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Testbericht

Fabian Hoberg, 2. Oktober 2012

Während die Zulassungszahlen bei Autos in Deutschland sinken, kann die Motorradindustrie zufrieden sein. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden in Deutschland 74.269 Motorräder über 125ccm zugelassen, ein Plus von 2,25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders beliebt sind großvolumige Maschinen, egal ob Sportler, Enduros oder Chopper. Der Preis scheint dabei nebensächlich zu sein, wenn man sich die Neuheiten genauer anschaut.

Ganz oben in der Zulassungshitliste steht seit Jahren die BMW R 1200 GS, die jetzt gründlich überarbeitet wird. Im Frühjahr kommt die Reiseenduro mit wassergekühltem 1,2-Liter-Boxermotor und 92 kW/125 PS sowie einem Drehmoment von 125 Newtonmeter auf den Markt. Damit soll der Spurt auf 100 km/h in 3,6 Sekunden erledigt werden und die Höchstgeschwindigkeit deutlich über 200 km/h liegen. Die Bayern setzen nun bei der 238 Kilogramm (plus 10 Kilogramm) schweren GS unter anderem auf ein im Motorgehäuse integriertes Sechsganggetriebe mit Ölbadkupplung und Anti-Hopping-Funktion. Neu ist auch die Konstruktion des Stahlrohrrahmens, die mehr Festigkeit bieten soll. Ungewohnt ist dagegen die Position der Kardanwelle, die jetzt auf die linke Seite wechselt. Unter 15.000 Euro wird es die GS kaum geben.

Die Renovierung ist aber nötig, da die Konkurrenz immer stärker wird, allen voran die neue Ducati Multistrada 1200, die ab Dezember mit dem semi-aktiven Fahrwerk DSS (Ducati Skyhook Suspension System) erhältlich ist, das die Dämpfung innerhalb einer hundertstel Sekunde von extrem hart auf weich verändern kann. Außerdem wurde der Motor überarbeitet, der seine unveränderte Leistung von 110 kW/150 PS und sein von 119 auf 125 Newtonmeter gestiegenes Drehmoment deutlich sanfter und kontrollierbarer aufs Hinterrad überträgt als bisher. Die Preise beginnen bei 15.490 Euro. Mit einem ähnlichen Konzept (und dem gleichen Motor) wartet auch die neue Aprilia Caponord auf, die aber weniger Enduro, dafür aber mehr Tourer sein will.

Auch die neue KTM 1190 Adventure bietet neben 150 PS-Motor ein variables Fahrwerk, Traktionskontrolle, vier Fahrprogramme, Integral-ABS, eine höhenverstellbare Sitzbank und Verkleidungsscheibe sowie ein integriertes Gepäcksystem. Dabei wiegt die Enduro rund 230 Kilogramm und verfügt über einen 24-Liter-Tank. Der Preis wird in einer ähnlichen Liga wie die Konkurrenz liegen.

Ein ähnlicher Brocken ist die Moto Guzzi Stelvio 1200 8V NTX, ein V2-Reisedampfer mit 77 kW/105 PS und einem Tankvolumen von 32-Liter. Mit ausreichend Sitzfleisch lässt sich eine lange Tour absolvieren. Die Guzzi kostet 16.190 Euro.

Triumph will mit zwei neuen Modellen wieder bei den großen Motorrad-Tourern punkten. Die Trophy 1200 und die Luxusvariante Trophy SE starten im Oktober zu Preisen von 16.990 Euro bzw. 18.670 Euro für die SE. Angetrieben werden die Maschinen von einem 1,2-Liter-Dreizylinder mit 99 kW/134 PS, der 120 Newtonmeter Drehmoment entwickelt, die Kraft wird mittels einer Kardanwelle auf das Hinterrad übertragen.

Ebenfalls eine dicke Nummer ist die neue Honda CB 1100, ein Retro-Bike mit Reihenvierzylinder, Rohrrahmen mit Stereo-Federbeinen und Rundscheinwerfer. Dazu kommen eine 4-in1-Auspuffanlage, hoher Lenker und schräg angestellte Doppelinstrumente. Wann das Bike auf den Markt kommt ist ebenso wenig klar wie der Preis.

Der steht bei der neuen Harley-Davidson Fat Boy Special schon fest: 20.745 Euro verlangen die Amis für ihren dicken Chopper als Jubiläumsmodell, denn Harley feiert nächstes Jahr seinen 110. Geburtstag.

Ebenfalls kein Schnäppchen, dafür aber sehr selten ist die Horex VR6 Roadster in der Saugvariante des 1,2-Liter-Motors mit 118 kW/160 PS. Das Drehmoment des Dreiventilers mit Kompressor liegt bei 135 Newtonmetern, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt. Der sportliche Roadster verfügt serienmäßig über ABS, Einarmschwinge mit Zentralfederbein und Riemenantrieb. Die Manufaktur sieht sich nicht als normalen Serienhersteller, sondern als Produzent von Nischenfahrzeugen – zu einem Stückpreis von 21.700 Euro. Viel Geld für ein Hobby, aber Liebhaber werden die Preise bezahlen.

Motorradfahren ist in Deutschland ein Hobby für das immer weniger Biker immer mehr Geld ausgeben. Darauf lassen jedenfalls die Neuheiten der Intermot in Köln schließen.

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Fazit
Motorradfahren ist in Deutschland ein Hobby für das immer weniger Biker immer mehr Geld ausgeben. Darauf lassen jedenfalls die Neuheiten der Intermot in Köln schließen.

Quelle: Autoplenum, 2012-10-02

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