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Testbericht

Mario Hommen/SP-X, 6. März 2018

Der Genfer Autosalon öffnet ein weiteres Kapitel im nicht enden wollenden SUV-Boom. Der Markt giert nach vielseitigen Hochbeinern, die Industrie antwortetet mit immer neuen Modellen. Anders als in den vergangenen Jahren spielt der Dieselmotor im SUV-Segment eine untergeordnete Rolle. Diesel-SUV haben in Genf jedenfalls Seltenheitswert.

Groß in Mode sind hingegen Crossover mit E-Antrieb. So stellt Audi mit dem e-tron seine Antwort auf Teslas Model X vor. Noch in diesem Jahr soll das Modell im Q5-Format mit 283 kW/385 PS und 500 Kilometern Reichweite auf den Markt kommen. Während der Audi noch getarnt in Genf gezeigt wird, stellt Jaguar seinem I-Pace hüllenlos vor. Der britische Vollblutstromer ist mit 294 kW/400 PS sowie rund 500 Kilometern ähnlich aufgestellt wie der e-tron; er kostet fast 80.000 Euro.

Ebenfalls im Sommer startet Hyundai in Europa mit Kona Elektro und Nexo mit gleich zwei neuen elektrisch angetriebenen SUV-Modellen. Der kleine Kona wird in zwei Leistungsstufen und zwei Batterievarianten zu haben sein. Wahlweise gibt es 99 kW/135 PS oder 150 KW/204 PS und Batteriepakete, die entweder 300 beziehungsweise 470 Kilometer Reichweite bieten sollen. Preise hat Hyundai noch nicht veröffentlicht, wahrscheinlich liegen sie zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Etwa doppelt so teuer wird der Nexo, der als Besonderheit einen Brennstoffzelle bietet. Hier wird also kein Strom, sondern Wasserstoff getankt.

Neben den rein elektrischen gibt es auch teilelektrische SUV-Neuheiten in Genf. Bentley etwa zeigt seinen Bentayga mit einer Kombination aus Dreiliter-V6 und E-Antrieb, der emissionsfreies Fahren für rund 50 Kilometer erlaubt. Mitsubishi stellt zudem den gelifteten und technisch aufgewerteten Outlander PHEV vor, der neben einem stärkeren Benziner und stärkeren E-Motoren außerdem eine um 15 Prozent größere Batterie bekommen hat, die vermutlich auch höhere rein elektrische Reichweiten erlaubt. Darüber hinaus hat Lexus das neue Kompakt-SUV UX mitgebracht. Der Ersatz für den glücklosen CT 200h tritt mit einem klassischen Toyota -Hybridantrieb mit 131 kW/178 PS oder einem konventionellen Zweiliter-Benziner in Deutschland an.

Einige neue SUV-Modelle lassen in Genf zudem auf eindrucksvolle Weise die Muskeln spielen. Um einen fast schon reinrassigen Sportwagen handelt es sich beim Lamborghini Urus. Sein Biturbo-V8 mit vier Litern Hubraum leistet 478 kW/650 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment, was eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h ermöglicht. Ebenfalls mächtig Power steckt im Mercedes-AMG G 63, der 430 kW/585 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt. Die Sprintzeit des 2,5-Tonners auf 100 km/h liegt bei 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 240 km/h. Mit dem Cupra Ateca zeigt schließlich die neue Performance-Marke von Seat ein 221 kW/300 PS starkes Kompakt-SUV, das den Standardsprint in 5,4 Sekunden absolviert und eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h erreicht.

Neben Hochleistungsvarianten und Elektro-Hochbeinern werden auch ganz klassische SUV-Neuheiten wie der Hyundai Santa Fe präsentiert, der im Sommer mit konventionellen Benzin- und Dieselmotoren antritt und sich vor allem durch eine Vielzahl innovativer Assistenzsysteme auszeichnet. Honda hat zudem die Neuauflage des CR-V in der Euroversion dabei, die überraschenderweise nicht mehr mit Dieselmotor angeboten wird. Stattdessen gibt es einen neuen Hybridantrieb sowie einen kleinen 1,5-Liter-Turbobenziner. Hingucker sind außerdem die Neuauflage des BMW X4 sowie das zweitürige Range Rover SV Coupé. Von letzterem sollen lediglich 999 Exemplare zum Stückpreis von fast 300.000 Euro entstehen. Neben gehobenem Luxus bietet der exklusive Range einen 416 KW/565 PS starken V8-Kompressormotor, mit dem der 2,5-Tonner in 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten und bis maximal 266 km/h schnell werden soll. Schließlich haben noch einigen SUV-Studien den Weg in die Schweiz geschafft.

Skoda gibt mit dem Vision X Ausblick auf ein Fabia-SUV, das in naher Zukunft die Modellpalette ergänzt. Die extrovertierten Leuchten und der Elektro-Erdgasantrieb dürften allerdings kaum den Weg in die Serie schaffen. Wohl noch etwas weiter entfernt von einer Serienproduktion ist das rund 4,50 Meter lange Ssangyong-Konzept e-SIV mit 140 kW/190 PS starkem E-Antrieb, einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h sowie eine Reichweite von 450 Kilometern. Eher will Ssangyon damit zeigen, dass man sich ebenfalls intensiv mit einer sauberen SUV-Zukunft auseinandersetzt.

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Fazit

SUV-Boom und kein Ende: Auch auf dem Genfer Autosalon feiern wieder viele Hochbeiner Premiere. Der in diesem Segment eigentlich übliche Dieselmotor spielt mittlerweile eine äußerst untergeordnete Rolle.

Quelle: Autoplenum, 2018-03-06

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