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Testbericht

31. Mai 2011
München, 1. Juni 2011 - Als eines der letzten Modelle im VW-Programm erhält nun der Tiguan ein Facelift. Allerdings wäre es noch nicht einmal nötig gewesen, dem Kompakt-SUV eine neue Optik zu verpassen. Das zeigt ein Blick auf die Verkaufszahlen: Vom Start im Herbst 2007 an war der Tiguan Marktführer im Segment der Geländewagen, insgesamt wurden weltweit nahezu 600.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Kein Wunder also, dass die Retuschen dezent bleiben. Wenig Dramatik Am auffälligsten ist die neue Frontpartie: Sie rückt nun näher an den großen Bruder Touareg, speziell dann, wenn das optionale LED-Tagfahrlicht an Bord ist. Wie gehabt sind zwei unterschiedliche Stoßfänger im Angebot: Die Normalversion bietet einen Böschungswinkel von 18 Grad, die Offroad-Ausführung 28 Grad. Wenig Änderungen gibt es bei den Rückleuchten - eine L-förmige Lichtgrafik im Inneren soll auch hier die Brücke zum Touareg schlagen. Diskret, aber wirkungsvoll Im Innenraum erwarten uns ebenfalls keine echten Überraschungen. Ein neues Lenkrad, farblich anders gestaltete Lüftungsblenden und haptisch etwas höherwertigere Kunststoffe, das wars. Indes sind auch kaum Änderungen nötig, denn das Tiguan-Cockpit gefällt durch einfache Bedienung und sehr gut ablesbare Instrumente. Sicherlich, man mag diesen Stil als langweilig bezeichnen, doch wirkliche Kritikpunkte betreffen nur Kleinigkeiten wie den ungünstig vor dem Schalthebel platzierte Startknopf. Auch das Platzangebot gibt kaum Anlass zum Tadel. Vorne sitzt man hoch auf bequemen Mobiliar, während die Mitfahrer hinten eine gute Beinfreiheit vorfinden. Die Rücklehnen sind in der Neigung verstellbar, ebenso kann die hintere Bank um 16 Zentimeter in der Länge verschoben werden. Je nach Konfiguration beträgt das Kofferraumvolumen zwischen 470 und 1.510 Liter, das Gepäck muss jedoch über eine relativ hohe Ladekante gewuchtet werden. Je nach Ausstattung kann die Beifahrerlehne umgeklappt werden, um bis zu 2,50 Meter lange Gegenstände zu verstauen.

Einer für alle Fälle Unter der Haube entscheiden wir uns für den beliebten Zweiliter-Diesel mit 140 PS in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG und Allradantrieb. Erhältlich ist der Selbstzünder aber auch mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe. Unter dem Stichwort "BlueMotion Technologies" sind diverse Sparmaßnahmen an Bord: Eine Start-Stopp-Automatik (auch für Modelle mit DSG) und die so genannte Rekuperation, bei der die Bremsenergie zum Nachladen der Batterie genutzt wird. Auch wenn der Fahrer vom Gas geht, wird der Akku nachgeladen. Komfortable Kombination Auf der Straße überrascht der Selbstzünder mit hoher Laufruhe. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten halten sich Wind-, Abroll- und Motorgeräusche dezent zurück. Abgesehen von einem leichten Brummen erinnert der Klang des Aggregats kaum an einen Diesel. Dazu passt das meist unauffällig agierende DSG, welches nur unter Volllast die Gänge ausdreht, mit entsprechenden Konsequenzen für die Geräuschkulisse. Die 140 Pferdestärken ziehen den mit Allrad immerhin knapp 1,7 Tonnen schweren Tiguan manierlich voran. In 10,2 Sekunden geht es von null auf 100 km/h, maximal sind 188 km/h möglich. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 6,3 Liter an, mit Handschaltung und Frontantrieb sind es ein Liter weniger. Dein Freund, der Helfer Während wir auf der Autobahn dahingleiten, widmen wir uns den neuen Assistenzsystemen im Tiguan. Der Spurhalteassistent bringt den Fahrer mit einem fühlbaren, aber nicht unangenehmen Lenkeingriff auf den rechten Weg zurück, sobald die Kamera in der Frontscheibe eine Abweichung von den Fahrbahnmarkierungen feststellt. Theoretisch könnte man auf diese Art und Weise sogar freihändig fahren, doch nach ein paar Sekunden ermahnt uns ein schriller Piepton, wieder die Hände ans Lenkrad zu nehmen, schließlich geht es um Sicherheit und nicht um den Spieltrieb. Verfügbar sind außerdem eine Verkehrszeichen-Erkennung, ein Müdigkeitswarner und eine automatische Einparkhilfe, die nun auch Längsparklücken erfasst. Ein weiteres interessantes Extra ist die adaptive Fahrwerksregelung DCC. Sie bietet unter anderem einen Komfort-Modus, durch den das straffe Abrollverhalten des Tiguan gemildert wird. Jedoch werden auch hier grobe Unebenheiten nicht weggefiltert.

Auf allen Vieren Über einen staubigen Feldweg kraxeln wir kurze Zeit später zu unserem Etappenziel in rund 1.500 Meter Höhe. Hier zeigt der von VW "4Motion" genannte Allradantrieb was er kann. Im Normalfall wird die meiste Kraft auf die Vorderachse übertragen, die Hinterachse ist nur mit zehn Prozent dabei. Erst bei Bedarf wird sie stufenweise hinzugeschaltet, was über eine elektrohydraulische Allradkupplung geschieht. Der Druckaufbau erfolgt über eine elektrische Pumpe. Optional ist zusätzlich eine elektronische Differenzialsperre namens XDS erhältlich. Dabei handelt es sich um eine Funktionserweiterung der via ESP bereits integrierten elektronischen Sperren. Alles hat seinen Preis Schlagen wir zu guter Letzt das Kostenkapitel auf: Die preiswerteste Version des Tiguan ist der 122 PS starke TSI-Benziner mit Handschaltung und Frontantrieb. Hierfür verlangt VW zum Marktstart Mitte Juni 2011 mindestens 24.175 Euro. Dafür erhält man die Basisversion namens "Trend & Fun". Sie bietet eine nicht üppige, aber ausreichende Serienausstattung. Inklusive sind unter anderem vier elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage, 16-Zoll-Alufelgen und ein CD-Radio. Die Aufpreisliste hält traditionell viele Extras bereit: adaptive Fahrwerksregelung (1.070 Euro), Parklenkassistent (755 Euro) oder auch Lederpolster (2.610 Euro). Der von uns gefahrene 2.0 TDI mit DSG und Allrad steht mit stolzen 31.425 Euro in der Liste. Unverständlicherweise kostet das BlueMotion-Technology-Paket nochmal 400 Euro Aufpreis. Ein weiterer dicker Minuspunkt: Mit Frontantrieb ist die DSG-Diesel-Kombination gar nicht erhältlich. Die Kunden schreckt das nicht: Bereits jetzt gibt es 10.000 Tiguan-Vorbestellungen allein in Deutschland, obwohl der Marktstart erst für Mitte Juni 2011 angesetzt ist.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb permanent
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Doppelkupplungsgetriebe
Motor Bauart:Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.968
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:103 kW (140 PS) bei UPM
Drehmoment:320 Nm bei 1.750 - 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 31.425 € (Stand: Juni 2011)
Fazit
Objektiv kann man dem neuen Tiguan nur wenig ankreiden. Die Optik nach dem Facelift ist Geschmackssache, dafür punktet das kompakte SUV mit einfacher Bedienung, vielen Assistenzsystemen und gutem Platzangebot. Auch die Kombination aus 140-PS-Diesel, DSG und Allrad überzeugt, wenngleich das Getriebe noch etwas feinfühliger arbeiten könnte. Abzüge gibt es für das zu straff abgestimmte Fahrwerk und vor allem für die eigensinnige Modell- und Aufpreispolitik. Zudem schläft die Konkurrenz nicht: Mazda bringt bald den CX-5 und mit dem Skoda Yeti gibt es schon seit längerem einen preiswerteren Rivalen aus dem VW-Konzern.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2011-05-31

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