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Testbericht

11. April 2017
New York, 12. Februar 2017

Die wichtigste Frage zum neuen Dodge Challenger SRT Demon lautet wohl: Wie verrückt ist das Ding? Nun, Dodge sagt, dass man einen neuen Guinness Weltrekord für den längsten Wheelie in einem Serienauto aufgestellt hat. Verbriefte 90 Zentimeter sind die Vorderreifen bei stehendem Start ohne Bodenkontakt. Außerdem ist der Demon so schnell, dass ihn die amerikanische National Hot Rod Association (NHRA) ganz offiziell vom Dragstrip verbannt hat, weil ihm für seine hanebüchene Performance offenbar die vorgesehenen Sicherheitsfeatures fehlen. Sie sehen schon: In Sachen Verrücktheit lässt es sich ziemlich gut an. Und dabei sind wir noch gar nicht bei den Leistungsdaten angekommen.  

Keiner beschleunigt schneller 
Na gut, machen wir es kurz: Der Dodge Challenger Demon leistet 852 PS und 1.044 Newtonmeter, beschleunigt von 0-60 mph (0-97 km/h) in 2,3 Sekunden, vernascht die Viertelmeile in 9,65 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 225 km/h und bei voller Beschleunigung erreicht er 1,8 g. Laut Dodge hat er den stärksten je gebauten Serien-V8, die schnellste 0-60-mph-Zeit sowie die schnellste Viertelmeilenzeit eines Serienautos. Und ja, das beinhaltet auch einen Porsche 918 und einen Bugatti Chiron (wobei letzterer auf der Viertelmeile vielleicht doch noch ein Eck schneller sein könnte).  

Komplett auf links gedrehter V8 
Verglichen mit dem an sich schon komplett irren Challenger Hellcat (der 717 PS leistet) profitiert der 6,2-Liter-Kompressor-V8 von zwei Benzinpumpen anstatt einer. Zudem wurde das Kompressor-Volumen von 2,4 auf 2,7 Liter angehoben. Es gibt mehr Ladedruck, neue Kolben, Pleuel und Ventile, ein von 6.200 auf 6.500 U/min angehobenes Drehzahllimit, einen komplett optimierten Ansaugbereich sowie eine Systemauslegung für 100-oktanigen Sprit. Der Demon kann auch mit 91 Oktan gefahren werden, dann sinkt die Leistung auf 819 PS und 972 Newtonmeter. Wie bei der Hellcat gibt es auch im Demon zwei Zündschlüssel. Mit einem der beiden kann der Output auf 500 PS begrenzt werden.
 
92 Kilo leichter
 
Etwa 25 SRT-Ingenieure arbeiteten mehr als zwei Jahre am Demon. Gegenüber der Hellcat erreichten sie auch eine massive Gewichtseinsparung von 105 Kilo. Dass das Auto letztlich "nur” 92 Kilo leichter geworden ist, liegt unter anderem an der deutlich breiteren Karosserie. Wichtigste Diät-Bausteine sind die Entfernung des Beifahrersitzes und der Rückbank, wobei man beides für die symbolische Summe von jeweils einem Dollar zurückordern kann. Weitere Gewichtseinsparungen kommen von kleineren Bremsen, kleineren Stabis, 18 statt 20 Zoll großen Rädern sowie dem Wegfall diverser Interieurteile und Dämm-Materialien.  

Antriebsstrang ist vorspannbar 
Die neuen Räder messen 11x18 Zoll und sind rundum mit 315/40er Nitto NT05R Dragreifen bezogen. Damit ist der Demon auch das erste Serienauto, das ab Werk mit speziellen Dragreifen ausgerüstet wird. Sie ermöglichen ihm beim Launch-Start einen dreimal höheren Traktionskoeffizienten als bei der Hellcat. Ausserdem wurde der Negativsturz um 0,5 grad gesenkt, um die Traktion auf der Geraden zu erhöhen. Viel Grip ist jedoch nicht die einzige Währung, wenn man ultraschnelle Starts ausführen will. Deswegen kriegt die Achtgang-Automatik einen verstärkten Drehmomentwandler, es gibt eine zweistufige Launch Control sowie eine sogenannte Transbrake. Letztere ist quasi eine Getriebebremse. Diese Dragster-Klammer sperrt die Automatik, damit man den Antriebsstrang unter Vorspannung setzen kann, ohne dass der Wagen davonschiebt. Jetzt muss man nur noch das Schaltpaddle am Lenkrad gedrückt halten, das Gaspedal in den Fußboden hauen und zusehen, wie die Drehzahlen steigen. Dann einfach das Paddle loslassen und gut festhalten.  

Dragrace-Box
Noch ein Stück schneller wird das Ganze, wenn man die Demon Crate, eine überaus schicke Kiste mit allerhand schönen Dragrace-Utensilien drin, dazubestellt. Auch sie kostet nur einen lausigen Dollar und beinhaltet sehr schmale, kleinere und leichtere Vorderräder, einen Haufen Werkzeug sowie einen Controller, der in die Mittelkonsole geschraubt wird. Wenn der Controller verbaut ist, kann man den Demon per Knopfdruck mit 100-Oktan-Benzin laufen lassen. Nur in diesem Modus leistet er 852 PS und 1.044 Newtonmeter Drehmoment. Und zwar egal bei welcher Temperatur, denn ein Kühlsystem, das erstmals kalte Luft der Klimaanlage absaugt, verringert die Temperatur der angesaugten Kompressorluft um rund sieben Grad Celcius. Damit auch mehr Luft am Motor ankommt, wurden deutlich mehr Einlassöffnungen in die Challenger-Front gebohrt. Und selbstverständlich verfügt der Demon über die größte Motorhaubenhutze, die jemals bei einem Serienfahrzeug zum Einsatz kam. Alles andere hätte uns auch wirklich überrascht.

3.300 Stück
 
Was die Straßen-Performance des Demon betrifft, wird man abwarten müssen. Aufgrund der Dragreifen ist er bei 270 km/h abgeregelt. Allerdings hat er einstellbare Dämpfer (die im Launch-Modus für eine weichere Vorder- und eine härtere Hinterachse sorgen) und soll bei Kurventests mehr g-Kräfte mobilisiert haben als jeder andere Challenger. Trotz des Übermaßes an Leistung und allgemeinem Irrsinn gewährt Dodge für den Challenger SRT Demon eine Garantie über drei Jahre und 36.000 Meilen, für den Antrieb sogar über fünf Jahre und 60.000 Meilen. Der Demon soll nur ein Modelljahr lang gebaut werden. Insgesamt entstehen 3.000 Exemplare für die USA und 300 für Kanada. Alle Kunden erhalten ein eintägiges Renntraining und sogar um einen offiziellen Versicherer hat man sich bei Dodge gekümmert. Vermutlich nicht die schlechteste Idee beim vorhandenen Zerstörungs-Potenzial. Der Demon geht im Herbst 2017 an die ersten glücklichen Kunden. Die Preise sind bisher nicht bekannt.
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Quelle: auto-news, 2017-04-11

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