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Testbericht

Patrick Broich/SP-X, 23. Februar 2017

Es ist auf den ersten Blick ein normaler Panamera, der dort vorbeirollt. Turbo S steht auf dem Heckdeckel, so heißen für gewöhnlich jene Modelle aus Zuffenhausen, die sich an Kunden richten, denen die Topversion Turbo (ohne „S“) noch zu profan erscheint. Nur die grüne Umrandung des Schriftzuges sowie die ebenfalls stechend grünen Bremssättel der stattlichen Limousine lassen vermuten, was Panamera-Baureihenchef Gernot Döllner denn auch bestätigt: Unter dem Blech dieses Panamera steckt zusätzlich auch ein Elektromotor. Porsche hat aus der Not eine Tugend und einen smarten Schachzug nicht nur im Buhlen um leistungsverwöhnte Klientel gemacht, und kann damit auch der europäischen CO2-Fessel ein Schnippchen schlagen. Denn während das begehrte „S“ durch höhere Verbräuche sonst eher negativ ins Kontor schlägt, macht der Hybrid hier etwas gut und beflügelt den Allradler auch noch.
 
Das Prinzip Elektromotor als Leistungskomponente und nicht nur als CO2-Minderer fand ja bereits beim 918 Spyder Verwendung, der ebenfalls neben der E-Power von einem Achtzylinder befeuert wird und von dem die Entwickler viel gelernt hätten, wie Döllner erklärt. Auch die sogenannte Booststrategie, also die Prozessabläufe, wann die E-Maschine anschiebt und in welchem Maße der Akku im Sportmodus beispielsweise mit Energie versorgt wird, stamme aus dem Hypercar. Der neue Panamera ist ihm leistungsmäßig auch schon relativ nah. Mit satten 500kW/680 PS Systemleistung (der 918 Spyder leistet 887 PS) hat Porsche seine mit Abstand stärkste Serienlimousine kreiert. Auch das Drehmoment von 850 Nm mutet gewaltig an, während der gemittelte NEFZ-Verbrauch dank Plugin-Hybrid-Regel bei gerade mal 2,9 Litern/100 km liegt.
 
Porsche-Rennfahrer Timo Bernhard demonstriert auf dem Testgelände im süditalienischen Nardo, was der Zuffenhausener kann. Taste für die Launch Control drücken, Bremse und Gas zunächst gleichzeitig treten und dann Bremse los: Wie aus dem Katapult gefeuert schießt der 2,3-Tonner los, krallt sich mit allen Vieren in den Asphalt und zoomt sich offenbar mit einer frappierenden Leichtigkeit auf jedes gewünschte Tempo, während das Geschehen den Magen auf eine harte Probe stellt. Aus der hier gegebenen Mitfahrer-Perspektive scheint diese urgewaltige Beschleunigung noch ein bisschen aufregender, kann man doch einfach spüren und genießen, ohne sich auf das Fahrerische konzentrieren zu müssen. Besonders interessant ist es im Fond, wo Bildschirme über Drehzahl, G-Kräfte und Tempo aufklären. Auf dem Highspeed-Oval erreicht der Schwabe 310 km/h. Bernhard stoppt den Geschwindigkeitsrausch jäh mit Hilfe der serienmäßigen Keramikscheiben, als die Ausfahrt naht.
 
Den Standardsprint auf 100 km/h absolviert der Turbo S laut Werk noch einmal 0,2 Sekunden fixer als der schlichte Turbo – hier helfen die elektrisch erzeugten 100 kW/136 PS. Die sind übrigens ganz kompakt samt elektromechanischer Trennkupplung im Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe untergebracht. Wer möchte, kann mit diesem Panamera auch bis zu 50 km weit rein elektrisch fahren – als Energiespeicher steht ein 14 kWh- Akku zur Verfügung. Ladezeit mit 7,2 kWh-Lader: schlanke 2,4 Stunden. Dank weitgehend elektrifizierter Komponenten sind auch Features wie die programmierbare Standklimatisierung mit von der Partie – so kommt man nach dem Aufladen in einen fein temperierten Innenraum, falls die Wetterverhältnisse das erfordern.
 
Die Vermögensverhältnisse der potenziellen Käufer sollten stimmen angesichts eines Basispreises von 185.736 Euro. Die mit serienmäßiger Hinterachslenkung ausgerüstete Langversion liegt noch einmal um den Preis eines kompakten Neuwagens darüber: 199.183 Euro werden aufgerufen. Marktstart ist Juli 2017.

Porsches Panamera-Topmodell ist ein Plugin-Hybrid mit klassischem V8-Benziner. Das erfreut Leistungshungrige und hilft, die europäische CO2-Grenzwert-Gesetzgebung erträglicher zu machen.

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Fazit
Porsches Panamera-Topmodell ist ein Plugin-Hybrid mit klassischem V8-Benziner. Das erfreut Leistungshungrige und hilft, die europäische CO2-Grenzwert-Gesetzgebung erträglicher zu machen.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-02-23

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