Forschungsunion will vernetzen - Hand in Hand
Testbericht
Vorbei sind die Zeiten, in denen die einzelnen Verkehrsmittel erbittert gegeneinander kämpften. Die Forschungsunion will gerade in Sachen Mobilität die Wege für kombinierte Konzepte ebnen.
Autohersteller kämpfen gegen die Bahn und die Bahn gegen die Flugzeuge - das war einmal. "Wir brauchen eine Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern", unterstreicht Dr. Volker Kiefer, bei der Deutsche Bahn AG verantwortlich für Technik und Infrastruktur, "internetbasierte Projekte. Das ist die Zukunft." Bei den großen Verkehrsmitteln soll sich in den nächsten Jahren alles um ein modernes Mobilitätsmanagement und ein freundliches Miteinander drehen. Mehr und mehr wird es nach Ansicht der Forschungsunion nicht um den Besitz, sondern um die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln gehen. Da können verschiedene Verkehrsmittel ohne Probleme nebeneinander und miteinander bestehen. "Ohne entsprechende Schaufensterprojekte geht nichts", unterstreicht auch Dr. Thomas Weber, Entwicklungsvorstand bei Daimler. Doch nicht nur Bahngesellschaften und Autohersteller wollen in den nächsten Jahren große Fortschritte machen. Auch die Fluggesellschaften und Flugzeughersteller sehen große Potenziale.
"Für Strecken über 1.500 Kilometer gibt es keine Alternative zum Flugzeug und auch auf vielen kürzeren Strecken ist das interessant", sagt Dr. Lutz Bertling, Präsident des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie, "wir brauchen neue, noch effizientere Triebwerke, elektrische Hilfssysteme am Boden und insbesondere ein besseres Management des Luftraums. Hier ist an den nationalen Grenzen bisher oft Ende." Langfristig können sich Hersteller von Fluggeräten ebenso wie der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie unbemannte Flüge oder das energiesparende Fliegen in einem Flugzeugschwarm vorstellen. 30 bis 40 Prozent des Fluglärms sollen in den nächsten Jahren eingespart werden können. Leichtere Flugzeuge und die Verwendung von Hightech-Materialien soll mehr Effizienz bringen. Entwicklungen von neuen Materialien könnten zwischen den einzelnen Verkehrsträgern ausgetauscht werden. Diese Skalierbarkeit könnte zwischen Auto- und Flugzeugherstellern oder auch Zugproduzenten die Kosten signifikant senken.
Auch die Deutsche Bahn will sich für die kommenden Jahr und einen entsprechenden Wettbewerb fit machen. "Keiner liest heute mehr einen Fahrplan", räumt Dr. Volker Kiefer ein, "das läuft heute fast alles über Smartphones und das Internet. Wir müssen dafür sorgen, dass es Echtzeit-Informationen gibt. Nur über Störungen informieren, reicht da nicht. Es muss auch Alternativen geben." Zudem soll der Anteil der dieselhydraulischen Lokomotiven zurückgefahren werden. Wo keine Oberleitung verfügbar ist, wäre zum Beispiel der Einsatz eines Tenders mit Akkumodul denkbar.
Ein Problem haben die verschiedenen Verkehrsträger allesamt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. "Wir brauchen einen Gesetzgeber, der mit spielt", fordert Dr. Thomas Weber, "man denke nur an das autonome Autofahren. Länder wie die USA schaffen hier die Rahmenbedingungen, die wir brauchen." Wenn sich dies nicht ändere, könnten Entwicklungen - quer über alle Verkehrsträger - nach Ansicht von Weber ins Ausland verlagern. "Das Öl der Zukunft sind die Daten. Es geht um Daten, Daten und die Qualität der Daten."





























