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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 5. Februar 2014

Aufregendes Design, überirdisch starke Motoren oder nie erlebte Fahreigenschaften: Kleinstserienhersteller werben gerne überschwänglich für ihre Sport- und Luxuswagenpläne. Nach einem kurzen Feuerwerk der Aufmerksamkeit verschwindet das angekündigte Über-Auto dann schnell in der Versenkung. Ob das Geld ausgegangen ist oder der Elan der Entwickler versiegte, ist dann kaum mehr festzustellen.

Da überrascht es fast, dass der Vygor Opera offenbar nicht kleinzukriegen ist. Der Crossover mit Elementen von SUV und Coupé hatte mit seinem bizarren Design vor rund zwei Jahren kurz für Kopfschütteln und erschreckt aufgerissene Augen – aber eben auch für eine Menge Aufmerksamkeit - gesorgt. Auf Anhieb schaffte es der Opera, in zahlreichen Auflistungen der „Hässlichsten Autos der Welt“ auf die vorderen Ränge. Niemand hätte damals wohl gedacht, dass jemand auf die Idee kommen könnte, ein solches Auto zu bauen, geschweige denn zu kaufen.  

Doch nun soll die große Oper des schlechten Geschmacks laut seiner Entwickler tatsächlich kurz vor der Uraufführung stehen. Allerdings … ein bisschen Geld fehlt den Norditalienern noch, weshalb sie auf der italienischen Online-Crowdfunding-Plattform „Eppela“ nun um Spenden werben. Insgesamt 25.000 Euro seien noch nötig, um den Innenraum des Autos zur anstehenden Präsentation perfekt hinzubekommen, heißt es.

Wie beim Crowdfunding im Internet üblich sollen möglichst viele Leute spenden, gerne auch kleine Summen – mindestens aber 2 Euro. Wer den zehnfachen Betrag überweist, erhält als Gegenleistung einen Schlüsselanhänger, für 40 Euro gibt es eine Kappe, für 250 Euro eine Einladung zur Fahrzeugpräsentation im Mai in der Toskana inklusive Abendessen. Wer 400 Euro übrig hat, kann seinen Namen auf einer Plakette eingravieren lassen, die in allen Autos montiert wird. Wer jetzt zum Scheckbuch greift, sollte das Geld aber auch wirklich übrig haben. Denn eine Garantie, dass ein Projekt auch umgesetzt wird, gibt es beim Crowdfunding nicht. Im Zweifel muss man die Spende dann juristisch zurückfordern.

Im Vergleich mit dem avisierten Verkaufspreis des Vygor Opera sind die Crowdfunding-Spenden aber Peanuts. Knapp 170.000 Euro soll das Auto kosten. Damit das auch wirklich jemand bereit ist auszugeben, haben die Entwickler den Opera gegenüber den ersten Entwürfen noch einmal kräftig geglättet. Vor allem die Front kommt jetzt offenbar deutlich weniger bizarr daher, auch wenn es noch keine Fotos vom letztendlichen Design gibt. Die aktuellsten Fotos sind knapp zwei Jahre alt, zeigen aber wohl die Grundzüge des Autos.

Wo das erste Vorserienmodell noch mit stoßzahnartigen Ziersträngen am Kühlergrill schockierte, wirkt das zweite Gesicht nun fast schon konventionell. Der große lächelnde Lufteinlass könnte auch ein japanisches Brot-und-Butter-Modell aus den 90er-Jahren zieren. Die restliche Karosserie bleibt aber der kruden Mischung des Prototypen treu. Prinzipiell folgt der Zweitürer der klassischen Coupélinie, setzt das schnittige Blech aber auf einen hochbeinigen Unterbau im SUV-Stil. Garniert wird das Ganze mit barockem Zierrat wie goldenen Felgen und vertikal angeordneten Auspuff-Endrohren. Die geneigte Kundschaft kann zudem unter einer Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten außen und innen wählen.

Dank Leichtbautechnik mit hochfesten Stählen und Verbundmaterialien soll der 4,86 Meter lange Allrader lediglich 1.580 Kilogramm auf die Waage bringen. Der von Mitsubishi zugekaufte, aber kräftig hochgetunte 2,0-Liter-Turbomotor, dürfte schon in der 221 kW/300 PS starken Basisversion leichtes Spiel haben. Wer mehr Leistung wünscht, kann die Ausbaustufen mit 257 kW/350 PS und 309 kW/420 PS wählen. So wird der Opera bis zu 260 km/h schnell, den Standardsprint auf Tempo 100 absolviert er in 4,9 Sekunden.

Ob man das Auto aber jemals auf der Straße sehen wird, bleibt abzuwarten. Bislang registriert die Crowdfunding-Seite nur drei Spender mit einem Beitrag von insgesamt 32 Euro.

Bei Computerspielen, Filmen und Unterhaltungselektronik hat sich das sogenannte Crowdfunding bereits etabliert. Nun will eine italienische Automanufaktur auf diesem Weg Spenden für die letzten Entwicklungsschritte eines bizarren Sportwagens sammeln – die aufgerufene Summe ist immerhin relativ bescheiden.

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Fazit
Bei Computerspielen, Filmen und Unterhaltungselektronik hat sich das sogenannte Crowdfunding bereits etabliert. Nun will eine italienische Automanufaktur auf diesem Weg Spenden für die letzten Entwicklungsschritte eines bizarren Sportwagens sammeln – die aufgerufene Summe ist immerhin relativ bescheiden.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2014-02-05

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