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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 2. Oktober 2012

Beide haben sie 211 PS, beim Gewicht trennen sie nur 25 Kilo und die Fahrleistungen sind nahezu identisch: Auf dem Papier gibt es außer der Vorliebe für die eine oder die andere Form kaum einen Grund, sich für den dreitürigen Mini oder gegen das Coupé zu entscheiden. Doch auf der Straße sieht die Sache ein klein wenig anders aus. Vor allem, wenn man mit dem 211 PS starken John Cooper Works unterwegs ist und die Kurven etwas enger nimmt.

Die Stoppuhr zeigt für beide Modelle zwar fast identische Werte: Das Coupé treibt der 1,6-Liter-Turbo mit seinen maximal 280 Nm in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 und den Dreitürer in 6,5 Sekunden. Und bei Höchstgeschwindigkeiten von 240 und 238 km/h trennen die beiden kaum mehr als ein Wimpernschlag. Aber das Popometer, jene sensible Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug registriert sehr wohl, dass sich der Zweitürer ein wenig sportlicher anfühlt: Und zwar nicht nur, weil das Dach drei Zentimeter tiefer ist und so man deshalb vom Coupé buchstäblich stärker vereinnahmt wird.

Dafür haben die Bayern das Fahrwerk und alle Regelsysteme neue abgestimmt, weil schon ein paar Feinheiten den Unterschied machen: Die Dämpfer sind hinten etwas kräftiger und der Stabilisator ist einen Zentimeter dicker als beim Dreitürer. Außerdem hat das Coupé den tieferen Schwerpunkt. Und vor allem gibt es auf dem Heckdeckel wie beim Audi TT einen kleinen Spoiler, der bei Tempo 80 automatisch ausklappt und bei 60 von selbst wieder einfährt. Der sieht nicht nur beim Flanieren in der Stadt gut aus. Sondern bei Vollgas lasten durch den Abtrieb 40 Kilo mehr auf der Hinterachse.

So bleibt das Coupé lange Zeit sehr stabil, lässt sich auch durch Lastwechsel nicht aus der Ruhe bringen und kämpft sich tapfer um einen Kurs, der immer enger wird. Dabei profitiert es auch von der minimal veränderten Gewichtsbalance: Weil mehr Auto auf der Vorderachse lastet, haben die Räder den besseren Grip und das Coupé geht noch leichter um die Kurven. Es lenkt schneller ein, wirkt agiler und so handlich, dass man damit auch auf einer Kartbahn Spaß haben könnte.

Entsprechend flott fegt der Flachmann über die enge und verwinkelte Teststrecke. In einem Parcours, in dem man wahrscheinlich schon mit dem Countryman ordentlich rangieren müsste, wuselt sich das Coupé mühelos durch Schikanen und Hütchengassen, nähert sich mit jeder Runde weiter der Ideallinie an und stürmt behände vorwärts. Die Schaltung ist knackig wie eh und je und kaum berührt man nur das Lenkrad, geht das Coupé auch schon um die Ecken. Allerdings bleibt ihm der Dreitürer dabei so dicht auf den Fersen bleibt, dass es schon einen Profi braucht, um die konstruktiven Unterschiede über die Runden zu retten.

Aber das Mini Coupé ist ja nicht nur sportlicher als der Dreitürer, es ist sogar praktischer– zumindest, wenn man auf die Rücksitze verzichten kann: Durch die riesige Klappe passen nun zur Not auch mal größere Kisten, und der Kofferraum wächst um mehr als 50 Prozent auf sehr respektable 280 Liter.

Bliebt zum Schluss noch der Blick auf den Preis, der in 31.150 Euro für das John Cooper Works-Modell gipfelt: Dass man wie immer bei Coupés mehr Geld für weniger Auto zahlen muss und Mini bei einem Basispreis von 21.200 Euro knapp zehn Prozent auf das Grundmodell aufschlägt, wird die Fangemeinde kaum stören: Wer ein günstiges Auto sucht, ist bei Mini ohnehin nicht fündig.

Viel ist es nicht, worin sich der normale Mini und das Coupé unterscheiden. Doch wie viel der kleine Unterschied bei Kurvenhatz und Hütchenslalom ausmacht, das zeigt ein Vergleich der jeweils stärksten Modelle im John Cooper Works-Trimm.

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Fazit
Viel ist es nicht, worin sich der normale Mini und das Coupé unterscheiden. Doch wie viel der kleine Unterschied bei Kurvenhatz und Hütchenslalom ausmacht, das zeigt ein Vergleich der jeweils stärksten Modelle im John Cooper Works-Trimm.

Quelle: Autoplenum, 2012-10-02

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