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Testbericht

Günter Weigel/SP-X, 11. Oktober 2011

Effizienz ist eines der Lieblingsworte heutiger Autoentwickler. Effizienz, das heißt in diesem Fall, aus einer gegebenen Menge Energie das Maximum herauszuholen. Beim neuen Porsche 911 bedeutet es sogar, das Auto sparsamer und gleichzeitig schneller zu machen. Für letzteres sorgt die gestiegene Leistung des Sportwagenklassikers zusammen mit der verbesserten Aerodynamik. Immerhin kommt beim jüngsten Produkt aus Zuffenhausen schon das Basistriebwerk auf 257 kW/350 PS, die stärkere S-Version gar auf 294 kW/400 PS. Zugleich wurde der Elfer um rund 15 Prozent sparsamer. Beim kleineren Motor könnte man den genügsameren Umgang mit Treibstoff einem minimalen Downsizing des Motors zuschreiben, sank doch der Hubraum um 0,2 auf 3,4 Liter. Für den S gilt das jedoch nicht.

Tatsächlich waren für die Verwirklichung der eigentlich gegensätzlichen Ziele „mehr Leistung“ und  „geringerer Verbrauch“ eine Fülle kleiner Einzelmaßnahmen ursächlich. Zunächst wurde die Direkteinspritzungstechnik, die Porsche beim Vorgänger mit der internen Bezeichnung 997 eingeführt hatte, weiter optimiert. Zum Einsatz kommen eine neue Luftansauganlage und neue Mehrlocheinspritzdüsen. Zugleich wurde die Reibung optimiert, was vor allem der Drehfreude zugute kommt.

Die Leistungssteigerung war somit relativ leicht zu bewältigen. Schwieriger gestaltete sich die Senkung des Benzinbedarfs und zwar des tatsächlichen, nicht nur des Verbrauchs im EU-Zyklus. Um den CO2-Ausstoß von den 240 Gramm des Carrera S der Baureihe 997 auf die 205 Gramm des neuen Modells mit dem Kürzel 991 zu vermindern, griffen die Techniker im Wesentlichen zu sieben Maßnahmen.

Einen Viertelliter spart das Gesamtfahrzeug durch den verringerten Luftwiderstand auf cW 0,29, den zusätzlichen, lang übersetzten siebten Gang und die Gewichtsoptimierung. Der neue Elfer wiegt 45 Kilogramm weniger als sein Vorgänger und das bei verbesserter Ausstattung und Sicherheit. Allein die gesetzlichen Vorschriften für das Unfallverhalten hätten eigentlich ein Mehrgewicht von 27 Kilogramm ergeben. Doch die Rohkarosse aus Stahl-Aluminium fällt 100 Kilogramm leichter aus, womit auch die verbesserten Crasheigenschaften sowie die Längenzuwachs von 10 Zentimetern beim Radstand mehr als ausgeglichen wurden.

Die Reibungsoptimierung beim Motor sorgt für eine Einsparung von 0,1 Liter. Die doppelte Menge trägt das Thermomanagement bei. Darunter verstehen die Techniker das gezielte Schalten der für die Kühlung der Maschine zuständigen Komponenten beim Kaltstart. Die Bordnetzrekuperation, das Laden der Batterie über den Generator beim Bremsen, bringt 0,15 Liter. Jeweils ein Zehntelliter tragen die elektrische Servolenkung und der verminderte Rollwiderstand der Sportreifen bei. Den dicksten Packen für die Senkung des Normverbrauchs liefert das Start-Stopp-System, das nun serienmäßig in allen neuen Elfern den Motor abschaltet, wenn das Fahrzeug an der Ampel oder im Stau steht. Diese Maßnahme trägt 0,6 Liter zur Einsparung von insgesamt 1,5 Litern bei, was beim 997 S den Normverbrauch von 10,2 Litern auf nunmehr 8,7 Liter reduziert.

In der Praxis soll sich vor allem das sogenannte „Segeln“ für den Kunden auszahlen. In diesem Fahrzustand, bei dem das Auto ausgekuppelt im Leerlauf rollt und der in der Prüfrunde des EU-Zyklus nicht vorgesehen ist, soll sich der Alltagsverbrauch damit um einen guten Liter senken lassen. Er setzt allerdings eine vorrausschauende Fahrweise voraus und funktioniert nur im Elfer mit PDK-Getriebe. Immerhin sorgt auch der als Overdrive ausgelegte siebte Gang des manuellen Getriebes für Einsparungen.

Wenn man statt des stärkeren Carrera S die Variante mit 350 PS wählt und zudem das PDK-Getriebe ordert kommt man im EU-Schnitt mit 8,2 Litern aus, was zudem die CO2-Emissionen mit 194 Gramm je Kilometer erstmals bei einem Porsche-Sportwagen unter 200 Gramm bringt. Die sparsame Seite der Effizienz beherrschen die Schwaben also, dass sie sich auch auf die spaßige Seite verstehen, macht die Ziffernfolge 7.40 - sieben Minuten und 40 Sekunden - deutlich. In dieser Zeit umrundet der Carrera S die Nordschleife des Nürburgring und nimmt damit seinem Vorgänger glatte 14 Sekunden ab.

Ein neuer Porsche muss natürlich immer schneller sein als sein Vorgänger, als ordentlicher Schwabe muss er gleichzeitig aber auch weniger verbrauchen. Das gelingt auch, aber es bedarf dazu vieler Maßnahmen.

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Fazit
Ein neuer Porsche muss natürlich immer schneller sein als sein Vorgänger, als ordentlicher Schwabe muss er gleichzeitig aber auch weniger verbrauchen. Das gelingt auch, aber es bedarf dazu vieler Maßnahmen.

Quelle: Autoplenum, 2011-10-11

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