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Testbericht

Max Friedhoff/SP-X, 17. Januar 2018

Rund eine halbe Stunde vom Stadtkern Torontos entfernt stehen einige unauffällige Hallen, im kanadischen Winter wirkt das gesamte Gelände wie eins der vielen Unternehmen entlang der ewig langen Straße irgendwo im Nirgendwo. Auch der Parkplatz gibt nicht viel Aufschluss darüber, welche Preziosen hinter den gut gesicherten Türen entstehen: Hier und da ein Mustang, aber das ist in Nordamerika nun auch nichts Ungewöhnliches.

Erst beim Blick hinter die Sicherheitsschleuse wird klar, dass man sich in der jüngsten Produktionsstätte von Multimatic befindet. Hier entsteht in detailverliebter Handarbeit die dritte Generation des Ford GT, 482 kW/656 PS stark und ein direkter Ableger des Rennwagens, der 2016 die legendären 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. Vom Carbon-Chassis, dessen Grundstruktur wie alle seine Anbauteile auch unter diesem Dach produziert werden, bis zur Endabnahme im Schrein-artigen Lichttunnel: Jede Schraube, die am neuen GT gedreht wird, wird hier gedreht.

Rund 130 Mitarbeiter arbeiten hier in einer Schicht, im Schnitt entsteht jeden Tag einer der 1.000 GT, die Ford für die drei bis vier Jahre Produktion anvisiert hat. 30 Tage vergehen in etwa, bis aus einem der in Regalen gelagerten Chassis aus Kohlefaser, Stahl und Aluminium einer der von einem 3,5-Liter-V6 befeuerten Zweisitzer entsteht. Dabei funktioniert die Manufaktur hier in Toronto wie ein „Fließband-Light“. Jeder Mitarbeiter hat seinen festen Aufgabenbereich und die Fahrzeuge wandern jeden Tag von einem Bereich zum nächsten. So ergibt sich ein schönes Bild, wie der Lebenslauf des GT durch die helle Halle rollt. Hier schrauben die Chassis-Jungs gerade den Hilfsrahmen für den Motorraum an, dort heult ein fertiger GT auf dem Rollenprüfstand auf und zeigt, wozu der Turbomotor fähig ist. Dazwischen wird lackiert, poliert, Leder verlegt und Elektronik gecheckt.

Was auffällt, ist die große Vielfalt an Farben, welche die sechs bis sieben fertigen GT hier tragen, schließlich gibt der Konfigurator eigentlich gerade einmal acht verschiedene Lacktöne her. Das Geheimnis verbirgt sich hinter der „Erweiterten Palette“, wie Ford sie nennt. So können potenzielle Kunden, die sich vor dem Kauf erst bei Ford um einen GT bewerben müssen, aus rund 1.700 Farben wählen. Dabei machen die Lackierer genauso wenig vor einem Lamborghini-Grün wie vor einem BMW-Blau halt – geht nicht, gibt’s nicht. Dazu kommen diverse Bremssattel-Variationen, Innenraum-Konfigurationen und Felgen-Versionen. Unter den ersten 100 Fahrzeugen war keines, das einen Doppelgänger hatte.

Von den 250 Autos, die Multimatic für Ford hier jedes Jahr baut, gehen lediglich 50 nach Europa, keine zwanzig nach Deutschland. Doch zumindest müssen sich Käufer, die rund 500.000 Euro für einen GT zahlen, keine Sorgen über eine Abholung hier in Toronto machen. Ist der letzte Quadratzentimeter Leder im Innenraum verlegt und das letzte bisschen Staub vom Lack gewischt, übergibt Multimatic das Fahrzeug an einen Concierge-Service, der das Auto anschließend bis vor die Haustür des Kunden transportiert. In der Produktion wartet gerade ein Chassis für Finnland auf seinen Motor: Egal, wie kalt dort gerade der Winter sein mag, der GT wird wohlbehalten dort ankommen und es einem Kunden sehr warm ums Herz machen.

Die dritte Generation des Ford GT ist mehr Renn- als Straßenauto und auch die Produktion des Supersportlers ist nicht ganz gewöhnlich. Wir besichtigen die Manufaktur in der Nähe von Toronto.

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Fazit
Die dritte Generation des Ford GT ist mehr Renn- als Straßenauto und auch die Produktion des Supersportlers ist nicht ganz gewöhnlich. Wir besichtigen die Manufaktur in der Nähe von Toronto.

Quelle: Autoplenum, 2018-01-17

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