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Testbericht

Jürgen Wolff, 20. August 2019
Der \"Bulli\" von Volkswagen ist seit knapp 70 Jahren auf dem Markt, inzwischen in der sechsten Generation. Nun gibt es ein Facelift des Allrounders.

Seit der Käfer im VW-Programm nicht mehr läuft und läuft und läuft sind die T-Transporter die dienstälteste Modellreihe bei Volkswagen. Was mit dem legendären T1 1950 begann, ist mittlerweile beim T6 angelangt. VW selbst spricht von ihm ganz unbescheiden als \"Bauhaus auf Rädern, seit sechs Generationen eine Ikone\". Von der ursprünglichen Knuddeligkeit des \"Bulli\" allerdings ist mit dem kantigen T3 spätestens seit 1979 nicht mehr viel übrig, 1990 verabschiedete sich VW dann auch vom Heckmotor. Seit 2015 ist der T6 auf dem Markt, damals eigentlich weniger ein komplett neues Modell, denn ein kräftiges Facelift des T5. Nun also bekommt das Facelift ein Facelift - und die Modellbezeichnung 6.1. Ein Update, keine ganz neue Version.

Von außen erkennbar ist der upgedatete VW-Bus vor allem am überarbeiteten Design des neuen, deutlich in die Breite gewachsenen und mit zwei verchromten Querstangen verzierten Kühlergrills und am aktualisierten Design der vorderen Stoßfänger. Die Scheinwerfer sind etwas flacher geworden und haben jetzt die VW-Leuchtsignatur.

Deutlich mehr Hand angelegt haben die VW-Ingenieure im weiter aufgeräumten Innenraum: weniger Knöpfe, mehr Übersichtlichkeit, mehr und größere Ablagen sowie ein steileres Armaturenbrett. Das komplett überarbeitete und auf Wunsch digitale Cockpit bietet nun neben den beiden Rundinstrumenten für Drehzahl und Geschwindigkeit auch eine digitale Multifunktionsanzeige mit den wichtigsten Fahr- und Fahrzeugdaten. In der Basisversion muss man mit analogen Drehinstrumenten Vorlieb nehmen. Mit dem optionalen Infotainmentsystem MIB3, das aus dem Passat stammt, ist der neue VW-Bus über eine eigene eSIM-Karte permanent online. So können bei Bedarf zum Beispiel Systemupdates einfach heruntergeladen und diverse Onlinedienste genutzt werden. Unter dem Label \"We Connect\" bietet VW selbst eine Reihe solcher Dienste an, bis hin zum Fuhrparkmanagement. Der zentrale Bildschirm ist größer geworden und lässt sich vor allem während der Fahrt besser bedienen.

Die emotionale Qualität des T6-Innenraums hängt weitgehend ab von Ausstattungspaketen und - vor allem - Verwendungszweck. Es reicht vom wenig prickelnden aber pflegeleichten Hartplastik-Interieur mit robusten Sitzbezügen und dank Trennwand nur beschränkt einstellbaren Rückenlehnen im Kastenwagen, der vor allem auch mal Dreck und Ruppigkeiten abkönnen muss, über mechanisch-klobige Seitenspiebel beim Pritschenwagen für die Baustelle bis zum edel ausstaffierten Shuttle-Bus. Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Auch Kleinigkeiten prägen dieses Bild - zum Guten, wie zum schlechten. Zum Guten beispielsweise die gleich vier Haltegriffe im Cockpit, die auch auf schlechten Wegen für guten Halt der Passagiere sorgen. Zum Schlechten dagegen die Säule, auf der im T6 der Schalthebel für die Gangwahl thront. Gut in Griffnähe, ja - aber das unnachgiebige Hartplastik sorgt dafür, dass ständig das rechte Knie daran schmerzhaft scheuert. Das ist in vielen Fahrzeugen so - nicht nur von VW. Wann erbarmt sich endlich mal ein Controller dazu, die paar Cent für ein kleines Polster dort freizugeben?

Platz hat\\\'s im facegelifteten T6 Multivan wie schon beim Vorgänger reichlich - die Maße sind denn auch identisch. Kopffreiheit vorne wie Hinten, massig Platz für die Knie, fürs Gepäck - das klassische Argument für den VW-Bus. Eine \"Unterladefunktion\" sorgt dafür, dass lange Gegenstände bis unter den Beifahrersitz geschoben werden können - das verlängert die normale Ladefläche hinter der riesigen Heckklappe von 2,45 auf 2,8 Meter. Wem das noch nicht reicht, für den gibt es den T6 auch mit verlängertem Radstand. Die Anhängerlast kann je nach Motorisierung bis zu 2,5 Tonnen betragen.

Das Lenkrad ist nun auch unten abgeflacht - das sieht nicht nur besser aus, sondern erleichtert auch den Einstieg. Die neue und direkter eingestellte elektromechanische Lenkung reagiert präzise, wenn auch ein wenig gefühllos. Nicht erst seit dieser Version lässt sich der VW-Bus fahren wie ein Pkw. Aufgerüstet hat VW seinen \"Mister T\" auch bei den Assistenzsystemen - die elektromechanische Lenkung macht es möglich. Mit zum Angebot gehören nun unter anderem ein Seitenwindassistent, Spurhalte-, Park- und Anhängerassistent, rundum Flankenschutz oder Verkehrszeichenerkennung. Dank automatischer Distanzregelung fährt der T6.1 zum Beispiel im städtischen Stop-und-Go-Verkehr oder im Stau automatisch wieder an, sobald der Wagen vor ihm beschleunigt.

Zum Marktstart bietet VW für den T6.1 vier Turbodiesel an wahlweise mit 66 kW / 90 PS, 81 kW / 110 PS, 110 kW / 150 PS und 146 KW / 199 PS, zum Teil wahlweise kombinierbar mit einem sanft schaltenden Doppelkupplungsgetriebe. Ebenfalls optional ab der 150-PS-Version: der Allradantrieb 4Motion. Was die Beschleunigung angeht, ist der T6.1 nicht gerade ein Temperamentbündel - aber im allgemeinen reicht die Motorleistung schon bei der Grundversion. Selbst im Sportmodus (ja, den gibt\\\'s zusammen mit dem DSG) wird aus dem knapp fünf Meter langen Bus allerdings kein Rennwagen. Die Federung ist ausreichend komfortabel, reagiert auf schlechte Straßen aber gelegentlich sehr unwillig und ruppig. Mit der Fahrwerksregelung DCC kann die Dämpfung stufenlos verändert werden.

Ab dem Herbst 2019 steht der T6.1 bei den Händlern. Es wird ihn in vier Grundvarianten geben: Multivan, Caravelle, Transporter und California. Überhaupt der Preis: Noch macht VW noch weitgehend ein Geheimnis draus und nennt bloß die Preise für die beiden Einstiegsmodelle von Transporter (22.990 Euro) und Multivan (31.000 Euro). Aber wirklich \"billig\" war der VW-Bus noch nie. Schon bisher gab es kein großes Problem, satt über die 100.000 Euro zu kommen. Zusammen mit dem bayerischen Veredeler Abt arbeitet VW bereits an einer reinen Elektroversion des T6.1.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:6-Gang Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder-Diesel
Hubraum:1968 ccm
Drehmoment:340 Nm bei 1500 UPM
Preis
Neupreis: k.A. € (Stand: 2019-08-20)

Quelle: Autoplenum, 2019-08-20

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