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Testbericht

Stefan Grundhoff, 12. Januar 2010
Als Raggae-Barde Eddy Grant im Jahre 1982 sein Lied „electric avenue“ zum Hit machte, dürfte er kaum an die Detroit Motorshow des Jahres 2010 gedacht haben. Doch auf der NAIAS dreht sich in diesem Januar alles um den Elektroantrieb.

Die Paul W. Smith Show kennt in Detroit und dem Wayne County fast jeder. Die Morningshow des grauhaarigen Radiomoderators ist in dieser Gegend längst eine Institution. In den Tagen der Detroit Motorshow sendet Smith aus der Cobo-Hall und die Einschaltquoten des abc-Ablegers WJR sind höher denn je. „Kommen sie vorbei und schauen sie sich die Motorshow und ihre electric avenue an“, kommentiert Paul W. Smith heute Morgen zum wiederholten Male in sein Kopfgeschirr. Die Musik fährt, er klappt das Mikro. Gleich kommt die Wettervorhersage – es schneit draußen vor der Cobo-Hall wie aus Eimern; nicht selten Mitte Januar. „Ist doch eine viel bessere Stimmung als letztes Jahr hier auf der Show“, erzählt Smith weiter, „da passiert doch diesmal einiges. Gerade bei den elektrischen Autos.“

Ohne ein Elektromobil auf dem Stand geht auf der Detroit Motorshow dieses Jahr rein gar nichts. Audi präsentiert seinen kleinen Elektro-Sportler e-tron, BMW das Concept Active E und Mercedes seine B-Klasse mit Brennstoffzelle. Toyota zeigt mit dem FT-CH, dass Hybridtechnik auch in kleineren Klassen als im Prius Einzug halten kann. General Motors holt auf der NAIAS zum x-ten Mal den Chevrolet Volt hevor und VW zeigt mit der realitätsnahen Studie des NCC, dass Hybridfahrzeuge in der unteren Mittelklasse nicht zwangsläufig hässlich sein müssen. Lange mussten die Fans des alten Kompaktsportlers Honda CRX auf einen Nachfolger warten. In Detroit steht erstmals die Serienversion des CR-Z Hybrid. Der ist im Vergleich zur Studie des 177 PS starken Hybrid-Jettas heute schon gestern. Weniger Leistung und höherer Verbrauch sind eine schlechte Startkombination.

Die echten Elektromobile jedoch stehen in der eigens aufgebauten „electric avenue“. Die elektrifizierende Straße, die Eddy Grant einst in seinem Raggae-Hot von 1982 besang, zeigt eine Kernaussage der Detroit Motorshow 2010. Auch wenn Verbrennungsmotoren noch Jahrzehnte weltweit das Straßenbild beherrschende werden: die Elektrofahrzeuge kommen – und zwar gewaltig. Das spektakulärste Mobil ist der Tango von Commuter Cars, aber auch BMW, Mini, BYD, Fiat oder Saba Roadster zeigen, wie viel Hochspannung die automobile Zukunft nicht nur in den USA haben wird. Können die Fahrzeuge in der eigentlichen Ausstellung nur angefasst werden, geht es im Keller der Cobo-Hall praxisorientierter zu.

Bei der dortigen Eco-Experience können auf einem kleinen Rundkurs zahlreiche Elektrofahrzeuge praxisnah bewegt werden. Kein Benzingeruch, keine aufheulenden Motoren, sondern stattdessen ein künstlich angelegter Wasserfall, frisch eingepflanzte Osterglocken und Nadelhölzer. Wüsste man es nicht besser, das ganze könnte sich auch in einer Phantasialand-Geisterbahn von 1982 abspielen. Eddy Grant lässt grüßen. Ein paar hundert Meter in der automobilen Zukunft sind für viele Messebesucher der NAIAS eine echte Versuchung - vorausgesetzt sie haben den Führerschein dabei und keinen Alkohol getrunken. Damit nehmen es die Veranstalter der Messe auch im Tiefgeschoss ganz genau. Er die Kontrolle, dann der Alkoholtest – vorher fährt hier keiner.

Gerade rollt geräuschlos ein Mitsubishi i-MIEV heran; dahinter fahren im Gleichschritt Mercedes ML 450 Hybrid, Commuter Tango und ein GMC Yukon. Wer noch keinen Kontakt zu den Elektromobilen von heute und morgen hatte, kann hier in der Cobo-Hall seinen Erstkontakt hinter dem Elektro-Steuer erleben. Doch die Halle im Kellergeschoss könnte besser gefüllt sein. Der geringe Zuspruch dürfte auch am Wetter liegen. Es schneit noch immer wie aus Eimern. Der Schnee auf den die Bewohner des Großraums Detroit lange gewartet haben, ist längst auch das beherrschende Thema bei Radiomoderator Paul W. Smith. Da muss das Elektrozeitalter noch einmal zurückstehen.
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Quelle: Autoplenum, 2010-01-12

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