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Testbericht

Stefan Grundhoff, 2. März 2010
Darf Seat diesen Polo-Killer wirklich bauen? Auf dem Genfer Salon zeigen die Spanier die zackige Studie für einen Ibiza-Nachfolger, die auf Kopf und Herz der designorientierten Kundschaft zielt.

Seat gilt gemeinhin als Designkönig im umtriebigen VW-Konzern. Immer wieder zeigten die Spanier auf Messen automobile Schönheiten - und werden immer wieder bei der Umsetzung der Konzepte ausgebremst. Auf dem Genfer Salon darf der iberische VW-Ableger wieder einmal zeigen, was er am Besten kann: sehenswerte Kompaktsportler für eine junge Kundschaft.

Die 3,78 Meter lange und nur 1,22 Meter hohe Studie mit dem wenig emotionalen Namen "Ibe" lässt hauseigene Konkurrenzmodelle wie den VW Polo oder einen Audi A1 vergessen. Flache Front, große Türen, langer Radstand und kurze Überhänge – das sind neben dem kernigen Hinterteil die visuellen Lockmittel, mit denen sich der Ibe präsentiert.

Dabei rollt der imaginäre Ibiza-Nachfolger auf schmalen 175er-Reifen mit 19 Zoll großen Felgen, um den Rollwiderstand zu senken. Sein Blick aus LED-Augen ist stechend. "Der Ibe ist eine Art konzentrierter genetischer Pool für unsere nächsten Fahrzeuggenerationen. Er wird all unsere Modelle eindeutig prägen", sagt Seat-Chefdesinger Luc Donckerwolke. "Und er ist ein Versprechen für die Zukunft des Automobils: Auch mit Elektroantrieb werden wir Freude am Design und Spaß am Fahren haben."

Auch die Technik des Ibe soll Seat in ein neues Zeitalter bringen. So verfügt der Spanier über einen reinen Elektroantrieb. Der sitzt zusammen mit der Leistungselektronik unter der flachen Fronthaube, die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 18 kWh ist im knackigen Heck des 2+2-Sitzers platziert. Der E-Motor leistet 75 kW/102 PS und ein maximales Drehmoment von 200 Nm. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der eine Tonne schwere Ibe in 9,4 Sekunden. Für den Dauerbetrieb wurde die Motorleistung auf 50 kW/68 PS begrenzt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Über die Reichweite schweigen sich die Spanier noch aus. "Mit dem Ibe zeigen wir, dass für Seat Elektromobilität immer mit exzellentem Design und hohem Fahrspaß verbunden sein wird", unterstreicht Seat-Präsident James Muir. "Der Ibe steht in bester Tradition, jeweils das frechste und jüngste Auto im Wettbewerb anzubieten."

Bleibt abzuwarten, ob er eine Chance als Serienmodell bekommt. Darüber entscheidet nicht zuletzt das Premieren-Publikum in Genf.
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Quelle: Autoplenum, 2010-03-02

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