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Testbericht

Jürgen Wolff, 28. November 2017
Nach gut drei Jahren am Markt gönnt Volkswagen seinem Golf-Van eine Auffrischung. Viel allerdings mussten die Ingenieure am Sportsvan nicht verändern.

Die Wolfsburger selbst scheuen sich, von einem "Facelift" zu reden, wenn es um die Veränderungen geht, die sie gerade ihrem Golf Sportsvan haben angedeihen lassen. Für sie ist es ein "Update". Und in der Tat sind es eher dezente Retuschen, die man dem Allrounder gegönnt hat - vor allem optisch. Leicht veränderte Stoßfänger, neue Halogenscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, neue LED-Scheinwerfer als Option und serienmäßige Rückleuchten in LED-Technik, eine Handvoll neuer Leichtmetallfelgen, eine neue Wagenfarbe mit dem idyllischen Namen "Cranberry Red" und innen ein paar neue Dekormaterialien - das war\\\'s dann weitgehend.

Länge, Breite, Höhe, die Variabilität der um 18 Zentimeter verschiebbaren Rückbank - alles wie gehabt. Trotzdem man in der ersten Reihe des Sportsvan mit 573 bis 633 mm deutlich höher sitzt als im Allerwelts-Golf (488 bis 574 mm), haben Fahrer und Passagiere mehr Kopffreiheit. Auch hinten geht es höher zu: Statt 535 mm wie im herkömmlichen Golf beträgt der Abstand zur Straße beim Sportsvan 619 mm. Geblieben ist der bequeme Einstieg auf alle Sitze. Für mehr Platz in der Horizontalen sorgt der um 50 auf 2.670 mm verlängerte Radstand. Beim Kofferraumvolumen von 590 bis 1.520 Litern kommt der Sportsvan fast an den Kombi Golf Variant heran (605 bis 1.620 Liter). Auch in der Gesamtlänge liegt der Sportsvan mit 4.351 mm zwischen Golf und Golf Variant.

Als "Golf Plus" war er einst bei Volkswagen angetreten und hatte vor allem bei der Generation 50 Plus seine Käufer gefunden. Die Wolfsburger fürchteten damals, dass der kompakte Van als "Seniorenauto" abgestempelt werden und dem angestrebten jugendlichen Image der Marke schaden könnte. Also wurde er bei der Neuauflage Mitte 2014 in "Sportsvan" umgetauft. Das klingt mehr nach Mountainbike und weniger nach Rollator. Mag sein, dass der Namenswechsel dem VW-Image insgesamt zugute kam - den (guten) Verkaufszahlen jedoch kaum. Im letzten Jahr unter dem "alten" Label Golf Plus wurden 2013 laut Kraftfahrtbundesamt in Deutschland insgesamt 49.609 Stück zugelassen. 2016 unter dem "jungen" Label Golf Sportsvan 50.680 Fahrzeuge. Immerhin ist das rund viermal so viel, wie die Wolfsburger von ihrem großen Van Sharan in Deutschland losgeschlagen haben.

Zu solchen Verkaufszahlen hat sicher auch die einfache Bedienbarkeit des Golf (Sportsvan) beigetragen. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt und übersichtlich, alle Funktionen, die man beim Fahren braucht, sind leicht erreichbar. Das breite Display ist gut ablesbar - wenn die Navigation des VW jetzt auch noch immer die jeweils nötige Information zeitgenau und eineindeutig liefern würde, wäre das ein prima Wegweiser. So aber kommt man um ein paar Zusatzrunden in so manchem Kreisverkehr nicht drum herum.

Immerhin sind die - kleinen - Umwege kurzweilig: Volkswagen hat den Sportsvan mit neuen Infotainmentsystemen geupdatet bis hin zu der Option von Sprach- und Gestensteuerung. Neu sind auch eine Reihe von Assistenzsystemen, die teilautomatisiertes Fahren bis 60 km/h ermöglichen, Fußgänger erkennen oder per Trailer Assist ein so sicheres Rangieren mit dem Anhänger ermöglichen, dass selbst Pferden das lästerliche Wiehern im Halse stecken bleibt.

Zum Update bietet Volkswagen drei von sechs Motorisierungen neu an. Das beginnt mit der Einstiegsmotorisierung, einem Ein-Liter-Dreizylinder mit 63 kW/85 PS. Den 81 kW/110 PS starken Dreizylinder in der nächst höheren Leistungsstufe gab es bereits beim Vorgänger. Neu zur Markteinführung sind zwei Vierzylinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 96 kW/130 PS beziehungsweise 110 kW/150 PS Leistung. Diesel hat es nicht im VW-Angebot für den Golf Sportsvan.

Von der Zylinderabschaltung der beiden TSI merkt man im normalen Fahrbetrieb praktisch nichts. Mit den 1,4 Tonnen Lebendgewicht des Vans hat der Motor naturgemäß und angesichts von 250 Nm maximalem Drehmoment, das bereits ab 1.500 U/min. anliegt, keine Probleme. Ohnehin fährt man einen so komfortabel ausgefederten Van deutlich geruhsamer als etwa einen normalen Golf. Perfekt wäre da, wenn auch der Sportsvan in Verbindung mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe im Ecomodus die Segelfunktion haben würde wie der entsprechende Golf. Is\\\' nicht. Kommt ja vielleicht noch. Den kombinierten Verbrauch gibt VW mit 5,1 Liter auf 100 Kilometer an - der obligatorische Alltagsaufschlag fällt moderat aus.

Bei den Preisen bleiben die Wolfsburger trotz Update moderat. Das Einstiegsmodell, nun mit drei statt vier Zylindern aber immer noch 85 PS, kostet wie gehabt ab 20.475 Euro aufwärts. Der 150 PS starke 1.5 TSI kostet zwar mit mindestens 29.275 Euro deutlich mehr als sein Vorgänger - rechnet man allerdings das DSG-Getriebe heraus, für das VW knapp 2.000 Euro extra verlangte und das jetzt serienmäßig an Bord ist, bleibt auch da nur ein relativ bescheidener Aufschlag.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:7-Gang-DSG
Motor Bauart:4-Zylinder-Turbomotor
Hubraum:1.498 cm3
Preis
Neupreis: 29.275 € (Stand: 2017-11-28)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-11-28

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