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Testbericht

Stefan Grundhoff, 16. Juni 2013
Autos mit Dampf? Da herrschte im Programm des Markenaufsteigers Kia bislang tote Hose. Mit dem Ceed GT wollen die Koreaner ein neues Kapitel aufschlagen - 204 PS stark und 230 km/h schnell.

In den letzten Jahren hat Kia kaum erkennbare Fehler gemacht. Das Markenimage wurde geschärft, das Portfolio sinnvoll erweitert, Wert auf die Qualität gelegt und unter Chefdesigner Peter Schreyer fand die Marke ihre ganz eigene Designsprache. Nur beim Thema Sportlichkeit erlaubten sich die Koreaner bisher eine schmerzhafte Lücke. Die soll zunächst vom GT-Doppelpack aus Ceed und Pro Ceed geschlossen werden. Der Korea-GTI macht optisch dicke Backen mit üppig dimensionierten Spoilern und Schwellern. Besonders die Frontschürze mit großem Lufteinlass sowie LED-Strahlern im "Ice-Cube-Look" wäre auch gut für 350 PS. Doch der 1,6 Liter große Turbo-Vierzylinder leistet 150 kW / 204 PS und ein maximales Drehmoment von 265 Nm. Alles andere als ein Granatenwerfer auf 18-Zoll-Rädern, denn die Kompaktklasse-Konkurrenz bietet mittlerweile 350, 250, 280 und sogar 360 PS auf. Doch auf dem Weg zu einem echten Pro Ceed GTI, der aus zwei Litern Dank Turboaufladung dann rund 270 PS holen dürfte, ist das GT-Doppel ein wichtiger erster Schritt.

Der Durchzug des Turbo-Direkteinspritzers ist ordentlich; nicht bullig, nicht bärenstark, aber allemal kraftvoll genug, um jede Menge Fahrspaß zu erleben. Das maximale Drehmoment von 265 Nm liegt ab niedrigen 1.750 U/min an. 0 auf Tempo 100 in 7,7 Sekunden sind ordentlich, aber etwas dünn für einen echten Sportler. Gleiches gilt für die 230 km/h Spitze, die die meisten Kunden jedoch zufrieden stellen sollten. Die Nordschleifenzeit des 4,31 Meter langen Kia Ceed GT kann sich mit 8,45 Minuten allemal sehen lassen. Beschleunigungsversuche am Steuer des Kia Ceed GT werden untermalt von einem leicht nachgeschärften Klang des Koreaners. Auch hier gilt: es dürfte ruhig etwas mehr sein. Das gilt jedoch nicht für den Normverbrauch, der bei 7,4 Litern liegt.

Das ausgewogene Fahrverhalten mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Mehrlenkerachse hinten unterstreicht das gemäßigte Dynamikpaket des 1,4 Tonnen schweren Kia Ceed GT. "Das Fahrwerk wurde um zwei Millimeter tiefer gelegt", unterstreicht der Produktverantwortliche Vladislay Alexiev, "zudem gibt es härtere Federn. Zur Abstimmung hat der Ceed GT allein 480 Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings absolviert." Die Lenkung mit dem griffigen Steuer könnte etwas schärfer sein, die manuelle Sechsgangschaltung präsentiert sich ebenfalls kaum spektakulär. Etwas knackiger und kürzer - gerne! Dafür halten sich die Antriebskräfte des Kia Ceed GT angenehm zurück und das Heck präsentiert sich auch in engen Kehren sattelfest. Einige Kunden werden ein Doppelkupplungs-Getriebe vermissen. Doch hier schüttelt der oberste Produktplaner für Kia Europa, Benny Oeyen den Kopf: "Ist erst einmal nicht geplant. Dafür sind die Stückzahlen einfach zu gering."

Neben dem Außendesign präsentiert sich auch der Innenraum des Kia Ceed GT alles andere als aufdringlich, aber sportiv nachgeschärft. So gibt es GT-Logos hier und da, rote Ziernähte und ein animiertes Zentralinstrument, das sich auf Knopfdruck zur Motorsportkombi mausert. "Klar ist der GT-Modus bei dem Instrument ein Gimmick", so Vladislay Alexiev, "aber eben eines, das zum Charakter des Auto passt. Es verbreitet etwas Formel-1-Atmosphäre." Die Teilledersitze mit Sitzflächen aus Wildleder passen prima; ihr Seitenhalt ist vorbildlich. Und selbst im Fond können zwei Personen locker sitzen - sofern diese sich mit winzigen Kopfstützen anfreunden können. Ansonsten lässt sich der 380 Liter große Laderaum durch Umklappen der Rücksitze bis auf 1.318 Liter erweitern. Wer noch mehr Volumen braucht, der kann von einer Kombiversion des Kia Ceed GT träumen. "So etwas ist vorstellbar, aber noch nicht entschieden", schmunzelt Benny Oeyen. Heißt, er dürfte ebenso fest eingeplant sein, wie die scharfe Version des Kia Pro Ceed GTI, der es dann mit der ganzen Kompaktklassekonkurrenz bis 300 PS aufnehmen soll. Und bis dahin ist der Ceed GT mehr als eine fahrdynamische Überbrückungsmusik, der je nach Ausstattung bei 24.490 Euro startet. Am besten man entscheidet sich für das Topmodell GT Track inkl. Navigationspaket für dann 27.990 Euro.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2013-06-16

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