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Testbericht

Stefan Grundhoff, 17. März 2011
Längst haben die Premiumhersteller erkannt, dass mit vergleichsweise kleinen Autos allerhand Geld zu verdienen ist. Die Ansätze und Umsetzungen sind nicht nur bei den deutschen Premiummarken sehr unterschiedlich.

BMW kann sich freuen. Verkaufs- und Ertragszahlen der AG sind prächtig. Der Vierzylinder am Petuelring reckt sich strahlend wie selten zuvor in den Münchner Himmel. Die Verkäufe von BMW laufen mit 1,46 Millionen Fahrzeugen über allen Erwartungen und nicht zuletzt der kleine Markenableger Mini hat einen signifikanten Anteil am Erfolg der Bayern. Auch wenn Mini derzeit nicht die gleichen Zuwachsraten wie BMW oder Rolls-Royce zu bieten hat, sieht es bei den Pseudo-Briten rosig aus. Während Audi mit dem A1 bisher gerade einmal eine dreitürige Modellversion auf den Markt gebracht hat, legt Mini nach guter Tradition jedes Jahr ein neues Modell nach. Nach dem erfolgreichen Start des SUV Countryman wird es mit dem Mini Coupé zum Herbst wieder sportlicher. Im kommenden Jahr gibt es mit der Einführung des Mini Roadster eine zweite offene Version neben dem Cabriolet. Mini plant pro Jahr mittlerweile eine Stückzahl von 300.000 Fahrzeugen. Das ist selbst im BMW-Markenmix ein Pfund. Auf dem Genfer Salon zeigte Mini die Mikrostudie des Rocketman. Die dürfte ebenfalls Realität als Mini-Mini werden.

Hier gibt es für Hauptkonkurrenten wie Audi und Mercedes trotz ebenfalls beeindruckender Geschäftszahlen deutlichen Nachholbedarf. Nachdem der in Brüssel produzierte Audi A1 im Herbst 2010 zunächst erfolgreich gestartet ist, sind viele deutsche Händler mit der Kundennachfrage seit dem Jahreswechsel nicht mehr zufrieden. Deutschlandweit gibt es keinerlei Probleme ein A1-Bestandsfahrzeug zu bekommen. Städte wie München, Berlin, Stuttgart oder Frankfurt – Kopfschütteln gibt es bei der Anfrage nirgends. Die meisten größeren Händler können sofort einen A1 liefern und sogar bei den Rabatten sieht es für den Kunden rosiger als, als es bis Ende letzten Jahres zu befürchten gewesen wäre. Doch Audi wird beim A1 zeitnah nachlegen. Ende des Jahres dürfte die fünftürige Version des A1 Sportback folgen und für 2012 steht die Sportversion S1 und eine offene Version des Audi Einsers an.

Auch der leicht vanartige Audi A2 steht noch in den Startlöchern. Noch in diesem Jahr legen die Ingolstädter zudem den kleinen Bruder von Q5 und Q7 nach. Der bei Seat in Martorell / Spanien produzierte kleine Crossover namens Audi Q3 soll dem BMW X1 hinterhereilen, der sich bei der Kundschaft einer großen Nachfrage erfreut und sogar beim Erfolgsmodell BMW 3er Touring mächtig am Unterbau gräbt. Noch zwei Jahre entfernt sind die ersten Modelle der Submarke BMW i. Die Modelle i3 und i8 mit Leichtbaukarosse, Kohlefasermodulen und neuen Dreizylinder-Motoren kommt erst ab 2013. Auf der IAA in diesem Herbst soll es einen ersten Ausblick auf den i3 geben.

Auch Mercedes hat bei seinen Modellen unterhalb der frisch modellgepflegten C-Klasse einiges im Köcher. Auf der Shanghai Motorshow im April wird erstmals eine Studie der zukünftigen Mercedes A-Klasse zu sehen sein. Während diese jedoch erst im kommenden Jahr ihre Premiere feiert, wird die darüber positionierte B-Klasse bereits auf der Frankfurter IAA Mitte September als Serienmodell vorgestellt. Sie soll mit ihrem Van-Design die Kunden abgreifen, die sich bisher für A- und B-Klasse erwärmen konnten. Das Design der neuen A-Klasse wird im Gegensatz dazu deutlich emotionaler und der Wagen verabschiedet sich von seinem wenig ansprechenden Hochdach-Outfit. Turbotriebwerke, Doppelkupplungs-Getriebe und optionale Allradvarianten sollen neben einem jugendlich animierten Innenraum weitere Neukunden von Marken wie Audi, Alfa, BMW und Co herüber zu Mercedes holen.

Nichts Neues gibt es in Sachen Smart. Die Verkaufszahlen dümpeln vor sich hin und sanken im Jahre 2010 unter die 100.000-Stück-Marke. In diesem Jahr dürfte es nur wenig erfolgreicher werden, denn außer einigen Sondermodellen haben die Hambacher aktuell nichts in der Pipeline. Die neue Smart-Generation des Fortwo kommt erst 2013 in den Handel. Der Fünftürer folgt ein langes Jahr später. Immerhin ist die amerikanische Eigenkreation eines vorgezogenen Smart Forfour auf Nissan-Micra-Basis allein für den US-Markt gestorben. So müssen auch die Smart-Anhänger zwischen New York und Los Angeles noch lange drei Jahre auf den dringend benötigten Fünftürer warten. Wann das smarte Kleinwagenprojekt der Daimler AG jemals etwas abwirft, bleibt sowieso ungewiss. Da bieten A- und B-Klasse auf der neuen Frontantriebsplattform schon deshalb bessere Aussichten, weil es nicht bei dem Doppelgespann allein bleiben soll. Neben A- und B-Klasse werden auf gleicher Basis ebenfalls ein kleiner Bruder des CLS und der Crossover BLK entstehen. Weitere Modelle wie Cabrio und Coupé sind in der finanziellen Prüfung. Es ist einiges los in der kleinen Premiumliga.
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Quelle: Autoplenum, 2011-03-17

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