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Testbericht

13. August 2003
Auf dem Autosalon in Genf, im März 2003 sahen wir ihn zum ersten Mal: Den neuen Daihatsu Cuore. Viele nahmen den brandneuen Winzling gar nicht so richtig wahr. Wir aber verglichen den Innenraum mit dem von anderen Kleinstwagen. Das üppige Raumangebot im Cuore fiel positiv auf, und wir waren gespannt auf das Auto. Nun haben wir den kleinsten Daihatsu getestet.

Einer der Allerkleinsten
Den Cuore gibt es in den beiden Ausstattungen Plus und Top sowie als Drei- und als Fünftürer. Als Motor wird stets ein 989 Kubikzentimeter großer Dreizylinder mit 58 PS eingebaut. Das Auto selbst ist mit seinen 3,41 Metern Länge einer von den Allerkleinsten: Fiat Seicento, Renault Twingo und Hyundai Matiz gehören zu dieser Kleinstwagen-Riege.

Italienisch für Herz
Der Name Cuore bedeutet im Italienischen Herz. Das passt nun nicht mehr so recht zu dem seit 1981 angebotenen, bisher eher rundlichen Modell. Die neueste, nunmehr sechste Generation hat keine Kulleraugen, sondern steile Flanken, klare Linien und eine kühle Optik: Mehr Stadtpirat als Herzchen also.

Keine Totenkopfflagge
Stadtpirat? Ein seltsamer Ausdruck für einen Kleinwagen, mögen Sie sagen. Als wir zum ersten Mal in dem kleinen roten Flitzer saßen und um die Ecken pesten, kamen wir uns aber vor wie beim Seeräuber-Spielen. Schade, dass Daihatsu uns nur eine reflektierende Sicherheitsweste in den Kofferraum gelegt hat statt der gefürchteten schwarz-weißen Totenkopfflagge. Die hätten wir gern an der Antenne gehisst, uns ein Küchenmesser zwischen die Zähne geklemmt, und dann: Fertig zum Entern. 

Der Motor hat es leicht
Denn der Motor hat leichtes Spiel mit dem 720 bis 815 Kilo schweren Stadtflitzer. Man ist flott unterwegs und hat zumindest in der Stadt viel Spaß mit dem Kleinen. In 12,2 Sekunden sprintet der Cuore von null auf 100 km/h. Zwar steht die Maximalleistung erst bei 6.000 U/min zur Verfügung, doch auch schon bei 2.000 Touren hat der Daihatsu genug Kraft in petto. Der Motor klingt allerdings etwas rau - hier macht sich wohl der fehlende vierte Zylinder bemerkbar. Auch die Geräuschdämmung ist nicht die beste. Spätestens ab 4.000 U/min wird es recht laut. Hier ähnelt das Auto dem größeren Bruder Daihatsu YRV.

Note eins im Spritsparen
Ein besonderes Talent des Cuore ist das Spritsparen: Wir verbrauchten bei unseren Testfahrten 5,6 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer. Das ist etwas mehr als die Werksangabe von 4,8 Litern, aber immer noch recht sparsam. Außerdem erfüllt das Auto die Euro-4-Norm. Die beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h wird ohne größere Probleme erreicht. Auf der Autobahn und auf der Landstraße wird aber deutlich, dass der Cuore ein eingefleischter Städter ist. In den niedrigen Gängen wirkt das Auto ausgesprochen spritzig, doch bei höherem Tempo wird das Beschleunigen zur zähen Angelegenheit.

Fünfgang-Schaltung
Der kleine Motor wird mit einem manuellen Fünfgang-Schaltung geschaltet. Der Ganghebel ist etwas wackelig, und die Kupplung hat keinen sehr deutlichen Druckpunkt. Ebenso schwammig wirkt das Fahrwerk: Gerade durch den hohen Schwerpunkt und die hochliegende Sitzposition schwankt man bei plötzlichen Lenkbewegungen wie ein Schiffchen auf hoher See. 

Fantastischer Passagierraum
Im Innenraum kommt man sich aber nicht vor wie im Gummiboot, sondern eher wie in der Kajüte einer respektablen Jacht: Für die Fahrzeuglänge ist das Raumangebot überragend. Vor allem auf den Rücksitzen sitzt man in dieser Klasse selten so gut. Zwischen der Decke und dem Kopf eines 1,75 Meter großen Fondpassagiers bleiben immerhin noch drei Zentimeter. Und vor den Knien eines ebenso großen Insassen bleiben nicht weniger als zehn Zentimeter Kniefreiheit, wenn der Sitz davor für dieselbe Größe eingestellt ist. Zum Vergleich: Selbst im zehn Zentimeter längeren VW Lupo hat man unter gleichen Bedingungen null Zentimeter Kniefreiheit, und auch mit dem Kopf stößt man an die Decke: Da weiß man, was man an dem kleinen Daihatsu hat.

Vier Sitzplätze, aber nur zwei Kopfstützen
Der Cuore ist ein Viersitzer. Im Fond finden sich zwei Dreipunktgurte, aber in der Basisausstattung keine Kopfstützen. Diese müssen für 100 Euro extra erworben werden - und zwar sogar beim Fünftürer. Die Sitze sind vorne wie im Fond akzeptabel: Wir haben schon schlechter auf Plätzen dieser Preisklasse gesessen. Bei der von uns gefahrenen Top-Ausstattung sind auch die Instrumente mit ihren Chromeinfassungen ausgesprochen schön gestaltet. Die im Innenraum verwendeten Materialien machen einen guten Eindruck, auch wenn sich an einigen Stellen Hartplastik findet. An der Verarbeitung fanden wir keine gravierenden Mängel. 

Kofferraum größer als beim Lupo
Der Kofferraum erlaubt im Normalzustand keine größeren Transporte. Immerhin: Zwei Getränkekisten passen leicht in das 110 Zentimeter breite und 46 Zentimeter tiefe Stauabteil. Reicht das nicht, so wird die Lehne der Rücksitze umgelegt, und man erhält eine 123 Zentimeter lange Ladefläche. Zum Vergleich: Der Lupo bietet maximal eine 100 Zentimeter lange Ladefläche, und die Laderaum-Breite ist mit 95 Zentimetern ebenfalls deutlich geringer.

Schwieriger Vergleich
Die Kofferraumvolumina sind schwer mit anderen Fahrzeugen derselben Größe zu vergleichen, da die Hersteller teils Angaben für fensterhohe, andere für dachhohe Beladung machen. Daihatsu wählt die fensterhohe Beladung und misst 150 beziehungsweise nach dem Umklappen 421 Liter Stauvolumen. Beim Daewoo Matiz werden 480 Liter für die fensterhohe Beladung angegeben, beim Seicento gibt es hierfür keinen Wert.

Umklappen der Rücksitze nur im Ganzen
Anders als bei unserer Top-Version ist das Umlegen der Rücksitzlehne bei der Basisversion nur im Ganzen möglich. So kann man entweder zu zweit fahren und viel Gepäck mitnehmen oder zu viert mit wenig Gepäck - zu dritt ins Grüne mit mittelmäßig viel Gepäck geht nicht. Beim Umklappen fällt der recht dünne Stoff auf, aus dem die Kofferraumauskleidung besteht. Außerdem stört die Schwelle, die sich im Transportabteil bildet, weil sich die Sitzpolster - anders als die Lehne - nicht umklappen lassen. 

Wenig Hindernisse beim Be- und Entladen
Die Heckklappe öffnet nicht sehr weit nach oben; schon Mittelgroße stoßen mit Kopf gegen die geöffnete Klappe - allerdings nur gegen eine glatte, nachgiebige Fläche, so dass Beulen am Kopf ausbleiben. Das Transportabteil erweist sich ansonsten als sehr zugänglich: Die kleine, nur drei Zentimeter hohe Schwelle stört kaum beim Hineinschieben von Transportgut. Die Ladeschwelle liegt mit 60 Zentimeter über dem Boden ebenfalls günstig.

7.795 Euro Einstiegspreis
Der Cuore gehört mit Preisen ab 7.795 Euro zu den günstigsten Autos am Markt. Die Ausstattung des Basis-Cuore ist dementsprechend bodenständig: Servolenkung, ABS und Zentralverriegelung etwa sind nur gegen Aufpreis zu haben. Die serienmäßige Sicherheitsausstattung umfasst immerhin zwei Airbags; ESP ist nicht verfügbar.

Kleeblatt der Autos bis 7.800 Euro
Klammert man den Lada 110 einmal aus, so bekommt man auf dem Neuwagenmarkt für unter 7.800 Euro nur den Cuore, den demnächst auslaufenden Fiat Seicento und den Daewoo Matiz 0.8 S. Alle drei sind ähnlich ausgestattet und vergleichbar motorisiert. Der Seicento ist fünfsitzig, hat als einziger einen Vierzylindermotor und kostet 7.700 Euro. Der ebenfalls fünfsitzige Matiz hat serienmäßig fünf Türen, ist aber nur nach Euro 3 eingestuft. Sein Motor ist auch etwas schwächer: Für den Standardsprint braucht er fünf Sekunden länger als der Cuore, und die Höchstgeschwindigkeit wird schon bei 144 km/h statt bei 160 km/h erreicht. In puncto Spritverbrauch schlägt der Cuore beide Konkurrenten: Er braucht nach Herstellerangaben 4,8 Liter Normal gegenüber 6,0 Liter Super beim Seicento beziehungsweise 6,1 Liter Normal beim Matiz.
 
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Technische Daten
Motor Bauart:Reihen-Dreizylinder, DOHC
Hubraum:989
Leistung:43 kW (58 PS) bei UPM
Drehmoment:91 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 7.795 €

Quelle: auto-news, 2003-08-13

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