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Testbericht

Patrick Solberg, 3. März 2011
Der Wüstenort Palm Springs gilt in Kalifornien als das Mekka der Millionäre. Beim Desert Classic Concours dreht sich drei Tage lang alles um historische Autos. Der Oldtimerevent steht den Prestige-Veranstaltungen der Villa d’Este am Comer See oder in Pebble Beach in kaum etwas nach.

So viel Reichtum wie in Palm Springs findet man selbst im Sonnenstaat Kalifornien nicht allzu häufig. Die Reichsten der Reichen haben sich hier eine Winterresidenz mit Wohlfühlfaktor erschaffen. In der kalifornischen Wüste sind selbst die Winter trocken und heiß. Niederschläge – Fehlanzeige. Genau das richtige Klima für Golfspiel und Oldtimer – beides Leidenschaften der finanzstarken Silverbirds, die es jedes Jahr aufs Neue nach Palm Springs und die ebenso sonnenverwöhnte Nachbarstadt Indian Wells zieht. Auch Paul Merrigan, Millionär und betagter Unternehmensberater, wollte seine Winter eines Tages nicht mehr im kalten Michigan oder dem schneereichen New York verbringen. Seine Leidenschaft für exklusive Oldtimer und deren Restaurierung brachte er gleich mit nach Palm Springs und genoss schnell die Seelenverwandtschaft anderer Wüstenbewohner mit stattlichem Wagenpark.

Mittlerweile verbringt Paul Merrigan weit weniger Wochenenden in der eigenen Garage und bringt automobile Preziosen vom Alfa Romeo, Bugatti oder Maserati auf Vordermann. Doch seine Leidenschaft gebar eine der exklusivsten Oldtimerveranstaltungen in den USA – wahrscheinlich sogar der Welt. Der Desert Classics Concours d’Elegance in Palm Springs ist bereits bei seiner vierten Auflage zum Klassiker geworden. Wer etwas auf sich und seinen Klassiker hält, kommt Ende Februar in die kalifornische Wüste und macht sich zusammen mit Gleichgesinnten ein paar nette Oldtimertage. Rundfahrt, Fachsimpelei und Concours – mit allem, was dazu gehört. Auf dem La Quinta Golf Course, einem der exklusivsten Plätze des Golf-Mekkas, wird derweil nicht geputtet, gechipt oder abgeschlagen. Statt Birdies und Bogies dreht sich bei sengender Hitze auf kurz geschorenen Grüns alles um exklusive Oldies.

Nachdem im vergangenen Jahr der 1930er Cadillac Fleetwood Roadster von Aaron und Valerie Weiss, die Juroren verzückte und souverän den „Best-of-Show-Award“ einheimste, holte sich Familie Weiss auch in diesem Jahr den begehrten Titel. Diesmal war es ihr 1929er Auburn 8-120 Boattail Speedster, der der Konkurrenz im La Quinta Resort keine Chance ließ. „Die Oldtimerfans lieben diese Veranstaltung“, strahlt Paul Merrigan mit der Sonne um die Wette, „so ein gutes Wetter wie hier gibt es sonst nirgends. Kein Vergleich zum Comer See oder Pebble Beach. Außerdem müssen die Autos nicht teuer eingeflogen werden. Viele Oldtimersammler haben ihre besten Stücke hier in einer Garage.“ Der Standortvorteil für die Desert Classic hat sich unter den wohl betuchten Oldtimerfans schnell herumgesprochen. Viele bringen die schönsten ihrer schönen Modelle in die Wüste Kaliforniens und es geht längst um mehr als um Ruhm, Ehren und funkelnde Pokale. „Bei uns stehen die Autos im Vordergrund“, unterstreicht Initiator Paul Merrigan, „bei vielen anderen Events geht es doch in erster Linie ums Geld.“ Davon haben die mehr als 200 Teilnehmer des Concours d’Elegance mehr als genug und sie teilen gern.

Während sich Paul Merrigan mit Hingabe um die Wüstenveranstaltung an sich kümmert, hat seine Frau mit ihren Spendenaktionen alle Hände voll zu tun. Dabei hat Holly Merrigan mindestens ebenso viel Benzin im Blut wie Paul. Kennengelernt haben sich beide 1990 auf dem Laguna Racetrack, nur einen Steinwurf von Pebble Beach entfernt. Holly steuerte bei einem Oldtimerrennen einen historischen Alfa Renner – ein Jahr später wurde geheiratet. Eines hat sich bis heute nicht geändert: das meiste bei den Merrigans dreht sich um Oldtimer – und die Familie. Wen wundert es da, dass der Desert Classic Concours d’Elegance keine High-Society-Veranstaltung, sondern ein echter Familienevent ist. Am letzten Februarwochenende ist halb Palm Springs auf den Beinen und schaut sich einige der schönsten Oldtimer der Welt an.

Einer der Publikumslieblinge auch in diesem Jahr: ein Fiat 600 Multipla Taxi. Der stach bei der Publikumswertung sogar Klassiker wie den bildschönen Jaguar C-Type von 1953 oder den brillianten Ferrari 166 von1947 aus. Die offizielle Publikumswertung sicherte sich der Sinthesis 2000 Coupé von 1970 – ein echter Exot. Rennwagen haben beim Desert Concours eine besondere Bedeutung. Als schönster Rennwagen wurde bei der vierten Auflage der 1914er Peugeot L45 von Ann Bothwell ausgezeichnet. Mal sehen, ob Familie Weiss im kommenden Jahr wieder das Siegerauto stellt. In der eigenen Garage stehen noch einige potentielle Gewinner.
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Quelle: Autoplenum, 2011-03-03

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