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Testbericht

Mario Hommen/SP-X, 29. Mai 2018
Was macht das Auto den größten Teil seines Lebens? Richtig, herumstehen! Da wäre es doch praktisch, wenn in dieser Zeit das Heilige Blechle Butler-Funktionen übernimmt, zum Beispiel indem es Supermarkteinkäufe entgegennimmt. Mit Hilfe des allgegenwärtig verfügbaren Internets soll kommendes Jahr allen neuen Mercedes-Fahrzeugen ein umfangreicheres Service-Angebot namens Chark.me mit dieser und anderen Funktionen zur Verfügung stehen. Chark.me ist ein Kunstwort und Abkürzung des Slogans „Change the way you park“, was den Imperativ, seine Parkgewohnheiten zu ändern, beinhaltet. 2016 wurde der Service erdacht und 2017 nach einer Art Daimler-internen „Höhle des Löwen“-Pitch in den Stand eines in den Autokonzern integrierten Start-ups erhoben. Mittlerweile befindet sich das Produkt, das für den Kunden aus einer App besteht, in der Alpha-Testphase. Noch 2018 soll die Beta-Phase und 2019 der offizielle Marktstart folgen. Die Idee ist nicht ganz neu und unter anderem auch schon für Smart- und VW-Kunden mit der Kofferraumzustellung von DHL in ähnlicher Form verfügbar. Für Mercedes-Besitzer wurden einige weitere Möglichkeiten ersonnen, die alle auf der Grundidee basieren: Ein Fahrzeugnutzer erlaubt verschiedenen Service-Partnern Zugang zu seinem Fahrzeug, ohne dafür in der Nähe zu sein. Zu den Chark.me-Partnern gehören zum Beispiel Supermärkte, bei denen man online per Smartphone-App eine Bestellung aufgibt, die ein Lieferservice zum Fahrzeug bringt. Der Bote erhält auf seinem Smartphone eine einmalige Freigabe zur Fahrzeugöffnung in einem definierten Zeitfenster. Kommt er am Fahrzeug an, kann er sich nach einer Sicherheitsprüfung Zugang zum Innenraum verschaffen, um dort zum Beispiel eine Lebensmittel- oder Getränkekiste zu deponieren. Von Öffnung, Anlieferung und Schließung wird der Autobesitzer quasi in Echtzeit informiert, zudem bekommt er Vorher-/Nachher-Fotos. Der Vorteil: Man muss keinen Supermarkt mehr ansteuern und gewinnt somit Zeit. Auch besteht die Möglichkeit, etwa während eines Rückflugs das am Flughafen parkende Auto beladen zu lassen. Nach der Landung kann man vom Airport mit dem Kofferraum voller Lebensmittel direkt nach Hause durchstarten, ohne Umweg über einen Supermarkt, ohne den Termindruck von Öffnungszeiten. Spezielle Kühlboxen schützen sogar Frischwaren vor Hitze. Bis zu 48 Stunden lassen sich Lebensmittel so kühlen, selbst Gefrorenes kann im Kofferraum einige Stunden überdauern. Neben Supermärkten sind noch eine Wäscherei, eine Apotheke und ein Fahrzeugreiniger in der derzeitigen Testphase dabei, der Dienst steht aktuell nur Mercedes-Mitarbeiter in Stuttgart zur Verfügung. Wer möchte, kann sein geparktes Auto, das sowohl in einem Parkhaus als auch auf allen anderen öffentlich zugänglichen Parkräumen stehen darf, außen und innen reinigen lassen, ohne dass dabei das Fahrzeug bewegt werden muss. Auch langes Anstehen in der Wäscherei oder der Apotheke erübrigt sich. Abholung und Anlieferung? Diese Aufgabe lässt sich künftig mit ein paar Bildschirmgesten delegieren. Die Dienstleistungen haben natürlich ihren Preis. Derzeit müssen Lieferungen vom Lebensmittel-Discounter einen Mindestbestellwert von 40 Euro haben. Wenn Chark.me für echte Kunden zur Verfügung steht, wird eine Supermarkt-Lieferung wohl rund fünf Euro kosten. Eine Wäsche für ein kompaktes Auto schlägt mit gut 25 Euro zu Buche. Die Nutzung der App Chark.me wird hingegen kostenlos sein. Neue Autos sind bereits heute stets online und damit über digitale Technik für andere zugänglich. Damit eröffnen sich im Wortsinn viele neue Nutzungsmöglichkeiten. Ob allerdings dem Auto als Service-Hub eine große Karriere bevorsteht, bleibt abzuwarten.Wer vom Einkaufen und dem Anstehen an Kassen genervt ist, kann künftig mit Chark.me viele zeitraubende Tätigkeiten ans Auto delegieren. Mit Hilfe des allgegenwärtigen Internets wird der eigene Pkw zum stillen Butler.
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Fazit
Wer vom Einkaufen und dem Anstehen an Kassen genervt ist, kann künftig mit Chark.me viele zeitraubende Tätigkeiten ans Auto delegieren. Mit Hilfe des allgegenwärtigen Internets wird der eigene Pkw zum stillen Butler.

Quelle: Autoplenum, 2018-05-29

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