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Testbericht

Sebastian Viehmann, 30. April 2011
Daimler-Partner BYD hat die ersten Ergebnisse seines Elektroauto-Pilotprojekts veröffentlicht. Die Droschken waren fast drei Millionen Kilometer unterwegs. Der chinesische Markt für Stromer nimmt trotzdem nur langsam Fahrt auf.

2,77 Millionen Kilometer zurückgelegt, bis zu 250 Kilometer Reichweite pro Ladung und eine monatliche Treibstoffkosten-Ersparnis von 788 Euro pro Fahrzeug: Der chinesische Autobauer BYD freut sich über die ersten Ergebnisse seines elektrischen Taxi-Flottenversuchs in der Großstadt Shenzhen. Seit einem Jahr verrichten 50 Stromer vom Typ BYD E6 bei der Pengcheng Electric Taxi Company ihren Dienst. „Die Flotte hat die harten Wetterbedingungen in Shenzhen mit einem heißen Sommer und dem sehr kalten Winter überstanden. Sowohl Fahrer als auch Passagiere waren hochzufrieden mit dem Fahrgefühl der Taxis“, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns. Einige der Taxen hätten bis zu 100.000 Kilometer zurückgelegt. Im Schnitt waren die Autos 400 Kilometer am Tag unterwegs und machten einmal täglich Pause, um die Batterien innerhalb von 20 Minuten aufzuladen.

Trotz der Schnellladung, die als belastend für die Akkus gilt, hat es nach Angaben des Konzerns bei den Lithium-Eisenphosphat-Batterien keinen merkbaren Leistungsabfall gegeben. Eisenphosphat-Akkus sind eine Variante der Lithium-Ionen-Akkus. Sie gelten im Vergleich mit anderen Varianten als sehr sicher und kostengünstig, haben aber eine relativ geringe Kapazität. Im Laufe des Jahres will BYD 250 weitere Elektro-Taxen an die Universität von Shenzhen ausliefern. Die ersten Daten des Flottenversuchs sieht BYD als Beweis für die Belastbarkeit seiner Technologie, auch wenn bisher nur die Ergebnisse für ein Jahr vorliegen. Neben den Taxen existieren in den Städten Shenzhen und Changsha Flotten elektrischer Busse. Die Akkus haben eine Kapazität von 324 kWh, rund 20-mal soviel wie die Akkus des Mitsubishi I-MiEV. 300 weitere E-Busse sollen im August ausgeliefert werden. BYD will diese Fahrzeuge auch international vermarkten.

Zahlreiche China-Hersteller lassen sich, unterstützt von der Regierung, auf das Abenteuer Elektromobilität ein. Den Anfang machten BYD, Chery und Tianjin Qingyuan. Künftig wollen auch SAIC, Chana, FAW, Geely, JAC und Zhongtai auf dem Stromer-Markt mitmischen – 30 neue Stromer sind in den kommenden drei Jahren geplant. Doch der Optimismus mancher Hersteller ist Ernüchterung gewichen. Die Verkaufszahlen erschienen zunächst durchaus beeindruckend: Von 485 Stromern im Jahr 2009 kletterte die Summe auf mehr als 3500 im vergangenen Jahr. Diese Wachstumsrate wird aber kaum anhalten. Für 2011 prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan knapp 10.000 verkaufte Elektroautos, für 2012 rund 24.000.

Erst 2013 bis 2015 wird eine starke Wachstumsperiode erwartet, begünstigt durch zahlreiche neue Stromer und Plug-In-Hybride, eine wachsende Ladeinfrastruktur, sinkende Batteriepreise und Förderprogramme der Regierung. Im Vergleich zum gesamten chinesischen PKW-Markt– der dürfte 2011 bei mehr als 12 Millionen Fahrzeugen liegen – bleiben die Zahlen aber vorerst gering. Für 2015 rechnet Frost & Sullivan mit 113.000 verkauften Stromern, und selbst optimistischere Prognosen gehen von wenig mehr als 200.000 Fahrzeugen aus. „China wird vielleicht ein wichtiger Markt, aber keine Führungsnation in Sachen Elektroautos werden“, glaubt Sarwant Singh, Analyst bei Frost & Sullivan. Besser sieht es bei den Zweirädern aus. Pro Jahr werden in China etwa 23 Millionen Elektro-Bikes verkauft, fast immer handelt es sich dabei um einfache Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb. Auch bei elektrischen Bussen sieht Analyst Singh ein großes Wachstumspotenzial.

Bei elektrischen PKW dagegen ist der Bedarf noch gering – die Hersteller kommen ja schon mit der Produktion herkömmlicher Fahrzeuge kaum nach. Der BYD E6 sollte eigentlich schon 2010 in die USA exportiert werden, nun wurde der Start auf 2012 verschoben. Bei der US-Version habe man für bessere Crash-Sicherheit die Konstruktion des Wagens verstärkt, sagt BYD-Manager Paul Lin. Bereits nach Los Angeles geschafft haben es immerhin einige BYD-Hybridlimousinen vom Typ F3DM als Dienstfahrzeuge der Wohnungsbaubehörde.

Trotz der Verzögerungen zählt der Daimler-Partner BYD unter den heimischen Herstellern zu denen mit den größten Stromer-Ambitionen. Das Unternehmen stellt von den Lithium-Ionen-Zellen über das Batteriepaket bis hin zum Elektromotor und der elektronischen Steuerung alle wichtigen Komponenten selbst her. Alle anderen Hersteller kaufen sich die Technik ganz oder teilweise bei Zulieferern ein. 2013, so hat es Daimler-Chef Dieter Zetsche angekündigt, soll in Kooperation mit BYD eine eigene Automarke für Elektroautos in China entstehen.
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Quelle: Autoplenum, 2011-04-30

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