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Testbericht

Jürgen Wolff, 10. Juni 2019
Nach Jaguar bringt nun auch die Schwester Land Rover einen Power-SUV. Der Range Rover Velar SV hat nicht nur den 550-PS-Motor mit dem F-Pace gemein - aber es gibt doch auch deutliche Unterschiede.

Beide bauen auf der selben Plattform, beide werden von dem selben bulligen 5-Liter-V8-Motor angetrieben, beide kommen aus der hauseigenen Veredelungsschmiede \"Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations\" (SVO) im britischen Warwickshire: Ist der Range Rover Velar SV Autobiography also nur die kantige und etwas teurere Version des Jaguar F-Pace SVR?

Nein, ist sie nicht. Irgendwo müssen die fast 11.000 Euro Mehrpreis für den Edel-Velar ja stecken. Das fängt schon mal bei den Dimensionen an. Mit 4.806 mm ist der als SUV-Coupé gehandelte Velar deutlich länger als der F-Pace. Dazu ist er breiter (2.041 mm) und höher (1.676 mm). Das wirkt sich nicht zuletzt im Innenraum aus - vor allem die Passagiere in der zweiten Reihe haben mehr Beinfreiheit. Auch beim Laderaumvolumen schlägt der Velar den F-Pace: 673 Liter statt 650 Liter bis Oberkante Rückbanklehne. Der Gewichtsunterschied ist entsprechend: 2.160 Kilogramm bringt der Range Rover leer auf die Waage, fast 100 Kilogramm weniger der Jaguar.

Unterschiede gibt es auch im Fahrkomfort. Der Velar hat Luftfederung, der F-Pace SVR nicht. Beim Fahrkomfort auf normaler Straße wirkt sich das in der Praxis erstaunlicher Weise nicht wirklich aus: Schlechte Fahrbahnen quotiert der Velar deutlich ruppiger und unwilliger als der dagegen geradezu komfortable Jaguar. In Kurven liegen dagegen beide wankstabil und sicher auf dem Asphalt - allerdings macht es im Velar schon der gefühlten Wuchtigkeit wegen deutlich weniger Spaß, um die Kehren zu fauchen.

Deutlichere Vorteile bietet die Luftfederung des Velar dagegen abseits befestigter Straßen - Land Rover hat nun mal einen Ruf als Offroader zu verlieren. Zwar gehen die allermeisten Kunden mit ihren Range Rover kaum je mal ins Gelände - aber sie zahlen mit für das Wissen, dass sie könnten, wenn sie wollten. Auch mit dem Velar SV kann man - wenn man will und am besten auch die normalen Hochgeschwindigkeits- gegen Geländereifen tauscht. Auf Knopfdruck lässt sich der Velar von normal 205 mm Bodenfreiheit auf 251 mm hochfahren. Zusammen mit den entsprechenden Offroad-Fahrprogrammen, die sich über den großen Touchscreen auf der Mittelkonsole anwählen lassen, schafft es der über alle vier Räder angetriebene Velar allemal durch mittelschweres Gelände. Bachläufe sind bis 65 Zentimeter Tiefe ebenso kein Problem wie Steigungen und Abfahrten - die Bergabfahrhilfe sorgt tatkräftig für Unterstützung. Pferde- und Bootsbesitzer wird freuen, dass der Velar SV bis zu 2,5 Tonnen ziehen darf.

Innen strahlt der Range Rover Velar SV Autobiography gediegenes Ambiente aus: Edle Flächen, dicke, vielfach verstellbare, gesteppte Ledersitze in Lounge-Qualität, edle Materialien, Zwillingsnähte. Die Anzeigen im Cockpit sind komplett digital und deutlich ablesbar. Zentral angezeigt wird die Drehzahl, in der Mitte als Zahlenwert die aktuelle Geschwindigkeit. Wer will, der kann sich das Kombiinstrument auch individuell konfigurieren. Davor: Ein in Tiefe und Neigung verstellbares Sport-Lenkrad mit Lederbezug.

Anders als im F-Pace erfolgt die Wahl der Automatikeinstellung nicht über einen Handknauf, sondern wie gehabt über einen Drehknopf in der Mittelkonsole, der beim Starten des Motors effektvoll aus der Versenkung aufsteigt. Die Fahrstufen der 8-Gang-Automatik von ZF, die inklusive der Übersetzungen mit der im F-Pace identisch ist, lassen sich auch über Paddel am Lenkrad manuell einstellen. Aber das Bedürfnis nach Handarbeit hält sich sehr zurück: In Automatik-Modus arbeitet das Getriebe sanft und präzise.

Der V8-Kompressormotor schöpft aus satten 4.999 ccm Hubraum ebenso satte 405 kW / 550 PS und ein maximales Drehmoment von 680 Nm, das von 2.500 bis 5.500 U/min. anliegt. Damit kommt man souverän voran. Den Spurt von Null auf 100 km/h schafft der 2,2-Tonner in nur 4,5 Sekunden. Der F-Pace schafft das 0,2 Sekunden schneller. Eigentlich real kaum merkbar dieser Unterschied - aber auf der Straße fühlt sich der Jaguar tatsächlich agiler und leichtfüßiger an. Die Höchstgeschwindigkeit des Velar liegt bei 274 km/h - der F-Pace SVR schafft 11 km/h mehr. Die Geräuschentwicklung des Achtzylinders ist außen wie im Innenraum eher zurückhaltend. Selbst, wenn man den Sound per Knopfdruck und Klappensteuerung aufbrezelt, bleibt die Klangkulisse noch deutlich unterhalb des Proll-Levels.

Den Durchschnittsverbrauch des Range Rover Velar SV Autobiography gibt Land Rover mit 11,8 Litern auf 100 Kilometern an - das ist wie meist real kaum zu schaffen. Aber wer sich die mindestens 110.960 Euro Einstandspreis leisten kann, für den spielt der reale Verbrauch eher eine untergeordnete Rolle. Aber er sollte sich beeilen: Der Velar SV wird nur ein Jahr lang angeboten.
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Technische Daten
Antrieb:Allrad permanent
Getriebe:8-Gang-Automatikgetriebe
Motor Bauart:V8-Benziner mit Kompressor
Hubraum:4.999 cm3
Leistung:550 PS kW (405 kW PS) bei UPM
Drehmoment:680 Nm bei 2.500 bis 5.500 -1 UPM
Preis
Neupreis: 110.960 € (Stand: 2019-06-10)
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-06-10

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