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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 12. April 2018
Moderne Autos sind Kommunikations-Multitalente. Sie reagieren auf Sprachbefehle und stellen zum Beispiel auf Zuruf die Klimaanlage wärmer oder kühler und lesen SMS vor. Ihre Mitarbeiter im Navigationssystem weisen mehr oder weniger zuverlässig den Weg und manchmal schnattern die Fahrzeuge während der Fahrt und der Unterhaltung der Insassen auch einfach mit, wie unser Testauto, ein Kia Stonic.   Der seit September 2017 erhältliche Stonic bedient wie seine Mitbewerber Opel Crossland X oder Citroen Aircross den Trend, dass auch Kleinwagen gerne in auffälliger SUV-Optik sowie in farbenfrohen Lackkombinationen vorfahren. So teilt sich der 4,14 Meter lange Stonic zwar den Technik-Genpool mit dem Kleinwagen Rio, fällt aber dank seiner ausgeprägten Front mit den schmalen Scheinwerfern und dem breiten Lufteinlass sowie den kurzen Überhängen an Front und Heck deutlich mehr auf als der eher konventionell gezeichnete Technikpartner. Zumal wenn wie in unserem Fall das Fahrzeug zweifarbig lackiert ist. Zu der gewählten Grundfarbe für die Karosserie kommen dann in einem Kontrastton lackierte Elemente wie Dach, A-Säulen oder Außenspiegelgehäuse hinzu. Wird das Ganze mit Metallic-Lacken ausgeführt, müssen Kunden für den tollen optischen Effekt tief in die Tasche greifen. Unser grauer Grundlack mit hellgrünem Beiwerk kostet 850 Euro. Immerhin sind im Preis Innenraum-Applikationen in der Zweitfarbe für Armaturenbrett, Mittelkonsole, Lenkrad und Polster inbegriffen. Diese lockern das Interieur schön auf und vermitteln bereits beim Einsteigen eine gewisse Fröhlichkeit.   Die blieb auch erhalten. Die zweihöchste Ausstattungslinie Spirit hat schließlich allerlei Annehmlichkeiten an Bord, darunter Sitzheizung und eine Lenkradheizung. Mit den warmen Fingern ließen sich nicht nur die vielen Tasten auf dem Lenkrad, sondern auch das 3,5 Zoll große Display bedienen. Über den Touchscreen erfolgte die Nutzung des Multimedia- und des Navigationssystems (Aufpreis 690 Euro). Das Platzangebot geht für ein Fahrzeug dieser Länge in Ordnung. Die Fondnutzer sollten aber keine Riesen sein. Der Kofferraum fasst zwischen 352 und 1.155 Litern, beim Umlegen der Rücksitzlehnen entsteht keine Stufe, was das Beladen vereinfacht.   Der Gute-Laune-Grundeffekt bleibt auch nach dem Starten des Dreizylinders erhalten. Der Einliter mit 88 kW/120 PS (ab 18.390 Euro, „Spirit“ ab 20.390 Euro) ist der einzige Turbo im Benzinerangebot und markiert gleichzeitig das Topaggregat. Darunter stehen noch zwei Vierzylinder mit 62 kW/84 PS und 73 kW/PS zur Wahl. Außerdem tritt ein 81 kW/110 PS starker Diesel an.   Der Dreizylinder, der an einen Sechsgang-Schalter gekoppelt ist, spurtet munter los und hat wenig Mühe den fast 1,3 Tonnen schweren Stonic auf Touren zu bekommen. Natürlich darf man keine Sprintrekorde erwarten, der Standardspurt wird aber in 10,3 Sekunden absolviert. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 185 km/h angegeben. Diese zu erreichen, war auf der Autobahn kein Problem, der Stonic gibt auch zwischen leistungsstärkeren Modellen eine prima Figur ab. Wenn da nur nicht der Blick auf die Tankuhr gewesen wäre: Nicht ganz überraschend bewegt sich die Nadel dann ziemlich schnell nach unten und der Bordcomputer zeigte Werte von neun Litern an. Also wurden die Pferdchen disziplinierter ausgeführt. Und auch auf Landstraßen im vorgegeben Tempolimit kam Freude auf. Der Kleine hängt gut am Gas, Lenkbefehle werden direkt umgesetzt und das Fahrwerk ist weder zu hart noch zu weich abgestimmt. Der Dreizylinder gab derweil seine Fahrfreude laut schnatternd Kund und erfreute mit diesem Grundton die Insassen. Die Bezeichnung „Schnatterliese“ fürs Testauto hat daher durchaus einen liebevollen Unterton. Im Mix aus Landstraßen, Autobahnen und Kurzstrecken kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern, damit lagen wir jedoch 2,5 Liter über dem Normwert.   Damit es keine Missverständnisse gibt: Der Stonic ist kein SUV. Dier bullige Front und die Kunststoff-Beplankungen an den Radkästen sind wie bei den anderen Vertreten dieser Klasse nur Optik. Allrad wird auch nicht angeboten. Dafür wartet er mit vielen Fahrerassistenten auf, zumindest in den höheren Ausstattungslinien und gegen Aufpreis. Ein Notbremsassistent samt Fußgängererkennung, ein Fernlichtassistent, Müdigkeitserkennung sowie ein Spurhaltehelfer sind ab Spirit Serie. Gegen Aufpreis stehen noch unter anderem eine Querverkehrswarnung beim Ausparken zur Verfügung. Der Preis für unser Testauto summierte sich mit Navi, Zweifarbenlackierung und einigen Extras auf stolze 24.320 Euro. Das schöne Schnattern wurde nicht gesondert abgerechnet.Kia Stonic – 1.0 T-GDI 120 - Technische Daten:   Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen, Länge: 4,14 Meter, Breite: 1,76 Meter (mit Außenspiegeln 2,0 Meter), Höhe: 1,52 Meter. Radstand: 2,58 Meter, Kofferraumvolumen: 352 – 1.155 Liter   1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 88 kW/120 PS, maximales Drehmoment: 172 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min, Vmax: 185 km/h, 0-100 km/h: 10,3 s, Durchschnittsverbrauch: 5,0 l/100 km, CO2-Ausstoß: 115 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Testverbrauch: 7,5 l/100 km/h Preis ab: 18.390 Euro Testwagenpreis: 24.320 EuroKurzcharakteristik: Warum: weil die Liesel so schön schnattert Warum nicht: weil Vierzylinder auch schön klingen Was sonst: Citroen C3 Aircross, Opel Crossland X, Renault Captur, Fiat 500L CrossManchmal braucht es für eine gute Unterhaltung im Auto kein teures Multimediasystem und auch Mitreisende sind nicht nötig. Es reicht schon, wenn der Motor Entertainerqualitäten hat.
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Fazit
Manchmal braucht es für eine gute Unterhaltung im Auto kein teures Multimediasystem und auch Mitreisende sind nicht nötig. Es reicht schon, wenn der Motor Entertainerqualitäten hat.

Quelle: Autoplenum, 2018-04-12

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