gran Sport, Oldsmobile 442, Ford Fairlane GTA – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ein Prunkstück ist das Plymouth Hemi Cuda Cabriolet von 1970. Chryslers berühmter V8-Motor mit den hemisphärischen Brennräumen machte den Wagen zum Geschoss, und die „Shaker Hood“-Motorhaube mit dem durch die Haube lugenden Lufteinlass wird ihrem Namen gerecht: Wenn der mächtige Motor läuft, wird der direkt über dem Luftfilter platzierte Shaker in Vibrationen versetzt. Besser konnte man in den wilden 70ern kaum dem Nebenmann an der Ampel imponieren.

Natürlich darf auch ein Shelby GT 350 in schwarz-goldener Hertz-Lackierung nicht in der Kollektion fehlen. Der Autovermieter Hertz bestellte in den 60er Jahren eine Reihe dieser Fahrzeuge und lackierte sie in Firmenfarben. Der Wagen flog aber schnell wieder aus dem Programm, denn einige Mieter sollen die Hertz-Shelbys tatsächlich zum Rennfahren am Wochenende benutzt haben. Ganz offiziell für die Rennstrecke bestimmt war dagegen der Dodge Daytona, der sich mit seinem riesigen Heckflügel im Zentrum des Showrooms breitmacht. Hinter der aerodynamischen Kunststoff-Schnauze verbirgt sich ein Dodge Charger, der 1969 als Daytona-Version mit einem cW-Wert von 0,28 in der amerikanischen NASCAR-Serie antrat.

Das Unternehmen Legendary Motorcar besteht seit 1985. Der Fuhrpark ist so bekannt, dass viele Autos schon in der US-Fernsehserie „Dream Car Garage“ zu sehen waren, in der sich alles um Muscle Cars und heiße Reifen dreht. Dass bei den Kanadiern keine Schnäppchen zu holen sind, liegt auf der Hand: Die Zeiten, in denen man einen Dodge Charger zum Spottpreis aus einer Scheune ziehen konnte, sind längst vorbei und die Preise für Muscle Cars selbst in den nachfrageschwachen Zeiten der Wirtschaftskrise kaum gesunken. Verkaufsleiter Bill DeBlois macht sich eher Sorgen darum, dass den V8-Experten irgendwann einmal der Nachschub an Restaurationsobjekten ausgehen könnte. „Es gibt aber immer noch genügend gute Autos auf dem Markt“, sagt Bill.

Manchmal flattern den Kanadiern auch absolute Raritäten ins Haus wie der 1970er Dodge Challenger T/A in der farbenfrohen Lackierung „Plum Crazy“. Es sei der allererste T/A, der je gebaut wurde, erzählt Bill. Dodge brachte den Wagen nur im Jahr 1970 in kleinen Stückzahlen als Homologationsmodell für die Trans Am-Rennserie auf den Markt. Zu haben ist der geschichtsträchtige T/A nicht mehr: Für rund 100.000 Dollar hat er ebenso einen Käufer gefunden wie die umgerechnet eine halbe Million Euro teure Shelby Cobra 427. Im September 1966 wurde der Sportwagen von einem Ford-Händler in New York für 6145 Dollar verkauft und präsentiert sich trotz vieler Besitzerwechsel im unverbastelten Originalzustand. Zweimal hat der Wagen bereits Modell für einen Sportwagen-Kalender gestanden.

Weil eine Komplettrestaurierung arbeitsintensiv und zeitraubend ist, bauen die Kanadier im Schnitt nur ein Auto pro Monat auf. Lackiererei und Werkstätten befinden sich direkt neben dem Büro- und Verkaufsgebäude. Amerikanische Fahrzeuge bilden den Schwerpunkt des Unternehmens, doch auch Modelle von Porsche, Ferrari oder Mercedes werden restauriert sowie an- oder verkauft. „Unsere Kunden kommen vor allem aus den USA, aber es waren schon Leute aus aller Welt bei uns auf Shopping-Tour“, erzählt Bill DeBlois. In den oberen Stockwerken kommen auch Rennsport-Fans auf ihre Kosten, denn dort befindet sich ein kleines Museum. Unter anderem ist der 89er Chevrolet Camaro des kanadischen Rennfahrers Ron Fellows zu sehen. Als der Wagen seine Runden drehte, war die Blütezeit der amerikanischen Muscle Cars zwar längst vorbei – doch mit seinem kräftigen V8 befindet er sich immer noch in bester Gesellschaft.
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Quelle: Autoplenum, 2010-01-31

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