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Testbericht

Peter Maahn/SP-X, 4. Oktober 2018

SP-X/Paris. Der VW Käfer ist ein Botschafter der guten alten Autozeit. Ohne Dieselstress, immer perfektere Elektronik oder Leistungsexplosion. In einer sonst eher dünn besetzten Halle auf dem riesigen Messegelände ist er jetzt in Paris wieder zu entdecken. Der Typ 1302 aus dem Jahr 1971 hat senkrechte Rückleuchten inklusive integrierter Blinker und das breite Gehäuse der Kennzeichen-Beleuchtung. Scheinbar im Original-Zustand also, wenn da nicht das grüne Kabel aus dem Motorraum im Heck ragen würde. Es endet in einer modernen Ladesäule. Dieser Käfer tankt Strom. Die kleine französische Firma Brouzils aus dem gleichnamigen Ort südlich der Loire ist auf die Restauration früherer VW-Modelle spezialisiert und zeigt in Paris den Prototyp ihrer Idee, dem Oldie ein modernes neues Leben zu spendieren. Anstatt des luftgekühlten Boxers ist jetzt ein Elektromotor an Bord, der aus 37 Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 22 kWh versorgt wird. Damit kommt der Käfer auf 39 kW/53 PS, ist 160 km/h schnell und soll eine Reichweite von 250 Kilometern schaffen. Da es noch viele Besitzer solch gut erhaltener Ikonen gibt, verspricht sich Chef Jérémy Cantin viele Kunden, die ihr Schmuckstück fit für die Zukunft machen wollen. Was die Umrüstung kostet, ist nicht bekannt. Auf der Jagd nach dem Besonderen auf dem Autosalon fällt ein weiteres skurriles Mobil auf. Der französische Konstrukteur Jerome Dauffy hat einen typischen Strandbuggy samt Heckpropeller mit einem großen Gleitschirm gekreuzt. Damit gelang es ihm, den Ärmelkanal zu überfliegen. Durch diese Aktion erwies er seinem Vorbild Louis Bleriot die Referenz, der 1909 als erster Mensch diese Strecke in Angriff nahm. In der neuzeitlichen Version war der Pilot auf dem verlassenen Militärflughafen in Ambleteuse bei Calais gestartet und hatte nach einer 59 Kilometer langen Reise über den Kanal westlich der englischen Stadt Dover wieder festen Boden unter den Rädern. Für das Abheben reichte eine Strecke von knapp 100 Metern. Einmal abgehoben, kann der Buggy mit Namen Pegasus 3.000 Meter hoch fliegen und dabei bis zu 80 km/h schnell sein. Aus Frankreich kommt auch die inzwischen recht bekannte Firma Aixam, die seit 1983 besonders kleine Kleinwagen produziert, von denen die meisten führerscheinfrei bewegt werden können. Angetrieben wurden die rund drei Meter langen Winzlinge vor allem mit Dieselmotoren des japanischen Baumaschinenherstellers Kubota, seit gut zehn Jahren sind Elektromobile dazu gekommen. In Paris zeigte Aixam jetzt die neuesten Modelle der „Mega“ genannten Elektro-Baureihe. Interessant für die Belieferung der Innenstädte ist der neue E-Truck, der mit seiner 6,14 kWh-Batterie gut 80 Kilometer weit stromern kann. Die Geschwindigkeit ist auf 45 km/h begrenzt, das Aufladen auf 80 Prozent Batterieinhalt dauert rund zweieinhalb Stunden. Der Mini-Laster kostet rund 18.000 Euro. Zum gleichen Preis mit gleicher Technik ist das neue E-Coupé von Aixam zu haben. Es hat nur zwei Sitze, aber einen Gepäckraum mit immerhin 1.000 Litern. Einen fahrbaren Bugatti Chiron in Originalgröße nur aus Lego-Steinen? Das Designteam von Lego Technic hatte diese schräge Idee und zeigt jetzt nach 13.438 Arbeitsstunden die Verwirklichung auf dem Pariser Salon. Über eine Million Lego-Technikelemente in 330 Varianten wurden benötigt und ohne einen Tropfen Klebstoff zusammengesetzt. Als Antrieb dienen 2.304 kleine Motoren aus dem bekannten Lego-Sortiment, die zusammen 5,3 PS leisten. Damit könnte sich das Unikum tatsächlich fortbewegen, bislang allerdings nur theoretisch. Funktionsfähig sind auch der bewegliche Heckspoiler und der aus Lego-Elementen zusammengesetzte Tacho. Gleich neben dem Bugatti steht noch ein knallgelber Formel-1-Renner in Originalgröße. Er kam mit rund 600.000 Lego-Steinen aus und wurde von Renault in Auftrag gegeben.Einige Weltpremieren, jede Menge Altbekanntes, ein paar neue Elektroautos und vor allem viele Lücken durch Absagen bekannter Marken. Der Pariser Salon hat viel von seinem Glanz verloren. Bei einem Rundgang abseits der großen Hallen gibt es noch Skurriles zu entdecken.

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Fazit

Einige Weltpremieren, jede Menge Altbekanntes, ein paar neue Elektroautos und vor allem viele Lücken durch Absagen bekannter Marken. Der Pariser Salon hat viel von seinem Glanz verloren. Bei einem Rundgang abseits der großen Hallen gibt es noch Skurriles zu entdecken.

Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2018-10-04

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