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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 6. August 2014
Das Design der Mercedes-Benz-Automobile vollzieht gerade einen Wandel. Zurückhaltung ist Luxus lautet das neue Motto. Der neue Mercedes-Benz AMG GT soll der Vorbote der neuen Formensprache sein. Auch wenn Designchef Gorden Wagener keine Zweifel an seinem jüngsren Werk gelten lässt, ganz perfekt ist das Aussehen des 911er-Konkurrenten nicht.

"Was ist Luxus? Luxus ist das, was am seltensten und momentan am begehrtesten ist", sagt Mercedes-Designchef Gorden Wagener. Die Antwort auf diese Frage ist für den obersten Formengeber der Sternen-Mobile entscheidend. Definiert sich doch kaum eine andere Premiummarke derart über Luxus, wie der schwäbische Autobauer. Das fängt beim Äußeren der Fahrzeuge an. Dort propagiert der Designer einen Paradigmenwechsel, der die beiden Elemente "Sinnlichkeit und Klarheit" miteinander verbinden soll. Oder anders gesagt, Kanten sind out, große Flächen in. Zumindest wenn es nach Wagener geht.

Momentan befindet sich die Mercedes-Benz-Formensprache in einem Wandel. Da es technisch keine schlechten Autos mehr gibt, ist eine Veränderung des Designs entscheidend für den Erfolg der Marke. "Luxus ist Reduktion", erklärt Wagener und stimmt damit seinem Münchener Kollegen Daniel Starke zu, der beim neuen Rolls-Royce Ghost die gleiche Maxime anlegen will. "Ich will nicht, dass ein Mercedes schreit", sagt Gorden Wagener und erteilt im gleichen Atemzug dem statusbewussten fernöstlichen Design mit markigen Worten eine Abfuhr. "Wenn ein Mercedes chinesisch aussehen würde, wäre das der Tod."

Bis die Ergebnisse der neuen Denke auf der Straße rollen, werden aber noch einige Jahre vergehen. Erst ab 2018 sollen die ersten Modelle im neuen Outfit zu haben sein. Wohin die Reise geht, kann man allerdings bei einigen aktuellen Autos schon erkennen. Wirkten bei C-Klasse der Modellreihe W204 die Radläufe noch wie aufgesetzt, sind die Übergänge bei der gerade vorgestellten Version W205 viel fließender. Sieht gut aus, stellt aber die Produktionsabteilung vor große Aufgaben: Sechs Ziehvorgänge sind nötig, ehe das Blech in der richtigen Form ist.

An Selbstbewusstsein mangelt es dem gebürtigen Essener nicht. Seiner Meinung nach kaschieren Kanten im Automobil-Design einiges. "Die größte Perfektion ist die Kante, die gar nicht da ist", sagt er. Rumms. Das saß. Adrian van Hooydonk, der bei BMW das Formen-Zepter schwingt, wird dieser Satz nicht gefallen. Der nächste Meilenstein in der Design-Entwicklung soll der Mercedes-Benz AMG GT markieren. Mit diesem Modell wird sich Wagener erstmals an seinen eigenen Worten messen lassen müssen.

Der exklusive Vorab-Blick zeigt: Die Proportionen des 911er-Konkurrent stimmen schon mal mit der Mercedes-Tradition überein. Lange Motorhaube und ein knackiges Heck mit einer betonten Schulterpartie gefallen. Das Hinterteil des Schwabenpfeils ähnelt ein bisschen dem des Porsche 928. Ohne Schwächen ist die Silhouette des Mercedes-Benz AMG GT allerdings nicht. Die steil abfallende Windschutzeibe schaut aus, wie in die Karosserie gesteckt. "Sie ist genau richtig so. Sie schiebt die Motorhaube noch weiter nach vorne", erstickt Wagener jede Kritik im Keim.

Für die Dynamik sorgt die Transaxle-Bauweise: 510-PS-V8-Twin-Turbo-Kraftwerk vorne, Getriebe hinten. Das Gewicht des Sportwagens soll dank Aluminium-Bauweise weniger als 1,6 Tonnen betragen. Die Zylinderanzahl findet sich im Interieur wieder: Auf der breiten, leicht ansteigenden Mittelkonsole befinden sich acht galvanisierte Knöpfe. "Diese Mittelkonsole strahlt Kraft aus", sagt Interieur-Designer Jan Kaul. Platz ist links und rechts immer noch genug, so dass selbst hochgewachsene Passagiere durch das Bauteil in der Mitte nicht beengt werden.

Bei allem guten Aussehen soll der GT auch bei der Agilität mit dem Zuffenhausener Konkurrenten mithalten können. Auf Wunsch des AMG-Chefs Tobias Moers wurde das tabletähnliche Display weiter nach unten gesetzt, um dem Fahrer einen besseren Blick auf die Motorhaube und die Straße zu ermöglichen. Das ist gerade auf der Rennstrecke wichtig. Diese Aufgabe stellte die Interieur-Stylisten vor eine schwierige Aufgabe. Gelöst wurde sie, indem man die Kanäle der kreisrunden Lüftungsdüsen um 180 Grad drehte und so die benötigten Extra-Zentimeter herausschindete. Damit schafften es Jan Kaul und seine Kollegen das Display besser in das Cockpit zu integrieren.

Die Kombination aus Leder, Carbon und verchromten Knöpfen verbreitet eine sportliche und dennoch angenehme Atmosphäre. Anders als beispielsweise BMW versetzten die Mercedes-Designer die Favoritentasten kurzerhand in den Wagenhimmel. Damit spielen sie das Flugzeug-Thema weiter, dass durch die kreisrunden Belüftungsdüsen aufgenommen wird.
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Quelle: Autoplenum, 2014-08-06

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