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Testbericht

Sebastian Viehmann, 10. Dezember 2010
Angriffslust in der Stromer-Szene: Rennfahrer Chip Yates will Ducati und Co. in Grund und Boden fahren – mit einem elektrischen Motorrad. Das 194 PS starke Ungetüm hat allerdings noch Gewichts- und Traktionsprobleme.

„Wir werden es den Benziner-Jungs mal so richtig zeigen“, sagt Chip Yates. Der Rennfahrer und Ingenieur freut sich auf den 9. Januar, denn dann will er mit dem stärksten Elektro-Motorrad der Welt auf einer Rennstrecke in Kalifornien gegen benzingetriebene Zweirad-Monster wie Ducati 1198 R oder KTM RC8 antreten. Die Organisatoren der „WERA Pirelli Sportsman Series“ haben Chip Yates zu dem ungewöhnlichen Duell eingeladen. Sein Motorrad nutzt den Rahmen einer Suzuki-Rennmaschine und wird von einem Permanentmagnet-Motor mit einer Spitzenleistung von 194 PS (143 kW) angetrieben. Es wäre damit erheblich leistungsfähiger als das berühmte Elektro-Rennmotorrad TTX02, das laut Hersteller 100 PS auf die Straße bringt und maximal 210 Km/h erreicht.

Eigentlich hätte Yates bei der „TTXGP Championship“ an den Start gehen sollen, einer Rennserie für emissionsfreie Motorräder. Doch sein batteriebetriebenes Ungetüm passte nicht ins kürzlich geänderte Reglement: Die teilnehmenden Maschinen dürfen maximal 250 Kilogramm wiegen. Chip Yates und sein Team haben allerdings ein Gefährt konstruiert, das 266 Kilo auf die Waage bringt. Das TTX02 zum Beispiel wiegt inklusive Batterien nur 170 Kilogramm. „Offenbar will man bei der TTXGP Championship elektrische Roller entwickeln“ spottet Yates über die Stromer-Rennserie. „Unser Motorrad ist so viel schneller als die elektrische Konkurrenz, dass wir unsere einzigartige Technologie lieber in der ultimativen Wettbewerbsumgebung voranbringen wollen – im Duell gegen benzingetriebene Motorräder“, so der Amerikaner.

Das Elektro-Superbike bringt laut Datenblatt ein Drehmoment von bis zu 400 Newtonmetern aufs Hinterrad und soll ein Tempo von fast 300 Km/h pro Stunde erreichen. In der Praxis gibt es aber noch große Probleme, wie Chip Yates in einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender NBC gestand: „Das Motorrad konnte die Kraft in ersten Tests nicht auf die Straße bringen, wir haben gleich den Reifen ruiniert.“ Fieberhaft feilt nun das Team von Ingenieuren, das Chip Yates aus der Luftfahrtindustrie geholt hat, an der Renntauglichkeit des Superbikes. Trotzdem wollen die Strom-Enthusiasten die Leistung von 194 PS nach dem ersten Rennen sogar um 20 Prozent steigern.

„Unser Superbike wird stärker sein als ein MotoGP-Bike“, stellt Chip Yates in Aussicht. Seine Energie holt sich das Motorrad aus 102 Lithium-Ionen-Polymer-Zellen, die eine Kapazität von 11,5 kWh besitzen sollen und unter einer klobigen Abdeckung hinter dem Sattel verstaut sind. Zum Vergleich: Das viersitzige Elektroauto Mitsubishi I-MiEV hat eine Batteriekapazität von 16 kWh. Das elektrische Superbike soll außerdem über KERS (Kinetic Energy Recovery System) verfügen, ein System zur Rückgewinnung kinetischer Energie. Dabei soll am Vorderrad Bremsenergie gewonnen und in der Batterie zwischengespeichert werden, damit der Fahrer sie als Extra-Schub per Knopfdruck für Sprints und Überholmanöver abrufen kann.

Wie das KERS genau funktioniert, verraten Yates und sein Team mit Hinweis auf ausstehende Patente nicht. Dass das Elektro-Geschoss auf zwei Rädern wirklich hält, was es verspricht, muss Chip Yates noch vor dem ersten Wettbewerb beweisen: Auf einer privaten Rennstrecke in Kalifornien will er sein Zweirad zu Testzwecken erstmals voll ausfahren.
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Quelle: Autoplenum, 2010-12-10

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