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Testbericht

Stefan Grundhoff, 8. Juni 2009
Nur sparsam war den Entwicklern des Opel Insignia EcoFlex zu wenig. Die Limousine probt den Spagat: Trotz 5,2 Liter Diesel auf 100 Kilometern bietet sie mit 160 PS und 221 km/h Spitze jede Menge Fahrspaß.

Der Insignia ist in schweren Zeiten zum Erfolgsmodell und Hoffnungsträger der Marke Opel geworden. Nun bringen die Rüsselsheimer die wohl interessanteste Motorisierung für den deutschen Markt. Vom Sparlabel "EcoFlex" sollte man sich dabei nicht täuschen lassen. Der Insignia EcoFlex kann all das, was die anderen Modelle auch können, soll trotz ordentlicher Fahrleistungen jedoch gerade einmal 5,2 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen. In den ersten vier Monaten des Jahres 2009 hat Opel vom Insignia allein in Deutschland mehr als 16.000 Fahrzeuge verkaufen können. Ende April waren es weltweit mehr als 120.000. "Damit wurden unsere kühnste Träume übertroffen", sagt Opel-Sprecher Rene Kreis: "Und das obwohl der Sports Tourer mit einem erwarteten Anteil von 40 bis 45 Prozent erst jetzt auf den Markt kam. Jetzt folgen zudem noch unsere Sportversion OPC und das Biomodell EcoFlex."

So versprechen sich die Verantwortlichen bei Opel eine nennenswerte Zahl von Zulassungen durch die neuen EcoFlex-Modelle. Das Aushängeschild der Sparversionen ist der Insignia, der zunächst mit einem 160 PS starken Commonrail-Diesel und später mit einer abgespeckten 130-PS-Version in den Handel kommt.

Während andere Sparversionen in der Mittelklasse auf Motorleistung verzichten, ist der Insignia EcoFlex ebenso motorisiert wie der normale 2.0 CDTi. "Wir wollten beim Insignia EcoFlex Sparsamkeit und Fahrspaß verbinden", sagt Insignia-Projektleiter Andreas Häfele. "Insbesondere wollten wir ein sparsames Auto mit einer entsprechender Dynamik. Man muss auf nichts verzichten - trotzdem hat der EcoFlex eine Reichweite von bis zu 1.350 Kilometern." 118 kW/160 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 1.750 U/min sorgen für effizientes Brausen ohne Reue. Beim starken Beschleunigen stellt der in Turin entwickelte Selbstzünder sogar 380 Nm zur Verfügung. Die durch Details wie eine Unterbodenabdeckung, eine geänderte Spoilerlippe oder eine tiefer gelegte Karosserie verbesserte Aerodynamik sank von 0,28 auf 0,26.

Selbst im Alltagsverkehr scheint so ein Verbrauch von knapp sechs Litern möglich. Dass es nicht besser wird, liegt an der fehlenden Start-Stopp-Automatik oder einem regenerativen Bremssystem. Während zahlreiche Modelle die Sparfunktionen längst im Angebot haben und so auf 100 Kilometern nochmals 0,2 bis 0,4 Liter Kraftstoff sparen, bleibt diese beim Opel zunächst einmal außen vor.

"Wir werden im Laufe des Modellzyklus eine solche Start-Stopp-Automatik bekommen", verspricht Motoren-Entwickler Erhard Voss. "Doch auch bereits durch die jetzigen Maßnahmen an Motor und Aerodynamik haben wir elf bis zwölf Prozent weniger Verbrauch." Hinter dem Lenkrad des Insignia merkt der Fahrer einiges von den EcoFlex-Maßnahmen. Während die ersten beiden Gänge kurz ausgelegt sind, sind die Ebenen drei bis sechs betont lang. So schafft er den Spurt von 0 auf 100 km/h in 9,5 Sekunden. Der drehmomentstarke Diesel spielt über die Langatmigkeit der oberen Schaltstufen hinweg. Deutliche Nachteile bringen hingegen die Leichtlaufreifen aus dem Hause Michelin. Die Michelin Premacy im Format 225/55 – 17 reduzieren durch ihre geringe Aufstandsfläche zwar den Verbrauch, lassen den an sich komfortablen Insignia durch einen Luftdruck von rund drei bar jedoch unkommod werden.

Das in den drei Stufen Normal, Komfort und Sport elektronisch verstellbare Dämpfersystem wird so auf eine harte Probe gestellt. Besonders der Sportmodus ist alles andere als empfehlenswert. Die anderen beiden Modi passen weitaus besser. Eine Schaltpunktanzeige markiert, welche Schaltstufe der Pilot zum Erreichen des Minimalziels einlegen sollte. Doch nicht immer mag man sich daran halten: 350 Nm und 160 PS geben beim Beschleunigen auf Autobahnen oder Landstraßen alle Möglichkeiten, nicht hinter einer Lastwagenschlange zu verkümmern. Und selbst die Hände können beim Zwischenspurt am Steuer bleiben. Geschaltet werden muss nur in Problemfällen.

Wer sich für einen Opel Insignia 2.0 CDTi interessiert, sollte sich schon wegen des geringen Aufpreises von gerade mal 350 Euro für die EcoFlex-Version entscheiden. So startet der Insignia EcoFlex bei konkurrenzfähigen 27.500 Euro. Trotz deutlich schwächerem Triebwerk liegt der VW Passat 2.0 TDI Bluemotion hier mit 27.025 Euro auf Augenhöhe. Jedoch sollte man sich wegen der deutlich besseren Ausstattung mindestens für den Opel Insignia EcoFlex Edition entscheiden, der als Limousine bei 30.605 Euro beginnt. Der bietet unter anderem Annehmlichkeiten wie Navigationssystem, Klimaautomatik oder Alufelgen.

Später im Jahr legt Opel eine kleine EcoFlex-Version mit 130 PS nach. Gerade die soll mit identischem Verbrauch die wichtigen Flottenkunden locken, die sich bisher besonders gerne bei dem Hauptkonkurrenten Volkswagen und dem Volumenmodell Passat bedienen. Insgesamt rechnet Opel mit einem EcoFlex-Anteil von 25 Prozent an den Insignia-Modellen. So dynamisch kann das Sparen sein.
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Quelle: Autoplenum, 2009-06-08

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