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Testbericht

Michael Specht/SP-X, 7. Juni 2016

Vermeintliche „Hochzeiten im Himmel“ hat es in der Autobranche schon einige gegeben. Wie schief eine Ehe laufen kann, zeigte Daimler-Chrysler. Wie man eine Partnerschaft besser pflegt, beweisen Volkswagen und Skoda. Die beiden feiern „Silber-Hochzeit“. Vor 25 Jahren integrierten die Wolfsburger den Tschechischen Autobauer als 4. Marke in ihren Konzernverbund – mit großem Erfolg. Seit sieben Jahren ist Skoda in Deutschland die Importmarke Nummer eins. 2015 lieferte man weltweit erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge aus – in derzeit 102 Märkte. Keine schlechte Karriere.

Bis 2025 sollen 18 weitere Länder hinzukommen. Als nächstes sind Südkorea und der Iran dran. „Wir haben auch die USA auf der Watch-List, aktuell aber nicht auf dem Prioritäten-Plan“, sagt Bernhard Maier, seit Ende 2015 neuer Vorstandschef von Skoda.

China hat sich zum mittlerweile größten Einzelmarkt für die Tschechen entwickelt. Im vergangenen Jahr waren es über 280.000 Fahrzeuge. Bis 2020 erwartet Maier das doppelte Volumen. Produziert wird lokal in vier Werken: Shanghai, Anting, Ningbo und Yizhing. Schub sollen nicht nur neue SUVs bringen, sondern auch ein politisch-strategischer Schachzug, der zudem zur Image-Entwicklung beiträgt. Bislang stand in China nicht der Markenname Skoda am Auto, nur SAIC und der jeweilige Modellname. Jetzt hat Skoda Joint-Venture-Anteile von Volkswagen übernommen. „Wir können dadurch besser als eigene Marke auftreten“, so Maier.

Was das Wachstum angeht, gibt sich der Skoda-Chef zwar betont optimistisch, bremst jedoch übertriebene Erwartungen. „Profitabilität geht über Stückzahlen“, sagt der ehemalige Vertriebschef von Porsche. „Wir überlegen sehr genau, welche Probleme eine Modellausweitung beim Thema Produktionskapazitäten hervorrufen kann.“ Maier weiß: Wo bauen, wenn kein Band mehr frei ist?

Die Werke in Mlada Boleslav und Kvasiny laufen am Begrenzer. In Kvasiny rollen der Superb, der Yeti sowie der technisch gleiche Seat Ateca und demnächst auch der Kodiaq vom Band. 2.000 Mitarbeiter hat Skoda neu eingestellt. Mlada Boleslav produziert den Octavia, den Fabia und den Rapid. Aus Bratislava bezieht Skoda den Citgo, den Ableger des VW Up.

In Europa wird besonders der Kodiaq eine Menge an Kapazitäten binden. Er bildet den Auftakt zu Skodas SUV-Strategie, die Maier als „neue Phase der Modelloffensive“ bezeichnet. Das Mittelklasse-SUV, rund 4,70 Meter lang, feiert seine Messepremiere im Herbst auf dem Pariser Autosalon, soll aber kurz vorher der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Die Markteinführung wird Anfang 2017 sein. Skoda setzt auf bewährte Tugenden: Familie und Praktikabilität. Der Kodiaq bekommt bis zu sieben Sitze und Stauraum bis zu 2.000 Liter. Die 3. Sitzreihe ist so konzipiert, dass Personen bis 1,65 Meter Körpergröße gut untergebracht sind. Zudem lässt sich die mittlere Sitzreihe verschieben.

Unterhalb des Kodiaq wächst ein neuer Yeti heran, der sein Kasten-Design verliert. Ein mutiger Schritt, denn der aktuelle Yeti hat eine treue, aber begrenzte Fangemeinde, gerade weil er so anders aufgetreten ist als die anderen SUVs in seinem Segment. Dennoch verspricht Skoda innen mehr Platz und rund 100 Liter zusätzlichen Kofferraum. Eingestellt wurde bereits der Roomster. Dessen Vielseitigkeit sollen Yeti und Fabia Combi übernehmen.

Der Yeti wiederum macht Platz für ein City-SUV wie VW es mit dem T-Cross (Polo-Basis) vorhat. Skoda nennt es derzeit A-SUV, will damit Opel, Fiat und Renault/Nissan dieses Boom-Segment nicht allein überlassen. Durch die Medien geistert derzeit der Name Polar, entschieden wurde jedoch noch nichts. Avisiert ist dieses zirka 4,15 Meter große Auto für 2019.

Aufs Gaspedal wird Skoda auch beim Thema Antriebe treten, vor allem im Hinblick auf den Flottenverbrauch. Schließlich gilt es, die für 2020 geforderten CO2-Werte einzuhalten. Somit werden die Tschechen nicht umhinkommen, Hybridtechnik einzusetzen, auch wenn dies derzeit zu teuer erscheint und nicht so recht zur Markenphilosophie zu passen scheint. Eigenentwicklungen kommen nicht infrage. Man bedient sich weiterhin aus dem Konzernregal von Volkswagen. Erstes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug (PHEV) von Skoda wird der Superb sein, gefolgt vom Kodiaq und dem nächsten Octavia. Bernhard Maier will für fast alle Modellreihen PHEV-Antriebe einsetzen, wenigstens jedoch 48-Volt-Teilbordsysteme. Diese neue Art von Mild-Hybrid gilt in der Branche als neuer Hoffnungsträger fürs Spritsparen, weil wirkungsvoll und recht kosteneffizient. Mit 48-Volt wird ein bis zu 15 Kilowatt starker Riemengenerator gespeist. Er dient als Booster und zum Rekuperieren. Für 2020 verspricht Vorstand Maier gar ein eigenständiges Elektroauto.

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Fazit
Erfolg macht mutig. Neue Länder, neue Autos, neue Technik. Die tschechische VW-Tochter steht vor der größten Modelloffensive ihrer Geschichte. Allein vier SUVs sind in der Pipeline. Teils muss Skoda sich selbst bremsen, weil nicht genügend Fabriken zur Produktion bereitstehen.

Quelle: Autoplenum, 2016-06-07

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