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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 3. Oktober 2014
Genug Platz für die Rasselbande und das Gepäck für den Zwei-Wochen-Urlaub in einem Auto? Das klappt nur mit Vans, die wegen dieser Vielseitigkeit bei Familien nach wie vor hoch im Kurs stehen. Auf der Pariser Autoshow gab es einige Neuigkeiten zu bewundern.

Beim Renault Espace ist der Name Programm. Seit 30 Jahren sorgt der geräumige Franzose für Reisekomfort. Pünktlich zum Geburtstag soll jetzt die fünfte Generation des Familienvans an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Optisch bricht der Franzose allerdings mit seinen etwas biederen Ahnen und mutiert zum Crossover. Sichtbare Zeichen sind der Unterbodenschutz, die höhere Bodenfreiheit und eine schnittige Front mit dem Renault-Rhombus. Die Scheinwerfer sind in den auffälligen Kühlergrill integriert und die Motorhaube mit deutlich sichtbaren Falzen geht in eine vantypisch schrägstehende Windschutzscheibe über. Bei aller Rustikalität bricht der Espace nicht mit der Tradition was die Variabilität angeht. Das neue modulare Sitzkonzept lässt verschiedene Konfigurationen zu: Standardmäßig hat der Espace fünf Stühle, auf Wunsch können sieben Plätze daraus werden. Auf Knopfdruck verschwinden die beiden Extra-Sitze im Boden. Natürlich spielt der Raum nach wie vor eine wichtige Rolle: Die scheinbar freischwebenden Mittelkonsole sorgt für angenehmes Ambiente, ebenso wie das optionale Panorama-Glasdach.

Ford will das Feld bei den Vans nicht kampflos räumen und hat ein schlagkräftiges Trio bestehend aus C-Max, Grand C-Max sowie den S-Max im Gepäck. Letzterer feiert in Paris seine Weltpremiere. Alle drei tragen jetzt das typische Ford Familiengesicht mit dem trapezförmigen Kühlergrill. Bei der zweiten Generation des S-Max haben die Ford-Techniker vor allem den Innenraum im Visier gehabt. Die Materialen sind wertiger als bisher und die Bedienung vereinfacht. Vor allem die Anordnung der Tasten rund um den Acht-Zoll-Infotainment-Bildschirm wurde durch die Interieur-Designer deutlich entschlackt. Mit der neuen Anmutung rüstet der S-Max auch technologisch auf: Massagesitze Verkehrszeichenerkennung und die Plätze der zweiten und dritten Reihe lassen sich per Knopfdruck zusammenklappen. Insgesamt sind so bis zu 32 verschiedene Anordnungen des Gestühls möglich.

Die adaptive Lenkung soll direkter ansprechen und neue zeitgemäße Assistenzsysteme, wie eine Verkehrszeichenerkennung, das blendfreie LED-Licht und ein Notbremsassistent bringen den S-Max mit der Konkurrenz auf Augenhöhe. Alle Motoren erreichen Euro 6 und haben, wie es momentan en vogue ist, Direkteinspritzung und Turbo-Aufladung. Die Bandbreite der Dieselaggregate reicht von 120 PS bis 180 PS, dann auch mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe. Nach gleichem Muster ging die Überarbeitung des Ford C-Max über die Bühne. Einige der Assistenzsysteme wurden übernommen. Beim S-Max debütiert der neue 1,5-Liter-EcoBoost-Vierzylinder mit 160 PS, beim C-Max gibt es Zwei-Leistungsstufen des Aggregates - 150 PS und 182 PS. Beim neuen Bediensystem Sync 2 ist die Sprachsteuerung deutlich verbessert. Die akustischen Befehle, egal ob es sich um die Navigation oder die Regelung der Klimaanlage dreht, sollen zuverlässig umgesetzt werden. Anfang des nächsten Jahres wird der C-Max zu vergleichbaren Preisen, wie das aktuelle Modell beim Händler stehen. Beim S-Max kann es einige Monate länger dauern, bis der Van zu haben ist.

Ein neuer Kühlergrill signalisiert auch beim Kia Venga äußerlich die Modellpflege. Der Kompaktvan reckt jetzt ebenso stolz die Kia-Tigernase in den Fahrtwind, wie die Markenbrüder. Das Heck zieren neue LED-Leuchten, die durch eine Chromleiste verbunden sind. Neu im Ausstattungskatalog sind ein elektrisch beheizbares Lenkrad und ein verbessertes Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Monitor. Diese Features sind von der restlichen Kia-Modellpalette bekannt. Unverändert bleiben die Proportionen des 4,07 Meter langen Koreaners und damit auch der Radstand von 2,62 Meter. In Kombination mit der um 13 Zentimeter verschiebbaren Rückbank garantiert das viel Platz für die Insassen.

Was Kia und Ford recht ist, ist Mercedes nur billig. Auch bei der B-Klasse verrät die neue Front die Modellpflege. Der Kühlergrill hat zwei Lamellen und die Scheinwerfer das mittlerweile charakteristische Tagfahrlicht. Im Innenraum gibt es Verbesserungen im Detail. Der freistehende tabletähnliche Monitor hat nun eine Bildschirmdiagonale von acht Zoll. Die B-Klasse ist auch noch mehr vernetzt als bisher: Connect me regelt jetzt das Unfall-, Wartungs- und Pannenmanagement. Bei den Assistenzsystemen haben die Schwaben ebenfalls nachgelegt: Der Collision Prevention Assist Plus, leitet jetzt Teilbremsungen autonom ein. Die Motorenpalette umfasst vier Diesel und vier Benziner. Die PS-Spanne reicht von 90 PS (B 160 CDI) bis zu 211 PS (B 250). Die überarbeitete Mercedes B-Klasse kommt Ende November für Preise ab 27.100 Euro in den Handel.
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Quelle: Autoplenum, 2014-10-03

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