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Testbericht

Wolfram Nickel/SP-X, 29. August 2016

Auf der Suche nach einem besonderen Cabriolet-Design engagierte Peugeot in den 1950er Jahren den jungen italienischen Designer Battista Farina, der sich später Pininfarina nannte. Farina zählte damals zu den jungen Wilden der Formgestalter, die mit unkonventionellen Arbeitsmethoden besonders feine Linien fanden. Das erste Modell, der 403 von 1956, wurde zum großen Erfolg und markierte den Auftakt einer Allianz, der viele weitere Designikonen folgten.
 
Nicht nur als Hingucker, auch in puncto Qualität konnte der offene 403 das Image von Peugeot aufpolieren. Wie robust der offene 43 kW/58 PS leistende 1,5-Liter-Vierzylinder war, demonstrierte in zahllosen Filmen auch sein prominentester Fahrer. Der amerikanische TV-Inspector Columbo nutzte ab Ende der 1960er Jahre ein sichtlich mitgenommenes, aber unzerstörbares 403 Cabrio als Dienstwagen.
 
1961 folgte dem offenen 403 das wiederum vom typischen Pininfarina-Stil geprägte 404 Cabriolet. Das Heck des 2+2-Sitzers erinnerte allerdings an Rolls-Royce- und Fiat-Designs, die ebenfalls aus den Turiner Ateliers stammten. Während die finanzkräftigen Käufer die gelungenen Formen des von einem 1,6-Liter-Vierzylinder angetriebenen Franzosen goutierten, war Peugeot weniger erfreut. Neben dem hohen Preis störte die Peugeot-Bosse die Pininfarina-Politik, Stilmerkmale für mehrere Marken zu verwenden. Als Sofortmaßnahme konkurrierten Pininfarinas Vorschläge fortan mit den Entwürfen von Paul Bouvot, der seit 1960 Designchef bei Peugeot war.
 
Beim nächsten Projekt, dem 1966 vorgestellten Peugeot 204, trug dieser Design-Concours Früchte: Pininfarina vereinte im Korpus von Limousine und Cabrio italienischen Chic mit französischer Raffinesse. Ein Cuvee, mit dem die Cabrio-Version des ersten Frontantriebs-Peugeot die Herzen der Frauen eroberte. Bouvot dagegen verpackte den 1,1-Liter-Vierzylinder in das damals avantgardistisch wirkende Gewand eines dreitürigen Sportkombis und räumte so die wichtigsten europäischen Designpreise ab. An der Verkaufsfront schlugen sich sowohl 204 Cabrio als auch Coupé so gut, dass der 1970 folgende, etwas größere 1,3-Liter-Vierzylinder-Typ 304 ebenfalls als Frischluftversion und Sportkombi lieferbar war.
 
1969 folgte das zeitlos schöne 504 Cabriolet, für dessen gelungene Formen wiederum Pininfarina federführend verantwortlich war. Bis 1983 blieb der offene 504 fast unverändert in Produktion. Ein faszinierendes Auto, das Fans in einem Atemzug mit manchem norditalienischen Supersportwagen nannten. Immerhin arbeitete unter der langen Motorhaube optional auch der erste französische Nachkriegs-V6. Allerdings war das 504 Cabrio so teuer, dass nur gut 8.000 Einheiten Käufer fanden.
 
Die 1980er Jahre waren eine recht freudlose Zeit für Frischluftfanatiker. Zu den wenigen Neuheiten zählte das ab 1986 wiederum mit Pininfarina gebaute Peugeot 205 Cabrio. Trotz feststehenden Überrollbügels verkaufte sich der schicke Cityflitzer 72.000 Mal, was ihm ein Podiumsplatz in den Cabrio-Verkaufscharts sicherte. Noch besser machte es das 1994 eingeführte 306 Cabriolet. Dieser finale Peugeot mit Stoffdach erlebte im Jahr 2003 seinen letzten Sommer – nach fast 78.000 Zulassungen. Da hatten bereits die Coupé-Cabriolets mit ihren unförmigen Hinterteilen die Herrschaft übernommen und einen Schlussstrich unter die Pininfarina-Ära bei Peugeot gezogen.

Über viele Jahrzehnte brachte Peugeot eine Cabriolet-Schönheit nach der nächsten. Verantwortlich für die auch heute noch faszinierenden Formen war ein Italiener namens Farina, später bekannt als Pinifarina.

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Fazit
Über viele Jahrzehnte brachte Peugeot eine Cabriolet-Schönheit nach der nächsten. Verantwortlich für die auch heute noch faszinierenden Formen war ein Italiener namens Farina, später bekannt als Pinifarina.

Quelle: Autoplenum, 2016-08-29

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