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Testbericht

Michael Gebhardt/SP-X, 3. Juli 2019
SP-X/Paris. Mit jeweils mehr als 18.000 verkauften Einheiten sind Renault Clio und Captur in Deutschland die Bestseller des französischen Autobauers. Gemeinsam machen die Technik-Geschwister über ein Drittel des Umsatzes aus, wobei das Mini-SUV zuletzt die Nase sogar knapp vorne hatte. Damit das Erfolgsduo nichts an Beliebtheit einbüßt, hat Renault zu einer Rundum-Erneuerung ausgeholt: Erst kürzlich wurde der neue Clio präsentiert, jetzt folgt die Hochbein-Version. Beim Händler steht der neue Captur, der mit einer höheren, SUV-igeren Front, auffälligen, C-förmigen Scheinwerfern und ähnlich gestalteten Rückleuchten um einiges bulliger auftritt als bisher, ab Herbst. Die Preise sind derzeit noch nicht bekannt, aktuell startet das SUV bei 16.500 Euro.Zwar bleibt der Captur, der zu einhundert Prozent neu entwickelt wurde, dem Klein-SUV-Segment treu und tritt weiterhin gegen Seat Ateca, Hyundai Kona, VW T-Cross oder Mazda CX-3 an, doch wächst der Franzose um stolze elf Zentimeter auf jetzt 4,23 Meter. Deutlich geringer fällt das Plus beim Radstand aus, der nur um zwei Zentimeter zulegt – dementsprechend bleiben auch die Innenraummaße weitgehend auf dem bisherigen Niveau. Merklich zugelegt hat der Kofferraum, er schluckt zukünftig 536 statt bisher 455 Liter. Das Stauvolumen lässt sich über die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank feinjustieren, und unter dem höhenverstellbaren Ladeboden kann man auch noch etwas unterbringen. Größer geworden sind auch die Sitze, die zudem besser konturiert sind und deutlich mehr Komfort auf der Langstrecke bieten sollen. Für ein wohnlicheres Ambiente sorgt das komplett neue Cockpit, das sich am Clio orientiert und von einem großen, hochkant montierten Touchscreen dominiert wird; zumindest in der Top-Version macht sich dort ein 9,3-Zoll-Display breit. Die Basis startet mit einem 7-Zoll-System, das ohne Navigationsfunktion kommt, dafür aber schon nahtlos mit Apple- und Android-Smartphones zusammenarbeitet. Ein weiterer Hingucker im Innenraum: Die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den futuristischen Ausleger gibt es allerdings nur zusammen mit dem elektronischen Automatikwählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe.Der Siebengang-Doppelkuppler ist beim 114 kW/155 PS starken Top-Benziner Serie, die 96-kW/130-PS-Version des 1,3-Liter-Vierzylinders ist optional damit ausrüstbar; ab Werk verwendet Renault ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Sogar mit nur fünf Gängen fährt der neue Ein-Liter-Dreizylinder vor, der es im Captur auf 100 Turbo-PS (74 kW) bringt und gegenüber dem bisherigen Basis-Aggregat zehn PS und 20 Newtonmeter (jetzt 160 Nm) mehr leistet; er kann optional auch mit Flüssiggas (LPG) betrieben werden. Auf die schwächeren Saug-Versionen des Dreizylinders, die im Clio erhältlich sind, verzichtet Renault bei seinem Mini-SUV. Keinesfalls verzichten wollen die Franzosen dagegen auf Diesel-Antriebe: Der 1,5-Liter-Vierzylinder ist wahlweise mit 70 kW/95 PS oder 85 kW/115 PS erhältlich; die stärkere Version kann ebenfalls mit Doppelkupplungs-Getriebe geordert werden.Wie sein Technik-Spender Clio, profitiert auch der Captur von der neuen CMF-B-Plattform. Die bietet zwar immer noch keinen Allradantrieb für das SUV, ist dafür aber leichter und erlaubt mit ihrer verbesserten Elektronik-Architektur auch den Einsatz neuer, meistens allerdings aufpreispflichtiger Assistenzsysteme: Abstands-Tempomat mit Stauassistent, Tempolimit-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Notbremsfunktion, 360-Grad-Kamera, Einpark-Assistent oder Querverkehrswarner sind im Klein-SUV-Segment längst keine Selbstverständlichkeit.   In Sachen Elektrik rüstet Renault auch beim Antrieb auf: Ab 2020 steht der Captur auch als Plug-in-Hybrid zur Verfügung. Der kombiniert einen 67 kW/90 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einem 53-kW-E-Motor und einem zusätzlichen, integrierten Starter-Generator (ISG), der direkt an der Kurbelwelle angreift. Die Systemleistung soll bei 118 kW/160 PS liegen, die rein elektrische Reichweite beziffert Renault auf im Normmittel 45 Kilometer, im City-Betrieb soll der Doppelherz-Captur sogar 65 Kilometer schaffen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Der Stromspeicher hat eine Kapazität von 9,8 Kilowattstunden, dürfte sich also einer 3,6-kW-Ladestation in weniger als drei Stunden aufladen lassen.Renault legt sein Klein-SUV Captur neu auf. Die zweite Generation des hochbeinigen Clio-Ablegers ist um mehr als zehn Zentimeter gewachsen und tritt deutlich bulliger auf als bisher. Ab 2020 fährt das SUV außerdem auch als Plug-in-Hybrid vor. 
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Fazit
Renault legt sein Klein-SUV Captur neu auf. Die zweite Generation des hochbeinigen Clio-Ablegers ist um mehr als zehn Zentimeter gewachsen und tritt deutlich bulliger auf als bisher. Ab 2020 fährt das SUV außerdem auch als Plug-in-Hybrid vor. 

Quelle: Autoplenum, 2019-07-03

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