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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 13. August 2013

Ausladende Heckflossen und proto-barocker Chrom-Flitter gehören bei Cadillac längst der Vergangenheit an. Die US-Marke musste sich zuletzt neu erfinden, weil die angestammte Kundschaft längst auf die Edel-Karossen deutscher und japanischer Hersteller umgestiegen waren. Kein Wunder also, dass der im letzten Sommer eingeführte XTS vergleichsweise nüchtern wirkt.

Nicht nur das Design ist viel klarer und kantiger, als man es von einem amerikanischen Straßenkreuzer erwarten würde, auch im Format hat sich die vornehme GM-Tochter buchstäblich zurückgenommen: Mit 5,13 Metern fällt der XTS sogar kürzer aus als ein BMW Siebener oder eine Mercedes S-Klasse - nicht nur, weil unter dem Cadillac die gestreckte Plattform des Opel Insignia steckt. Und trotzdem ist er aktuell die größte und vornehmste Limousine, die man bei einer US-Marke kaufen kann.

Der XTS will nicht wirklich vornehm sein, eher maßgeschneidert als überbordend wirken, technisch mit den Europäern mithalten und auch auf der Straße eine gewisse Bestimmtheit bieten. Wenn man ältere Luxuslimousinen von Cadillac kennt, haben die Amerikaner dieses Ziel tatsächlich erreicht.
Doch bei aller neu entdeckten Gründlichkeit hält der XTS dem Vergleich mit den Luxuslinern aus Deutschland oder Japan nicht Stand. Die Materialauswahl wirkt dann doch zu billig, die Verarbeitung zu nachlässig und vor allem die Technik nicht weit genug entwickelt. Denn auch wenn es gegen Aufpreis eine Abstandsregelung oder eine Spurführungshilfe gibt, ist Cadillac bei den Assistenzsystemen noch mindestens eine Generation zurück.
 
Beim Fahren kommt zudem echtes Ami-Feeling auf. Das Fahrwerk ist betont komfortabel ausgelegt, denn die Kundschaft mag es beim Autofahren eben gerne butterweich. Dazu passt auch die Lenkung, die wie gemacht ist für die endlosen schnurgeraden Highways, bei beherzter Gangart aber zu wenig verbindlich wirkt.

Geändert hat sich aber der Antrieb. Wo früher die typischen V8-Motoren bollerten, findet sich nun ein Sechszylinder mit 3,6 Litern und 223 kW/304 PS, der an eine eher gemütliche Sechsgang-Automatik gekoppelt ist. Die Fahrleistungen sind zwar im Grunde ordentlich, für ein Oberklassefahrzeug aber doch etwas mau. Der Sprint von null auf 100 km/h benötigt 6,5 Sekunden, die Maximalgeschwindigkeit ist bei 210 km/h erreicht. Wer es schneller mag, muss auf die bereits angekündigte Doppelturbo-Variante mit stolzen 301 kW/410 PS warten.
 
Der Zuschnitt mag europäisch sein und der Motor auch. Doch mehr noch als das Fahrverhalten ist vor allem der Preis typisch amerikanisch. Denn wie so viele US-Autos ist der XTS ein echtes Schnäppchen. In der Basisversion gibt es ihn schon ab 44.075 Dollar, das sind rund 10.000 Dollar weniger als Mercedes für eine E-Klasse verlangt. Einen Preis in Euro gibt es nicht. Weder Cadillac noch große Importeure bieten das Flaggschiff hier an.

Elvis fuhr einen, der Boxer Sugar Ray Robinson ebenfalls und US-Präsident Barack Obama sowieso: Cadillac ist in den USA die klassischste unter den Luxusmarken. Warum die großen Limousinen besser in den USA bleiben, klärt ein Blick auf das neue Flaggschiff XTS.

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Fazit
Elvis fuhr einen, der Boxer Sugar Ray Robinson ebenfalls und US-Präsident Barack Obama sowieso: Cadillac ist in den USA die klassischste unter den Luxusmarken. Warum die großen Limousinen besser in den USA bleiben, klärt ein Blick auf das neue Flaggschiff XTS.

Quelle: Autoplenum, 2013-08-13

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