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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 27. September 2010

Das ist mal ein Himmelfahrtskommando nach unserem Geschmack: Denn gut knapp zwei Jahre vor dem Start sind wir mit den neuen Sky-Motoren von Mazda unterwegs. Die Benziner und Diesel mit dem himmlischen Namen sollen zum Beispiel im Nachfolger des CX-7 und im nächsten Mazda6 ihren Beitrag dazu leisten, dass der Flottenverbrauch der Japaner bis 2015 um 30 Prozent sinkt. Weil ihnen Hybridbausteine oder die Aufladung der Benziner dafür zu aufwendig und teuer waren, haben die Ingenieure in Hiroshima mit viel Hirnschmalz ein paar einfachere aber genauso effektive Lösungen gefunden, die sie ohne nennenswerten Preisaufschlag in Serie bringen werden.

Wo die Konkurrenz auf Downsizing baut und die Hubräume schrumpfen lässt, hält Mazda beim Benziner am Zweiliter-Format fest, baut lieber eine neue Generation von Direkteinspritzung ein, kontrolliert mit variablem Ventiltrieb die Verbrennung und optimiert die innere Reibung – mit Erfolg: Gegenüber den aktuellen Motoren versprechen die Japaner einen Verbrauchsvorteil von bis zu 15 Prozent, auf dass der Benziner von morgen so sparsam werde wie ein Diesel von heute. Für den nächsten Mazda6 haben die Ingenieure deshalb 5,6 Liter und einen CO2-Ausstoß von 130 g/km als Zielvorgabe. Dennoch bleibt der Spaß nicht auf der Strecke – schließlich geht gleichzeitig das Drehmoment um ebenfalls 15 Prozent in die Höhe.

In den aktuellen Prototypen kommt der Motor auf rund 121 kW/165 PS und geht mit 210 Nm zu Werke. Zusammen mit einer ebenfalls neuen, angenehm eng gestuften Sechsgangschaltung macht der Vierzylinder bereits eine ganz ordentliche Figur. Er läuft leise und kultiviert, hängt gut am Gas und bringt den Erlkönig flott in Fahrt. Allerdings ist er noch lange nicht stark genug für die Konkurrenz in der Mittelklasse, die bis weit über 200 PS geht. Das weiß auch Mazda und bereitet weitere Motorvarianten vor: Deshalb wird es kurzfristig einen größeren Benziner geben, der dann ebenfalls eine zwei an erster Stelle der Leistungsangabe haben dürfte. Nach unten rundet ein kleinerer Sky-Motor mit 1,6 Litern Hubraum für Mazda2 und Mazda3 das Angebot ab.

Während der Benziner nur gehobener Durchschnitt ist, fahren die Japaner mit ihrem neuen Diesel ganz weit nach vorne. Er behält die 2,2 Liter Hubraum des aktuellen Selbstzünders, bekommt aber eine weiterentwickelte Piezo-Einspritzung und vor allem einen zweistufigen Lader. Damit kommt er extrem schnell aus dem Drehzahlkeller, hüpft förmlich übers Turboloch und ist flott bei der Sache. Kein Wunder: „Immerhin haben wir in der aktuellen Kalibrierung bereits 175 PS und wichtiger noch: bis zu 420 Nm Drehmoment“, sagt Entwickler Joachim Kunz beim schnellen Tiefflug über die Autobahn. Dabei läuft der Selbstzünder ruhig und leise, ohne dass er emotionslos wäre. Immerhin dreht er bei Vollgas bis knapp über 5.000 Touren. Trotzdem ist der Motor ausgesprochen sparsam: „Wir zielen für den nächsten Mazda6 auf einen CO2-Ausstoß von 105 g/km“, sagt Kunz. Das wären 3,9 Liter und damit weniger, als heute bei einem Mazda2.

Das geht natürlich nicht mit den neuen Motoren alleine. Es gibt dazu auch noch eine neue Generation von Getrieben, mit denen die Automatik erstmals für das Unternehmen auch beim Selbstzünder Einzug hält. Zudem baut Mazda in alle künftigen Sechser unabhängig von Motor und Getriebe eine Stopp-Start-Automatik ein, und außerdem specken die Japaner weiter ab. 100 Kilogramm soll der nächste Mazda6 leichter werden als sein Vorgänger – und das, obwohl die Plattform, die jetzt unter dem Prototypen steckt sogar einen größeren Radstand hat und ein entsprechend gewachsenes Format verspricht.

Die ersten Sky-Motoren debütieren im nächsten Herbst mit dem Nachfolger des Mazda CX-7 auf der IAA in Frankfurt. Doch hat das moderne Himmelfahrtskommando auch seine Schattenseiten: Der aktuelle Mazda6, in diesem Frühjahr gerade erst ein weiteres Mal kosmetisch aufgefrischt, sieht jetzt plötzlich deutlich älter aus.

Downsizing und Aufladung sind nicht die einzige Möglichkeit, um zukünftig sparsam mit Treibstoff umzugehen. Auch Hybride müssen nicht unbedingt sein, meint Mazda und hält dem Hubraum die Treue.

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Fazit
Downsizing und Aufladung sind nicht die einzige Möglichkeit, um zukünftig sparsam mit Treibstoff umzugehen. Auch Hybride müssen nicht unbedingt sein, meint Mazda und hält dem Hubraum die Treue.

Quelle: Autoplenum, 2010-09-27

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