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Testbericht

Sebastian Viehmann, 18. Juni 2009
Der Avensis Combi ist ein Pampers-Bomber mit Allerweltsgesicht, bietet aber klassische Kombi-Tugenden: Viel Platz, Reisekomfort und mit 177 Diesel-PS eine Menge Power bei geringem Verbrauch.

Wann haben Sie sich zum letzten Mal nach einem Toyota umgedreht? Genau. Die Japaner machen es einem nicht gerade leicht mit ihrem Design, das ein wenig an Fahrstuhlmusik erinnert: Einfach im Hintergrund vor sich hin plätschern und bloß nicht stören. Der Auris mit seiner Null-Aura ist der Höhepunkt dieser Designsprache. Auch der aufgefrischte Avensis ist weniger Brandstifter als Biedermann - wobei der Kombi deutlich dynamischer wirkt als die Limousine. Die Heckpartie ist den Toyota-Desigern sogar ähnlich schick gelungen wie den Mazda-Machern das Hinterteil des 6er Kombis.

Bei den klassischen Kombi-Tugenden ist Design freilich Nebensache und der Avensis hat eine Menge davon zu bieten. Zum Beispiel 543 Liter Kofferraumvolumen (1.609 Liter bei umgelegten Rücksitzen, wobei eine ebene Ladefläche entsteht). Das ist zwar nicht der Bestwert im Segment, aber mit seiner niedrigen Ladekante und der breiten, nicht durch die Radhäuser eingeschränkten Ladeöffnung ist das Gepäckabteil optimal nutzbar. Statt Gepäcknetzen an den Seiten, in denen man bei vielen anderen Kombis Kleinkram verstaut, hat der Avensis kleine Kunststoffwände zum Einstecken – was den Vorteil hat, dass sich diese bei Bedarf ganz entfernen lassen. Unter der Laderaumabdeckung gibt es zwei separate Fächer. Je nach Ausstattung stehen Ladeschienen aus Alu mit Spanngurten und Verzurrösen zur Verfügung, mit denen man sein Gepäck sichern und sortieren kann. Das Cockpit des Nippon-Kombis wirkt weder besonders edel noch hübsch. Doch Qualitätsanmutung und Verarbeitung sind tadellos. Das Platzangebot ist vorne wie hinten großzügig. Zur Serienausstattung des Basismodells gehören unter anderem CD-Radio, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und ESP. Das Top-Modell Executive – der stärkste Dieselmotor mit 130 kW/177 PS ist nur in dieser Ausstattungsversion zu haben, die dann 32.350 Euro kostet – sind unter anderem Nebelscheinwerfer, Tempomat, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, CD-Wechsler, Sitzheizung, Lederlenkrad und die Gepäckraumschienen mit Verzurrösen an Bord.

Der Avensis lässt sich zudem mit einigen Oberklasse-Features ausstatten, die man von Lexus kennt. Dazu gehören ein Abstandsregeltempomat, der die Distanz zum Vordermann hält, und ein Spurwechselwarner samt automatischer Lenkkorrektur. Rückfahrkamera und Xenon-Scheinwerfer sind auch im Programm. Alle Avensis-Modelle sind mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, das sich angenehm präzise durch die Gasse führen lässt.

Für die große Reise mit Kind und Kegel bietet der 177-PS-Diesel reichlich Leistungsreserven - auch wenn die 400 Newtonmeter Drehmoment manchmal ziemlich ungestüm an der Vorderachse zerren. Der Wagen beschleunigt in 8,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6 Litern Diesel pro 100 Kilometer (Werksangabe). Wer ein automatisches Getriebe möchte, bekommt das auch in Verbindung mit einem 2,2-Liter Dieselmotor - allerdings liegt die Leistung dann bei 110 kW/150 PS, das Drehmoment ist deutlich geringer und die Automatik frisst etwas mehr Treibstoff (Durchschnittsverbrauch 6,6 Liter pro 100 Kilometer). Das Fahrwerk ist kommod, aber nicht schwammig abgestimmt, bei kurzen Bodenwellen wird es manchmal etwas knochig.

Im Segment der PS-starken Diesel-Langstrecken-Kombis trifft der Avensis auf hochkarätige Konkurrenz. Da wären zum Beispiel der VW Passat Variant (603 Liter Kofferraum, 2.0 TDI/170 PS, ab 30.250 Euro), der Mazda 6 Sport Kombi (519 Liter Kofferraum, 2.2 CD/185 PS, ab 30.300 Euro), der Ford Mondeo Turnier (554 Liter Kofferraum, 2.2 TDCI/175 PS, ab 30.400 Euro), der Renault Laguna Grandtour (508 Liter Kofferraum, 2.0 dCi/173 PS, 35.650 Euro) oder der Opel Insignia SportsTourer (540 Liter Kofferraum, 2.0 CDTI/160 PS, ab 31.095 Euro).
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Quelle: Autoplenum, 2009-06-18

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