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Testbericht

Stefan Grundhoff, 25. Oktober 2009
Der neue Nissan Fuga ist eine der wenigen echten Neuheiten auf der Tokio Motorshow. Der asiatische Luxus-Nissan kommt im Herbst 2010 als Infiniti M auch nach Europa.

Infiniti ist unter Druck. Der Handelsstart in Deutschland zieht sich hin. Statt der geplanten 12 Händler ist aktuell nur ein Betrieb aus Hamburg an Bord. Europaweit sind es damit 23 Händler. Wer sich für eines der hochwertigen Infiniti-Modelle interessiert, muss also deutschlandweit reisen – außer er kommt aus dem Umkreis der Hanse. An sich sollten die deutschen Händler längst gefunden sein und die Fahrzeuge auf den Straßen rollen. „Wir streben in Deutschland ein Netzwerk mit zehn Standorten an“, so Jürgen Schmitz, Infiniti-Regionaldirektor für Central Europe, „doch keiner konnte mit diesem Ausmaß der Krise in der Automobilindustrie rechnen.“ Jetzt soll es bis Ende 2011 dauern, bevor zehn deutsche Standorte eröffnet sind. Im vergangenen Jahr verkaufte Infiniti weltweit 150.000 Autos, 125.000 davon in den USA.

Gerade die Limousinenversionen der G-Modellreihe sind in den USA seit Jahren ein Renner. Auch die Geländewagen FX und QX stehen hoch im Kurs. Der kleinere EX soll insbesondere Kunden von BMW X3 und Mercedes GLK weglocken. Für Image und Kundenzuspruch sollen das neue Cabriolet G37 und die Luxuslimousine Infiniti M sorgen. Der Infiniti M startet im Frühjahr 2010 in den USA. Ein knappes halbes Jahr später kommt er auch nach Europa. Wie der Infiniti M aussieht, ist seit der Tokio Motorshow kein Geheimnis mehr. Sein Zwillingsbruder Nissan Fuga war eines der Highlights der ansonsten überaus dünnen Messe. "Im nächsten Jahr kommt dieses Auto als Infinti M auch nach Europa", kündigt Nissan-Vertriebschef Colin Dodge an.

Die jüngste M-Generation bekommt im Vergleich zum aktuellen M-Modell eine völlig neu gestaltete Karosserie mit tief heruntergezogener Frontpartie und muskulös ausgeformtem Kotflügeln. Die L-förmigen Frontscheinwerfer und die konturreiche Motorhaube mit ihren weichen Linien erinnern stark an die Konzeptstudie Essence, die im März auf dem Genfer Salon zu sehen war. Die Heckscheibe geht fast nahtlos in das weich gezeichnete Heck über. Ein leichter Bürzel sorgt oberhalb der LED-Rückleuchten für Auflockerung.

Mit einer Länge von 4,95 Metern und einer Breite von 1,85 Metern ist der Infiniti M im Vergleich zur deutschen Luxuskonkurrenz zwischen 5er und 7er BMW oder Audi A6 und A8 platziert. Das Platzangebot der japanischen Limousine ist ordentlich, wenngleich man schon aufgrund des geringeren Radstandes von 2,90 Metern deutlich hinter der absoluten Luxusklasse zurückliegt. Das macht sich insbesondere auf den hinten Sitzplätzen bemerkbar, wo zudem die abfallende Dachlinie für Einschränkungen bei groß gewachsenen Passagieren führt. Zumindest die Nissan-Version ist nicht als Langversion verfügbar. Auch eine elektrische Sitzverstellung im Fond und eine getrennte Klimaregelung für den hinteren Bereich sind nicht verfügbar.

Die Innenraumgestaltung des Nissan Fuga bzw. seines Schwestermodells Infiniti M zeigt große Ähnlichkeiten zu den Modellen der G- und FX-Reihe. Die hellen Instrumente sind gut ablesbar und werden von einem großen Multifunktionsbildschirm über der Mittelkonsole ergänzt. Wie in der Mercedes S-Klasse kann man die Uhrzeit auf einer historisch anmutenden Analoguhr ablesen. Im Interieur geht es mit viel Leder sowie schicken Holz- und Aluminiumapplikationen gewohnt edel zu. Wie schon bei den aktuellen Infiniti-Modellen darf man auch von der M-Serie, die bislang nicht in Europa vertrieben wurde, eine Komplettausstattung ab Werk erwarten.

Die neuen Motorvarianten sollen die Bezeichnungen M37 und M50 tragen. Beim M37 wird eine rund 320 PS starke Version des bekannten 3,7-Liter-V6-Motors unter der Haube stecken. Der M50 wird von einem etwa 400 PS starken Achtzylinder angetrieben. Die M-Reihe wird für den Marktstart in Westeuropa alternativ einen neuen V6-Dieselmotor bekommen, der in Frankreich produziert und zur Transplantation nach Japan gebracht wird. Der Selbstzünder sollte allerdings schon drei Liter Hubraum, mindestens 250 PS und 550 Nm Drehmoment mitbringen, wenn er gegen die Hauptdarsteller aus München, Ingolstadt und Stuttgart bestehen will. Anfang 2011 soll in den USA dann auf Basis des M der erste Infiniti mit Hybridantrieb vorgestellt werden. Auch ein Fahrzeug mit reinem Elektroantrieb ist im Gespräch.

In der Limousine wird zudem ein neues Sicherheitssystem namens SCP (Side-Collision-Prevention System) vorgestellt. Es warnt den Fahrer, wenn die Elektronik bei einem bevorstehenden Spurwechsel ein anderes Fahrzeug in Kollisionsnähe erkennt. Wenn der Fahrer nicht reagiert, wird das Auto per Lenkeingriff rechtzeitig zurück auf die ursprüngliche Spur gebracht. Darüberhinaus bekommt der Infiniti M eine aktive Allradlenkung, elektronische Dämpferkontrolle mit Neigungsausgleich sowie eine Hightech-Klimaautomatik, die auf Wunsch Duftstoffe aus Wald und Natur in den Innenraum strömen lässt.

Doch ohne ein geeignetes Händlernetz wird es schwer sein, gegen die übermächtige Premiumkonkurrenz aus Europa zu bestehen. Daher sind die Erwartungen bei der Konzernspitze des Renault-Nissan-Konzerns nicht zu hoch. „Wir investieren mit dem Marktstart in Europa ja keine riesigen Summen“, gibt Vertriebs-Chef Colin Dodge zu bedenken, „wir sind nach wie vor überzeugt, dass Infiniti auch in Europa wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Aber natürlich würden wir bei der aktuellen Lage auch kein Haus darauf verwetten.“
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Quelle: Autoplenum, 2009-10-25

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