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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 7. August 2020
Während manche Hersteller dem Kleinwagensegment langsam Adieu sagen, greift Hyundai mit dem i10 an. Die dritte Generation hat im Vergleich zum Vorgänger an Raum zugelegt und bietet neben einigen Assistenten auch eine sportliche N-Ausstattungsversion. Die macht auf Landstraßen Spaß, ist aber für den Stadt-Alltag etwas straff gefedert.

Mit vollen Hosen ist gut stinken, weiß der Volksmund und Jürgen Kellers Beinkleider sind aktuell gut gefüllt. \"Im Juli haben wir im B-SUV Segment mit dem Kona die Marktführerschaft errungen\", strahlte der Hyundai Deutschland-Chef und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: \"Da gibt es in Wolfsburg einen Hersteller, der meinte, diese Position gepachtet zu haben.\" Diese Aussage dürfte dem ehemaligen Opel-Manager besonders viel Freude bereitet haben, da er mit seiner ehemaligen Marke der Kampf gegen den Giganten aus Niedersachsen stets auf verlorenen Posten stand. Mit Hyundai werden die Karten jetzt neu gemischt und die Koreaner geben nicht so schnell klein bei.

Die nächste asiatische Trumpfkarte ist der neue i10. Es stimmt zwar nach wie vor, dass im Kleinwagen-Segment nicht der schnelle Euro zu verdienen ist, aber im harten Kampf um Marktanteile zählt jedes verkaufte Auto und da hat der kleine Koreaner gute Chancen, Geld in die Kassen des asiatischen Importeurs zu spielen. Schließlich verkaufen die Koreaner pro Jahr rund 20.000 dieser Stadtflitzer. Die dritte Generation des Kleinwagens hat alle Chancen, diese Zahl zu übertreffen, schließlich haben die Koreaner einiges in den i10 gepackt: Ein Notbremsassistent und ein aktiver Spurhalteassistent sind ebenso serienmäßig, wie ein Tempomat und eine Lichtautomatik. Das alles für einen Preis von mindestens 10.712,94 Euro für das Basismodell. Wer will, bekommt noch Android Auto, Apple CarPlay, ein Navigationssystem mit acht Zoll Touchscreen und eine Rückfahrkamera dazu.

Ein weiteres wichtiges Argument im Werben um die Autofahrer ist der Platz, und da schneidet der kleine Koreaner, den es nur mit fünf Türen gibt, ebenfalls gut ab. Da der Radstand auf 2.425 Meter angewachsen ist, finden sogar Erwachsene in der zweiten Reihe in dem 3,67 Meter langen Kleinwagen einigermaßen Platz. Dazu kommt ein Kofferraumvolumen von 252 Litern, das auf 1.050 Liter steigt, sobald man die Lehnen der Rückbank umlegt. Dass der Ladeboden eben ist, hilft, lediglich die hohe Ladekante stört ein wenig.

Bei den Motoren hat man die Wahl zwischen einem 49 kW / 67 PS Benziner, einem mit 62 kW / 84 PS und der N-Line Variante mit einem Dreizylindermotor mit 74 kW /100 PS, die sich durch den markanteren Kühlergrill mit roten Elementen und den Lichtstreifen von seinen schwächeren Brüdern unterscheidet. Das ist auch die beste Ausstattungsvariante, wenn es um den Fahrspaß geht. Die 17 Zoll Reifen lassen den Hyundai im Zusammenspiel mit dem Einliter-Triebwerk behände um die Ecken pfeifen und die guten Sitze tragen ihren Teil zum Spaßfahren bei. Allerdings ist die Top-Version aufgrund des strafferen Fahrwerks nur bedingt etwas für die alltäglichen Stadtfahrten über schlechte Straßen. Wer sich diesen Adrenalinkick gönnen will, muss mindestens 18.316,30 Euro hinlegen.

Beim Tageskomfort schneidet der kleinere Bruder mit seinen 62 kW / 84 PS und einem Preis von 17.146,55 Euro für die Ausstattungslinie \"Prime\" besser ab. Die 16 Zoll Pneus helfen beim Abfedern der Bodenunebenheiten und das Fahrwerk ist komfortabler abgestimmt. Allerdings bieten die Sitze weniger Seitenhalt und die Lenkradsäule ist genauso wenig längs verstellbar, wie beim Sportmodell N-Line. Dennoch findet man eine vernünftige Sitzposition. Dem Motor fehlen ein paar Vitamine, zumal er, genauso wie sein kräftigerer Bruder nach Drehzahlen giert, damit man einigermaßen flott vorankommt. Also kommt die Fünfgang-Handschaltung vermehrt zum Einsatz, um dieses Manko zu kompensieren.

Das treibt neben der knurrenden Geräuschkulisse auch den Verbrauch über den von Hyundai angegebenen Wert von 5,8 Litern pro 100 Kilometern nach oben. Wenn man alles aus dem Vierzylinder-Benziner herausholt, erreicht die 1.2 Liter Variante des Hyundai i10 nach 12,6 Sekunden 100 km/h und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h. Die ideale Kombination wäre unserer Ansicht nach, den Motor der i10 N-Ausstattungslinie mit den dazugehörigen Sitzen zu kombinieren und dazu das Fahrwerk der schwächeren Version zu kombinieren. Doch auch beim Autokauf ist es bisweilen so, wie im Rest des Lebens: Man kann nicht alles haben! Immerhin steht der i10 bereits beim Händler.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Fünfgang Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.197
Drehmoment:118 Nm bei 4.200 UPM
Preis
Neupreis: 10.712,94 € (Stand: 2020-08-07)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-08-07

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