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Testbericht

Stefan Grundhoff, 2. September 2009
Der Sommer ist fast zu Ende, doch mit den letzten Sonnentagen im Gepäck geht der Fiat 500 als Cabrioversion auf Damenfang. Ein schmucker Einkaufsbegleiter für die Innenstadt, der ab Herbst die Innenstädte bevölkern soll.

Wer ein echtes Cabriolet erwartet hat, ist beim Fiat 500 C an der falschen Stelle. Die neue 500er-Version trägt zwar einen sonnenreichen Namen, ist jedoch ein waschechter Targa. Im Gegensatz zu seinem Szenebruder, dem Mini Cabriolet, bleiben Fensterrahmen und Seitenscheiben ebenso wie bei seinem Ur-Ahnen, dem Nuova 500, stehen. Elektrisch lässt sich wie bei einer Sardinenbüchse allein das Stoffdach öffnen; im Gegensatz zu seinem Großvater von 1957 jedoch vollelektrisch. Ist das von Magna entwickelte und produzierte Stoffgeflecht in 16 Sekunden erst einmal nach hinten gefahren, trägt der Fiat 500 C die Sonne im Herzen – und in den Innenraum hinein. Insofern kann man sich darüber ärgern, dass der offene Fiat 500 erst zum Ende des Sommers auf den Markt kommt. Doch auch im Herbst und Winter lädt das italienische Targamodell zu einem Sonnenbad in Stadt und Land ein.

Echte Cabriofans werden die Nase rümpfen und dem neuen Sonnenkönig schon wegen der dicken Holme keine Chance bei der Kaufentscheidung geben. Sie sind beim Mazda MX-5, Mini Cooper Cabrio oder Opel Tigra besser aufgehoben. Andere werden an dem 500 C gerade bei sonnigem Wetter ihre helle Freude haben. Ob nun Cabrio oder Targa – hübsch anzuschauen ist er sowieso. Sein größter Nachteil ist der Rucksack, der sich im Heck des Fiat aufbaut, wenn man das Dach nach hinten gefahren hat. Wie bei der ersten Generation des Mini Cabriolets gibt es für den Fahrer bei geöffnetem Dach keinerlei Sichtfeld nach hinten. Daran ändern auch die hohe Sitzposition und die serienmäßige Einparkhilfe im Heck wenig. Wer vor der Szeneboutique seiner Wahl kurz in eine enge Parklücke hinein wieseln möchte, sollte seinen mobilen Einkaufshelfer gut kennen. Sonst gibt es böse Überraschungen. Auch wenn das Dach geschlossen ist, ist es mit der Übersichtlichkeit des Italieners nach hinten nicht weit her. Die C-Säule ist mächtig und der Schulterblick sollte daher gerade bei einem überraschenden Spurwechsel konzentrierter als gewöhnlich ausfallen.

Wenn der Fiat 500 C trotz eingeschränkter Cabriogefühle mit etwas glänzen kann, dann ist sein Aussehen. Er sieht mit dem perfekt eingepassten Rolldach noch schmucker aus als die ohne. Das Interieur präsentiert sich im Vergleich zu der geschlossenen Version unverändert. „Wir rechnen in Deutschland mit einem Cabrio-Verkaufsanteil von rund 25 Prozent“, so Steffen Enzenhauer, Leiter des Fiat Produktmarketings, „die meisten Kunden werden sich für das 69 PS starke Basismodell entscheiden. Der ist für die City einfach ideal.“ Mit dem 1,2-Liter-Triebwerk sollte sich der offene 500er-Kunde jedoch vorrangig im Innenstadtrevier aufhalten. Deutlich fescher ist man mit dem 500 C 1.4 unterwegs. Doch auch seine an sich ordentliche Motorleistung von 100 PS und 131 Nm Drehmoment kann über eine deutliche Anfahrschwäche nicht hinwegtäuschen. Hier wünscht man sich ein ebenso kleinvolumiges wie kraftvolles Turbotriebwerk, das bereits von unten herum Fahrfreude bietet.

Im Alltagsbetrieb unterscheidet sich der Fiat 500 C nicht von seinem geschlossenen Bruder. Die 40 Kilogramm Mehrgewicht für das Cabriodach erhöhen das Leergewicht auf 1.045 Kilogramm. Die Fahrleistungen selbst zeigen beim Topmodell 1.4 Autobahnqualitäten. Der Vierzylinder mit 74 kW / 100 PS schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der Fronttriebler in allerdings wenig dynamischen elf Sekunden. Im Gegensatz zum schwächeren Benziner verfügt die 1,4-Liter-Version über eine manuelle Sechsgang-Schaltung. Ärgerlich, dass eine zeitgemäße Start-Stopp-Automatik trotz großer Innenstadtgeneigtheit bei beiden Benzinern nur optional zu bekommen ist. Das würde man von einem Citymobil anders erwarten. „Die Start-Stopp-Automatik ist bei uns noch nicht lange auf dem Markt“, so Steffen Enzenbauer, „bisher haben wir hier einen Ausstattungsanteil von rund zehn Prozent.“ Nachvollziehbar, dass der Kunde das Invest von 300 Euro scheut, denn der Verbrauchsvorteil hält sich beim 500 C 1.4 mit 5,8 gegenüber 6,1 Litern pro 100 Kilometern im Rahmen. Herausfahren kann man den Mehrpreis kaum. Jedoch spart man in der Innenstadt durch die Start-Stopp-Funktion leicht einen halben Liter. Wer noch sparsamer unterwegs sein will, wählt den 1,3 Liter Diesel mit 75 PS.

Praktisch: Beim Öffnen der Heckklappe fährt das geöffnete Dach ein Stück zurück und gibt so die komplette Beladungsluke frei. Doch der gerade einmal 182 Liter fassende Kofferraum ist der Grund dafür, weshalb größere Gepäckstücke oder der Großeinkauf besser gleich auf der Fondsitzbank landen. Der enge Raum eignet sich sowieso kaum für den Transport von Personen, mit denen man es nicht allzu schlecht meint. Wer will, kann die Taschen gleich von hinten ins Auto hineinwerfen. Denn das elektrische Dach des 500ers lässt sich via Fernbedienung öffnen.

Das Fiat 500 Cabriolet startet als karg ausgestattetes Basismodell bei 13.800 Euro. Dabei ist der 500 C in den beiden Ausstattungsvarianten Pop und Lounge sowie elf Außenfarben zu bekommen. Das Dach ist abhängig von der Außenfarbe in Rot, Schwarz und Elfenbein koloriert. Zudem lässt sich der 500 C auf unzählige Arten individualisieren. Ab dem Modelljahr 2010 ist der kleine Fiat optional auch mit Bi-Xenonscheinwerfern zu bekommen. Unerklärlich, wieso ESP 350 Aufpreis kostet. Deutlich stimmiger dürfte für die meisten Kundinnen die Version „Lounge“ sein, die für das Basismodell 500 V 1.2 bei 15.800 Euro startet. Der 100-PS-Benziner kostet stolze 2.000 Euro mehr. Die Lounge-Ausstattung bietet unter anderem 15-Zoll-Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer, höhenverstellbarer Fahrersitz, Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, Infotainment- und Hifisystem. Das elektrische Stoffdach, sieben Airbags, ABS, elektrische Außenspiegel und Parksensoren sind bei allen Modellen obligatorisch. Zum Glück hat auch der Herbst sonnige Tage. Sonst müsste man bis nächstes Jahr warten.
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Quelle: Autoplenum, 2009-09-02

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