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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 7. Februar 2018

Zuladung, Ladevolumen, Anhängelast, effiziente Motoren und günstige Unterhaltskosten gehören immer noch zu den wichtigsten Kaufkriterien eines Transporters. Doch daneben muss ein modernes Nutzfahrzeug mehr können. Die Einbindung in das Internet der Dinge wird immer wichtiger. Dier im Juni auf den Mark kommende dritte Generation des Mercedes Sprinter will in dieser Hinsicht Vorreiter sein. Neue Vernetzungsdienste sowie moderne Telematik-Angebote sollen die Kunden überzeugen, die Transport- und Mobilitätslösungen der Stuttgarter zu ordern. Diese bündelt das Unternehmen unter dem Begriff „adVANce“. Ziel ist es, den Arbeitsalltag leichter und möglichst papierloser zu gestalten, indem zum Beispiel Fahrer und Flottenmanager jederzeit Zugriff auf Fahrzeugstatus, Fahrzeuglogistik, Wartungs- und Reparaturmanagement oder ein digitales Fahrtenbuch erhalten. Das soll Zeit und Geld sparen helfen.
 
Welchen Stellenwert Mercedes den neuen Technologien beimisst, zeigt die Tatsache, dass zur Markteinführung des Sprinter auch das neue MBUX-Multimediasystem mit einem bis 10,25 Zoll großem Display verfügbar ist. MBUX steht für Mercedes-Benz User Experience und wurde gerade in der neuen A-Klasse vorgestellt. Die Zeiten, dass die Transporterfahrzeuge sich mit älteren Systemen zufriedengeben mussten, sind vorbei.
 
Das MBUX-Multimediasystem ermöglicht die Integration der angebotenen Telematikdienste und ihre einfache Nutzung. So kann zum Beispiel der Flottenmanager direkt die Adresse des nächsten Kunden ins System eingeben. Darüber hinaus funktioniert das System natürlich auch als Infotainment-, Navigations- und Kommunikationszentrale. Die Bedienung erfolgt entweder über ein Touchpad am Lenkrad oder per Touchscreen. Oder man spricht mit MBUX. Die Ansage „Hey, Mercedes“ aktiviert es. Komplizierte oder standardisierte Satzgefüge sind nicht nötig. Aussagen wie „Tank leer“, „Hunger“ oder „Will nach Hause“ reichen. Auf dem Bildschirm tauchen Vorschläge zur nächsten Tankstelle, den in Reichweite liegenden Restaurants oder die gewünschte Heimatadresse auf. Dann die Frage: „Was willst Du als nächstes tun?“ Entscheidet man sich zum Beispiel für das Restaurant C aus der Liste, wird man dorthin navigiert. Bis zu 15 unterschiedliche Nutzer lassen sich in das System integrieren, jeder kann bis zu zwei Telefone (Apple, Android) anmelden. MBUX lernt jeden Nutzer kennen, errechnet aus seinen Gewohnheiten Wahrscheinlichkeiten, wohin er fahren möchte, mit wem er telefonieren mag oder welche Musik oder Radiosender er am liebsten hören will.
 
Neben der klassischen Navigation verfügt MBUX auch über das Adresssystem „what3words“. Es benötigt keine Straßennamen oder Postleitzahlen, sondern nutzt ein Koordinatensystem, das die Erde in 3 Meter Mal 3 Meter große Felder aufteilt und jedem Punkt drei Worte als Adresse zuordnet. Das vereinfacht die Navigation, besonders in Gegenden mit schlechter Infrastruktur. So lassen sich per „what3words“ zum Beispiel Transporter auf Baustellen oder an eine bestimmte Laderampe in einem neuen Industriepark punktgenau navigieren. Paketboten können so leichter eine bestimmte Adresse in unübersichtlichen Wohngegenden finden.
 
Über die Kosten für MBUX im Sprinter schweigt sich Mercedes noch aus. Sie dürften sich aber auf dem Niveau des großen Comand-Navigationssystems der Pkw-Modelle bewegen und daher die schnelle Durchdringung im preissensiblen Nutzfahrzeugsegment verhindern. Für Privatfahrer oder Besitzer von Reisemobilen könnte das System aber interessant sein.

Wenn vernetzt produziert und immer mehr online geordert wird, muss auch die Logistik ins Netz. Beim neuen Sprinter zeigt Mercedes, wie man sich das im Zulieferverkehr vorstellt.

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Fazit
Wenn vernetzt produziert und immer mehr online geordert wird, muss auch die Logistik ins Netz. Beim neuen Sprinter zeigt Mercedes, wie man sich das im Zulieferverkehr vorstellt.

Quelle: Autoplenum, 2018-02-07

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