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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 4. August 2021
SP-X/Köln. Die Fahrzeuge von Dacia sind die günstigsten Neuwagen auf dem deutschen Markt. Das trifft auch auf den zwischen 2013 und 2020 angebotenen Logan zu, der hier zu Lande in der Kombiversion (MCV) ab knapp 8.000 Euro antrat. Fürs Geld gab es ein vergleichsweise ansehnliches Blechkleid, bekannte Technik und viel Platz. Bleibt die Frage, wie sich der Logan MCV beim TÜV schlägt?Karosserie und Innenraum: Konnte die erste Logan-Generation bestenfalls der Kategorie „hübsch-hässlich“ zugeordnet werden, mauserte sich die zweite deutlich. Für einen Schönheitspreis oder eine Design-Auszeichnung reichte es zwar nicht, doch muss man sich als Fahrer des 4,50 Meter langen Kombis nicht mehr für seinen stilistischen Geschmack entschuldigen. Zumal der Logan ein ordentliches Platzangebot bietet und in Punkto Kofferraumvolumen (573 – 1.518 Liter) durchaus überzeugen kann. Dagegen muss man sich mit einer einfachen Innenausstattung zufriedengeben, nur in den höheren Ausstattungslinien lockert ein wenig chromfarbener Besatz die nüchterne Tristesse auf. Ergonomie und Verarbeitung stimmen jedoch. Die Bedienung stellt Renault-Fahrer vor keine Probleme, nutzte der Logan wie der technisch eng verwandte Kleinwagen Sandero doch viele Technikkomponenten vom Clio III.Ende 2016 erhielt der MCV ein Facelift mit neuer Schürze samt geändertem Grill und neuer Lichtsignatur sowie LED-Tagfahrlicht.  Am Heck machen geänderte Stoßfänger und LED-Rückleuchten in Vier-Quadrat-Optik den Unterschied aus. 2017 brachte Dacia die Stepway-Variante, die den Kombi im Offroad-Stil vorfahren lässt.  Sie wartet mit zweifarbiger Frontschürze, schwarzen Seitenschwellern und Radhausverbreiterungen sowie einem Unterfahrschutz am Heck auf. Außerdem gibt es eine Höherlegung um 4,6 Zentimeter.Motoren und Antrieb: Zwei Benziner, eine Flüssiggasvariante (LPG) und einen Diesel hatte Dacia für den Logan zunächst im Angebot. Der 1,2-Liter Vierzylinder-Sauger leistet 55 kW/75 PS und geht für geduldige Fahrer mit geringen fahrdynamischen Ansprüchen in Ordnung. Der Standardspurt gelingt in 14,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 162 km/h erreicht. Etwas flotter agiert der 0,9-Liter-Dreizylinder mit 66 kW/90 PS. Der Turbo mobilisiert immerhin 135 Nm und schafft es, in 11,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und die Tachonadel bis auf Tempo 175 zu bewegen. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5 Litern liegt er unter dem Wert des Vierzylinders (5,8 Liter). Am sparsamsten ist der 1,5-Liter-Diesel mit ebenfalls 90 PS (220 Nm). Er begnügt sich im Schnitt mit 3,8 Litern, ist aber auch kein Sportler (Vmax: 162 km/h). Jede sportliche Ambition gehen auch den LPG-Varianten ab. Zunächst ist hier der 1,2-Liter-Sauger die Basis, ab 2016 der Dreizylinder.Mit dem Facelift gibt es bei den Benzinern nur noch Dreizylinder-Motoren, der Diesel bleibt jedoch im Angebot. Ein Einliter-Dreizylinder leistet 54 k/73 PS und sortiert sich unterhalb des 90 PS-Triebwerks ein. Gegen Ende seines Modelllebens erhält der Logan als Topmotorisierung den 1.0 er in der Ausbaustufe mit 74 kW/101 PS. Das 90 PS-Aggregat ist nur noch in Verbindung mit einem automatisierten Fünfgang-Getriebe erhältlich. Bei allen anderen Motoren kommt jeweils ein manuelles Fünfgang-Getriebe zum Einsatz. Übrigens: Allrad gibt es nicht, auch die Stepway-Versionen verfügen nur über Frontantrieb.Ausstattung und Sicherheit: Bei einem Preis von ca. 8.000 Euro kann man nicht allzu viel Ausstattung erwarten. Tatsächlich die „Access“ genannte Basisversion nur für Hartgesottene, zumal diese Version auch nur mit dem Einstiegsbenziner verfügbar war. Kein Radio, keine Klimaanlage, keine elektrischen Außenspiegel oder Fensterheber sind an Bord; wer auf diese Annehmlichkeiten nicht verzichten mag, muss mindestens zu gebrauchten Modellen auf „Essential“-Niveau suchen, besser noch als „Comfort“, hier ist auch die Klimaanlage serienmäßig. Die beste Ausstattung bietet „Stepway“, hier ist fast alles vorhanden, was Dacia für den Kombi bereit hält inklusive Navi. Viele Extras ließen sich auch in für Essential und Comfort dazubuchen, so dass man beim Studieren der Gebrauchtwagenangebote auf die angegebenen Details achten muss. Beim Thema Sicherheit bietet Dacia nur das Nötigste. Moderne Assistenten fehlen. Den NCAP-Crashtest absolvierte der MCV 2014 mit drei von fünf Sternen.Qualität: Gebrauchtwageninteressenten sollten ihr Wunschmodell sehr genau unter die Lupe nehmen beziehungsweise nehmen lassen. Die günstigen Neuwagenpreise verleiten wohl die Erstbesitzer, ihr Fahrzeug nicht immer besonders pfleglich zu behandeln, geschweige denn, ihm regelmäßig Service- und Werkstattbesuche zu spendieren. Die TÜV-Prüfer finden bei den Hauptuntersuchungen viele Schwachstellen. So machen Achsaufhängungen, die Beleuchtungsanlage, Bremsen und Ölverlust Probleme. In der Auswertung fallen im Vergleich zum Schnitt aller vom TÜV untersuchten Fahrzeuge die MCV-Modelle durch erhöhte Mängelquoten auf. So weist der TÜV-Bericht bei 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeugen hinsichtlich der Bewertung „erhebliche Mängel“ durchschnittlich 5,5 Prozent aus. Beim Logan sind es 10,4 Prozent. Die großen Unterschiede setzen sich auch bei den 4 bis 5 Jahre alten Autos fort. Der Logan kommt bei „erhebliche Mängel“ auf eine Einstufung von 19,2 Prozent, durchschnittlich sind es 9,2 Prozent.Fazit: Der Logan MCV ist kein Schnäppchen in den Gebrauchtwagen-Portalen. Für ältere Modelle muss man mindestens 3.500 bis 4.000 Euro berappen, wer etwa Interesse an einem Stepway-Fahrzeug hat, muss mindestens 6.500 Euro investieren.Viel Platz und super günstig im Einkauf: Erstbesitzer des Dacia Logan MCV konnten nicht viel falsch machen. Gebrauchtwagenkäufer müssen jedoch genau hinschauen.
Fazit
Viel Platz und super günstig im Einkauf: Erstbesitzer des Dacia Logan MCV konnten nicht viel falsch machen. Gebrauchtwagenkäufer müssen jedoch genau hinschauen.

Quelle: Autoplenum, 2021-08-04

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