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Testbericht

Wolfgang Wieland/SP-X, 10. Januar 2012

Nicht Sportwagen oder Luxuslimousinen sind meist die Hingucker auf einer Automobilmesse, sondern Design-Studien oder Konzept-Fahrzeuge. Auch deshalb, weil sie häufig in veränderter Version den Weg in den öffentlichen Straßenverkehr finden.

Lexus, die japanische Luxus-Tochter von Toyota, hat ein 2+2-sitziges Highend-Sportcoupé mit dem Namen LF-LC nach Detroit gebracht. Nach dem Abverkauf des 375.000 Euro teuren Supersportwagens LFA ist hier eine Kleinserie mit dem prägnanten Diabolo-Kühlergrill nicht ganz ausgeschlossen, zumal diese Konzeptstudie mit Vollhybrid-Antrieb bereits das Design der zukünftigen Lexus-Serienmodelle der nächsten zwei Jahre verrät. Der LF-LC ist mit einem 12-Zoll-Farbdisplay mit Remote-Touch ausgestattet, das dem Fahrer die intuitive Bedienung ermöglicht, ohne seine Körperhaltung oder Blickrichtung zu verändern.

Als Verführer versteht sich Audis Kompakt-SUV-Studie Q3 Vail. Der mit viel Leder und Aluminium ausgestattete Edel-Allradler soll die amerikanischen Skihasen von den Pisten des Nobel-Wintersportortes Vail/Colorado und aus den plumpen US-Dickschiffen in den eleganten Ingolstädter locken. Am Heck verraten schon die zwei Endrohre der doppelflutigen Abgasanlage, das hier viel Kraft drinsteckt. Der 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor hat 231 kW/314 PS und entwickelt 400 Newtonmeter Drehmoment. In Zusammenarbeit mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gelingt der Sprint von null auf 100 km/h in 5,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 262 km/h.

Mutig zeigt sich der Kleinstwagenhersteller Smart. Hier, im Land der Riesen-Pick-Ups, präsentiert die Daimler-Tochter ein gelb-grau-weißes Pick-Upchen mit einer 90 Zentimeter langen Ladefläche. „Hier passt ja nicht einmal ein anständiger Rasenmäher drauf”, lästert ein amerikanischer TV-Reporter in seine Kamera. Stimmt, gerade mal zwei demontierte Elektro-Fahrräder fasst die Pritsche. Unter der Haube surrt es in Form eines 55 kW/75 PS starken Strom-Motors.

Hoffen sollte man auf die Serienfertigung der Mazda-Studie des MX-5 Spyder. Die Karosserie wurde tiefergelegt, der bekannte 2,0-Liter-Motor modifiziert. So kann jetzt auch Bio-Sprit getankt werden. Neue Ledersitze begeistern Auge und Rücken, sportliche Fahrer erfreuen sich an der verkürzten Gangschaltung. Das Verdeck sieht zwar aus wie vom Porsche Boxster Spyder gemopst, macht aber nichts, da es auch auf dem Mazda verdammt gut aussieht.

Die Hardcore-Tuner von West Coast Customs haben sich gleich zwei Autos vorgenommen. Zum einen den Kia Optima Hybrid mit einer herrlich orangefarbenen Lackierung im Basketball-Design. Der berühmte Korbjäger Blake Griffin von den Los Angeles Clippers lieferte angeblich die Ideen - auch die zu den mattschwarzen 20-Zoll-Rädern. Das andere Tuning-Objekt steht bei Toyota auf dem Messestand. Der gewaltige Tundra-Pick-Up mit Doppelkabine ist der ultimative Motocross-Motorrad-Transporter. Unter der Haube werkelt traditionell ein bulliger V8-Motor mit 5,7 Litern Hubraum.

Hondas amerikanische Nobel-Tochter Acura zeigt mit seiner NSX-Studie wohl den kommenden Sportwagen der Japaner. Nur wann der im US-Bundesstaat Ohio gefertigte Bolide auf den Markt kommen soll, steht noch in den Sternen. Nach wie vor treibt ein V6-Benziner als Mittelmotor die Hinterachse an. Zusätzlich sind jetzt aber auch zwei Elektromotoren dabei, deren Kraft an die Vorderräder weitergeleitet wird. Spektakulär ist die Optik des rassigen Zweisitzers, der beim Design der Fronthaube an den Audi R8 erinnert.

Eine der schönsten Konzept-Studien findet man auf dem traditionell hell weiß leuchtenden Messestand von Volkswagen. Der 85 kW/115 PS starke E-Bugster basiert auf dem Beetle, wird es aber leider nicht in die Showrooms der VW-Händler schaffen, zumindest nicht zum Verkauf. 180 Kilometer Reichweite schafft der zweisitzige Speedster mit dem um neun Zentimeter abgesenkten Dach und vollgeladenen Lithium-Ionen-Akkus. Eine schöne Fingerübung, ein netter Hingucker – und das sollen Studien ja auch in erster Linie sein.

Losgelöst von an Anforderungen an Serienfahrzeuge können sich Designer und Ingenieure bei Studien und Concept-Cars richtig austoben. Kein Wunder, dass sie meist die wahren Stars auf Automobilmessen sind. So auch in Detroit, wo vom Kleinstwagen bis zum Riesen-Pickup alle Arten automobiler Träume am Start sind.

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Fazit
Losgelöst von an Anforderungen an Serienfahrzeuge können sich Designer und Ingenieure bei Studien und Concept-Cars richtig austoben. Kein Wunder, dass sie meist die wahren Stars auf Automobilmessen sind. So auch in Detroit, wo vom Kleinstwagen bis zum Riesen-Pickup alle Arten automobiler Träume am Start sind.

Quelle: Autoplenum, 2012-01-10

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