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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 9. April 2020
SP-X/Köln. Bislang hat Kia vor allem erprobte Fahrzeugkonzepte auf eigene Art interpretiert. Mit dem XCeed bringen die Koreaner nun eine eigenständige Idee auf die Straße: Der Kompaktwagen vereint Stilelemente von SUV und Coupé, ohne sich einer der beiden Gattungen zu sehr anzunähern. Sogenannte Crossover-Varianten von fünftürigen Steilhecklimousinen gibt es in großer Zahl. Doch keine ist so aufwändig gemacht wie Kias kerniger Ceed-Ableger. Denn statt nur ein paar robuste Anbauteile auf die Karosse zu schrauben, haben die Designer dem XCeed gleich ein komplett neues Blechkleid geschneidert. Sieht man der Frontpartie die Verwandtschaft mit Kias Golf-Gegner noch an, trägt die hintere Wagenhälfte ein hübsch gerundetes Coupéheck samt abfallender Dachlinie und schräger Heckklappe. Für den Einkauf im Möbelhaus – das sei eingestanden – ist der schnittige XCeed damit nicht mehr das richtige Auto. Der Kofferraum ist zwar ausreichend groß, Sperrgut kollidiert aber schnell mit der Heckscheibe. Und auch zwei weitere Nachteile sind nicht zu leugnen. Erstens sitzen Großgewachsene im Fond ein wenig beengt (viel mehr als 1,80 Meter sollte man nicht messen), zweitens leidet die Übersichtlichkeit. Vor allem durch diekleinen hinteren Fensterist nicht gut gucken. All das sind bauartbedingte Coupé-Probleme, die hier natürlich in milderer Form vorliegen als bei einem echten Zweitürer. Während der XCeed vom Coupé also Gutes und Schlechtes übernimmt, sieht es bei den SUV-Elementen etwas anders aus. Die klassischen Vorteile dieser Gattung wie großes Platzangebot spart sich der Kia weitgehend, gegenüber einer normalen Kompaktlimousine fällt er vielmehr im Fond eine Idee enger aus. In Sachen Sitzposition verzichtet er ebenfalls weitgehend auf die von vielen Käufern geschätzte Rückenfreundlichkeit. Das Gestühl und seine Positionierung entspricht weitgehend der des normalen Ceed. Allerdings leidet der Crossover auch nicht unter den notorischen Nachteilen wie dem übermäßigen Gewicht und dem großen Windwiderstand, die beide in erhöhtem Verbrauch münden. So bleiben in der Bilanz letztlich vor allem die positiven SUV-Merkmale stehen, die vor allem in der kernigen Formensprache liegen. Beim XCeed bilden Schutzplanken und Unterfahrschutz-Imitat einenbesonders gelungenen Kontrast zu den feingliedrigeren Coupé-Elementen. Das gute Aussehen lässt sich Kia allerdings bezahlen: Knapp 2.000 Euro Aufpreis gegenüber dem normalen Ceed in vergleichbarer Ausführung werden fällig. Zudem fehlen die günstigen Basisvarianten, so dass der Einstiegspreis mit 21.390 Euro bereits deutlich über den 20.000-Euro-Grenze liegt. Den im Testwagen montierten Diesel (100 kW/136 PS) gibt es ab 27.690 Euro, mit Automatik werden 29.540 Euro fällig. Trotzdem lässt sich das Preisniveau verglichen mit der Konkurrenz als insgesamt fair bewerten. Vor allem die typisch umfangreiche Ausstattung (Serie sind unter anderem Notbrems- und Spurhalteassistent) und die siebenjährige Garantie sorgen dafür, dass die Kosten-Rechnung günstig ausfällt. Gut bis sehr gut schlägt sich der XCeed auch bei allen anderen Bewertungskriterien, ganz wie sein zivilerer Bruder Ceed. Das ausgewogen gefederte Fahrwerk überzeugt vor allem mit gutem Schnellfahr- und Langstreckenkomfort, das fein montierte sowie hochwertig möblierte Cockpit erfreut mit simpler Bedienung und der Motor bietet gute Fahrleistungen bei angenehmer Laufkultur. Lediglich beim Verbrauch ist noch etwas Luft: Gut sechs Liter auf 100 Kilometern sind für einen 100 kW/136 PS starken 1,6-Liter-Diesel mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe eher Durchschnitt. Vor allem, da das aufwändige, für alle Diesel serienmäßige 48-Volt-Mildhybridsystem eigentlich für bessere Trinksitten sorgen sollte. In der Ceed-Familie ist der XCeed wohl das hübscheste Mitglied. Rein rationale Käufer entscheiden sich für den günstigeren Ceed-Fünftürer, wer mehr Platz braucht, findet im Kombi Ceed Sportswagon den passenden Begleiter. Auch den Ladekünstler gibt es übrigens in einer Crossover-Version. Die heißt dann Pro Ceed, verzichtet auf SUV-Gimmicks, bietet aber stattdessen ein formschönes Shooting-Brake-Heck. Zumindest im Hinblick auf Design und Karosseriezuschnitt dürfte Kia also für jeden Geschmack etwas passendes zu bieten haben. Kia XCeed - Technische Daten:Fünftüriger, fünfsitziger Crossover der Kompaktklasse, Länge: 4,40 Meter, Breite: 1,83 Meter (mit Außenspiegel: k.A.), Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,65 Meter,  Kofferraumvolumen: 426 – 1.378 Liter1,6-Liter-Turbo-Diesel; 100 kW/136 PS, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 2.000 – 2.250 U/min, Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 48-Volt-Riemenstarter, 0-100 km/h: 10,1 s, Vmax: 198 km/h, Verbrauch (vom Hersteller auf NEFZ zurückgerechnet): 4,4 – 4,2 l/100 km, CO2-Ausstoß: 114 – 108 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: A – A+, Testverbrauch: 6,2 l/100 km, Preis: ab 29.540 Euro („Vision“). Kurzcharakteristik – Kia XCeed:Warum: weil er das gute Aussehen eines SUV-Coupés mit den Vorzügen einer Limousine verbindetWarum nicht: weil der gute Look ordentlich Aufpreis kostet Was sonst: Ford Focus Active, Mazda CX-30, VW T-RocCrossover-Modelle sind gerne mal Kompromissautos, die nichts so richtig gut können. Anders der Kia XCeed. 
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Fazit
Crossover-Modelle sind gerne mal Kompromissautos, die nichts so richtig gut können. Anders der Kia XCeed. 

Quelle: Autoplenum, 2020-04-09

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