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Testbericht

Sebastian Viehmann, 11. April 2012
Selten hat ein Auto so viele Vorschusslorbeeren geerntet wie der neue Kia Cee’d - und das größtenteils zu Recht, wie der erste Fahreindruck zeigt. Der Wagen wird rund 14.500 Euro kosten, ein echter Kampfreis. Zu kämpfen hat man leider auch mit Kias seltsamer Aufpreispolitik.

"Wir wollen zu den Big Playern gehören", sagt Kias Produktplanungschef Benny Oeyen. 290.000 Autos haben die Koreaner 2011 in Europa verkauft, 2012 dürften es 350.000 werden. Langfristig peilt Oeyen die halbe Million an, um als "Big Player" unter die zehn meistverkauften Automarken Europas zu kommen.

Der neue Golf-Gegner Cee’d spielt auf diesem Weg eine entscheidende Rolle. Auf 4,31 Metern präsentiert sich der Wagen deutlich schicker und dynamischer als bisher, wobei trotz der stark abfallenden Motorhaube und der hohen Seitenlinie die Übersicht nach draußen nicht verloren geht.

Im Cockpit warten viele große Ablagen. In den höherwertigen Ausstattungslinien wird der Kia richtig edel, die Instrumente bestehen dann komplett aus farbenprächtigen LCD-Anzeigen. Vom Navigationssystem über einen Spurhalteassistenten und das zweiteilige Panorama-Glasdach bis hin zur Einparkautomatik, die beim Rangieren das Lenken übernimmt, hat der Koreaner zahlreiche Extras im Angebot.

Ebenfalls top ist das Platzangebot mit viel Kopffreiheit im Fond und 380 Liter großem Kofferraum. Auch beim Fahrverhalten leistet sich der Koreaner kaum Schwächen. Abgesehen von der manchmal zu synthetisch wirkenden Servolenkung und der Tatsache, dass der Cee’d nach Bodenwellen eine Spur zu stark ausfedert, präsentieren sich Fahrwerk, Lenkung und Kurvenverhalten vorbildlich. Die Gangschaltung ist präzise abgestimmt, im Gegensatz zu den Basisbenzinern eines VW Golf hat der Cee’d immer sechs statt fünf Gänge an Bord.

Unter der Haube macht der Cee’d mit seinen Dieselmotoren (1.4 CRDi / 90 PS und 1.6 CRDi / 128 PS) die beste Figur. Vor allem der 1.6 CRDi ist durchzugsstark und sparsam (Durchschnittsverbrauch 4,3 Liter pro 100 km). Als 1.6 CRDi EcoDynamics mit Start-Stopp-Automatik und anderen Optimierungsmaßnahmen verbraucht er im Schnitt sogar nur 3,7 Liter auf 100 km (Werksangabe).

Der laufruhige 1,4 Liter große Basisbenziner mit 100 PS und Multipoint-Einspritzung ist recht flott, kann aber in Sachen Agilität nicht mit Turbobenzinern mithalten. Der 135 PS starke Direkteinspritzer 1.6 GDI in Verbindung mit dem neuen Doppelkupplungsgetriebe DCT überzeugt am wenigsten. Der Motor braucht hohe Drehzahlen, er wird dementsprechend laut und wirkt angestrengt. Dafür sind die Schaltübergänge des 6-Gang-DCT schnell und weich. Dennoch frisst es von 0 auf 100 km/h knapp 10 Sekunden Beschleunigungszeit (10,8 statt 9,9 Sekunden). Immerhin bleibt der Verbrauch mit 6,1 Litern pro 100 km genauso niedrig wie mit Sechsgang-Handschaltung.Etwas stärkere Aggregate wären vor allem auf dem deutschen Markt hochwillkommen. Aufgeladene Motoren seien in Planung, heißt es bei Kia. Möglicherweise werden sie im dynamisch gezeichneten Dreitürer eingeführt, dem Nachfolger des Pro Cee’d.

Obwohl der Cee’d Fünftürer im Juni auf den Markt kommt und die Kombiversion Cee‘d SW im September, verrät Kia noch keine Preise. Das Einstiegsmodell 1.4 CVVT Attract (100 PS) soll rund 14.500 Euro kosten. Das wäre ein echter Kampfpreis: Der VW Golf 1.2 TSI (nur 85 PS, aber mit Turboaufladung) kostet 17.450 Euro, der Chevrolet Cruze 1.6 (124 PS) 14.990 Euro, der Citroën C4 VTi 95 (95 PS) 15.990 Euro, der Ford Focus 1.6 Ti-VCT (105 PS) 17.850 Euro, der Hyundai i30 1.4 (99 PS) 15.850 Euro, der Mazda 3 1.6 (105 PS) 16.990 Euro und der Opel Astra 1.4 (100 PS) 17.770 Euro.

Als unübersichtlich entpuppt sich Kias Aufpreispolitik, wenn man die vorläufigen Ausstattungslisten des Cee’d näher beleuchtet. Das Basismodell Attract hat unter anderem ESP, elektrische Fensterheber vorn, CD-Radio, USB-Anschluss und Multifunktionslenkrad an Bord. Eine Klimaanlage gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Das Modell Edition7 ist abgesehen von der Klimaanlage und ein paar Kleinigkeiten kaum besser ausgestattet, lässt aber wenigstens ein Optionspaket zu. Man kann jedoch zum Beispiel keinen Tempomaten ordern.Der Cee’d Spirit ist sehr gut ausgestattet und kann als einziges Modell mit allen fünf Optionspaketen kombiniert werden. Auf den Geschäftswagenmarkt zielt der Cee’d Business Line. Unter anderem sind ein beheiztes Lederlenkrad, Navigationssystem, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Abbiegelicht, Tempomat, Parksensoren und Rückfahrkamera an Bord. Dinge wie Xenonscheinwerfer, Klimaautomatik oder elektrische Sitzverstellung sind aber nicht bestellbar, dafür müsste man wieder das Modell Spirit ordern.Diese Aufpreispolitik dürfte einige Kunden ziemlich ratlos zurücklassen - im Gegensatz zum Garantieversprechen: Das gilt wie bei Kia üblich für sieben Jahre beziehungsweise 150.000 Kilometer. Bei vielen anderen Herstellern wird man mit der gesetzlichen Zweijahresfrist abgespeist.
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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2012-04-11

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