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Testbericht

Joaquim Oliveira, 16. Januar 2020
Hyundai frischt sein Einstiegsmodell spürbar auf und macht diesen so mehr denn je zum König der City. Das Angebot aus Preis und Leistung passt, denn auch mit dem neuen Hyundai i10 geht es unter 11.000 Euro los.

Während Hersteller wie FCA, PSA oder Opel ins Spiel bringen, dass man sich vom wenig ertragreichen Einsteigermarkt der Kleinwagenklasse beizeiten zurückziehen will, gibt es seitens Hyundai ein kraftvolles Bekenntnis zu selbigem Segment. Das heißt unverändert i10 und ist in der neuen Generation eben noch etwas besser, als er ohnehin schon war. Es ist nicht einfach, viel Auto für wenig Geld zu bekommen; doch das kleinste aller Hyundai-Modelle bietet eben genau das. In der mittleren Zukunft dürfte sich der Hyundai i10 dabei in erster Linie mit Modellen wie dem Toyota Yaris, einem Honda Jazz oder Kia Picanto herumschlagen.

Die neue Modellgeneration des Hyundai i10 löst zwei Zentimeter flacher und zwei Zentimeter breiter als bisher das Vorgängermodel ab, das 2013 eingeführt wurde. Seitdem der Hyundai i10 2008 erstmals auf dem europäischen Markt einführt wurde, konnte der koreanische Autohersteller mehr als 1,1 Millionen Fahrzeuge mit dem i10-Signet verkaufen. Der neue Zehner kombiniert optische Einflüsse von Hyundai (Seitenansicht), Ford, (Kühlergrill), Renault (Zoe Rückansicht) sowie Toyota (Haube des Aygo) in einem Fahrzeug, wodurch sich der Neuling deutlich frischer als Cityfahrzeug präsentiert. Auf Wunsch gibt es erstmals ein schwarzes oder rotes Kontrastdach, das die visuellen Möglichkeiten der Individualisierung erweitern soll.

Obwohl der Radstand um vier Zentimeter gewachsen ist und die Räder somit weiter an die Ecken des Fahrzeugs gerutscht sind, ist der ab Anfang Februar erhältliche Hyundai i10 mit 3,67 Metern beinahe identisch lang geblieben. Im Gegensatz zu einigen seiner direkten Wettbewerber ist der Hyundai wahlweise mit vier oder fünf Sitzplätzen zu bekommen, obwohl in der zweiten Reihe trotz des einfachen Einstiegs auch aufgrund der Gesamtlänge ernsthaft keine drei Personen sitzen können. \"Während die vorderen Sitze und der Laderaum im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert wurden, gibt es in der zweiten Reihe durch den verlängerten Radstand mehr Beinfreiheit\", so Adrian Pere, Produktmanager des i10. Tatsächlich lässt es sich im Fond bis zu einer Körpergröße von über 1,80 Metern vernünftig sitzen - wenn hier keine drei Personen Platz genommen haben. Unverändert liegt das Ladevolumen bei 252 Litern, die sich durch Umklappen der Rücksitze auf 1.050 Liter erweitern lassen. Durch die leicht abgesenkte Ladekante kann man schwere Gegenstände etwas besser einladen.

Ebenso wie auch das Äußere präsentiert sich auch der Innenraum und hier speziell das Cockpit moderner als bisher. Das allenthalben verbaute Hartplastik fasst sich zwar wenig schmeichelnd an, sieht aber vernünftig aus und wirkt nicht so billig wie in vergangenen Zeiten. Mehr ist in der 10.000-Euro-Klasse kaum zu verlangen. Unverändert gut ist die Rundumsicht im kurzen Hyundai i10, denn selbst klein gewachsene Personen können die Ecken des Fahrzeugs gut übersehen und man hat sich in dieser Klasse daran gewöhnt, dass sich das Steuer nur in der Höhe verstellen lässt oder die Sitzfläche länger sein könnte. Dazu gibt es einen gut bedienbaren Acht-Zoll-Multifunktionsbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts. \"Einige der Ausstattungsdetails haben wir uns vom i20 herübergeholt, \"erläutert Adrian Pere, \"das gilt für Fahrassistenzsysteme wie Assistenten für Notbremsung, Fernlicht, Spurhalten, Tempolimit oder Müdigkeit.\" Das bieten in dieser Klasse bei weiten nicht alle Modelle.

Nichts wirklich Neues gibt es bei den Motoren. Die neue Generation Dreizylinder-Turbos hält erst mit der kommenden Generation des i10 N-Line Einzug, der 100 PS leistet und erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 folgt. So müssen es unverändert der ein Liter große Dreizylinder mit 67 PS und der deutlich bessere 1,2-Liter-Vierzylinder mit 84 PS richten. Unverändert arbeiten beide Triebwerke mit einer manuellen Fünfgang-Handschaltung zusammen, wobei nunmehr beide Antriebe auf Wunsch mit einer fünfstufigen Getriebeautomatik kombiniert werden können. In jedem Fall sollte man sich für das stärkere Triebwerk mit 62 kW / 84 PS entscheiden, denn der Dreizylinder-Einliter ist müde, laut und lustlos. Der 1,2 Liter große Vierzylinder macht den Hyundai i10 nicht nur durch seine 118 Nm maximales Drehmoment bei hohen 4.200 U/min deutlich flotter und das Triebwerk hängt gerade zwischen 2.500 und 3.500 U/min besser am Gas und profitiert von einem Leergewicht unter einer Tonne. Aus dem Stand beschleunigt der Fronttriebler in 12,5 Sekunden auf Tempo 100 und ist 171 km/h schnell.

Die Getriebeautomatik ist nervös und macht nicht nur den Motor träge, sondern drückt auch den Verbrauch mitunter auf inakzeptable 7,5 Liter nach oben. Da schlägt sich die präzise Handschaltung deutlich besser, deren Normverbrauch bei 5,1 Litern startet. Das Fahrwerk ist wohl auch durch die aufgezogenen Räder im Format 195/45 R16 recht stramm und sorgt zusammen mit der steifen Karosserie dafür, dass es in dem koreanischen Kleinwagen recht knackig und etwas unkommod zugeht. Vom 10.990 Euro teuren Hyundai i10 1.0 Pure sollte man die Finger lassen. Kauftipp ist der Hyundai i10 1.2 Trend mit manuellem Fünfgang-Getriebe, der dann jedoch bereits 15.690 Euro kostet, jedoch neben Einparkhilfe, Klimaanlage und Acht-Zoll-Touchscreen inkl. DAB-Radio auch Alufelgen und Sitzheizung bietet.
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Technische Daten
Antrieb:Front
Getriebe:Fünfgang-Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder Saugmotor
Hubraum:1197
Drehmoment:116 Nm bei 4200 UPM
Preis
Neupreis: 15690 € (Stand: 2020-01-16)
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-01-16

Getestete Modelle
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