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Testbericht

Stefan Grundhoff, 5. September 2008
Auf dem Pariser Salon zeigt Mazda im Oktober die Studie eines neuen Kleinwagens. Sein Name: Kiyora. Er ist 900 Kilogramm leicht und soll eine Insel der Ruhe im turbulenten Straßenverkehr der Städte sein.

Wenn der Mazda Kiyora am 2. Oktober auf dem Pariser Automobilsalon seine Weltpremiere feiert, dann hat der kleine Bruder des Mazda2 bewegte Monate hinter sich. Die Planungen für den Öko-Zoom-Zoom starteten im Februar 2008. Kreiert wurde die viersitzige Kleinwagenstudie in den Mazda Designstudios in Oberursel bei Frankfurt und Irvine bei Los Angeles. Da in Oberursel nur eine Modell-Fräsmaschine für den Maßstab 1:2,5 verfügbar ist, wurde das große Tonmodell im kalifornischen Irvine von einer Computerfräse ausgeschnitten und fertig bearbeitet. Von hier gingen die Daten an das externe Studio "Artwear", die das Messemodell des Kiyora derzeit fertigstellen und für die Messe vorbereiten. "Artwear" sitzt in Paris. Daher gibt es kurze Wege zum Pariser Salon.

Fest steht: Er kommt - doch so wie er da steht, wird er nicht in Serie gehen. Der 3,74 Meter lange und 1,34 Meter hohe Kiyore soll einen ökologischen Ausblick auf ein neues Kleinwagenzeitalter im Hause Mazda geben. "Kiyora" steht im Japanischen für Begriffe wie "Reinheit" oder "Sauberkeit". Mit ihm will Mazda zukünftig Jagd auf die neue Kleinwagenarmada von Mini, VW Up, Toyota iQ oder Smart machen. "Paris ist der richtige Ort, um dieses Auto zu zeigen", sagt Mazda-Designer Peter Birdwistle. Das Design orientiert sich stark an der bekannten Nagare-Linie, die bereits die letzten Mazda-Studien dominierte. Nagare – das heißt Designelemente aus der Natur mit fließenden Formen aus Wasser und Sand.

Der Mazda Kiyora soll ein überdimensionaler Filter zum umgebenden Straßenverkehr und der lauten und oftmals hektischen Umwelt sein. Die Sitze sind aus ebenso weichem wie strapazierfähigem Spezialstoff. Zwei Plätze vorn sind immer vorhanden - die beiden Rücksitze können entweder von der einen Seite als Kofferraum oder von der anderen Seite als Sitzplätze genutzt werden.

Im Innenraum gibt es Liquid-Kristall-Displays, bei denen man Anzeigen und Bedienmodule manuell verschieben kann. Es gibt einen futuristischen Luftfilter und ein Regenwasserfiltersystem, von dem das gereinigte Dachwasser direkt in eine Trinkflasche läuft. "So etwas ist auch in der Serie durchaus denkbar", erzählt Birdwistle. Der Baustoff Glas gehört beim Kiyora der Vergangenheit an. "Glas ist einfach zu schwer. Daher haben wir alle Scheiben aus hochfestem und durchsichtigem Polycarbon gefertigt", sagt Birdwistle: "Das ist deutlich leichter." Der Kiyora wiegt dank seinem Kohlefaserrahmen und zahlreichen Leichtbaumaßnahmen gerade mal 900 Kilogramm. Unter der Motorhaube gibt sich der Kiyora realitätsnah: Für den Antrieb sorgt ein Vierzylinder-Benziner der nächsten Mazda-Generation mit effizientem Stadt-Stopp-System. Fest steht: Der Mazda Kiyora wird einer der Stars des Pariser Autosalons werden. Wenn er auf dem Messestand dann alle Blicke auf sich zieht, wird er vier Monate Bauzeit an drei Standorten hinter sich und einen Wert von mindestens 1,5 Millionen Euro haben. Dass einer wie der Kiyora bei Mazda kommen wird, steht außer Frage. Peter Birdwistle: "Doch über die Produktion selbst ist noch nicht entschieden."
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Quelle: Autoplenum, 2008-09-05

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