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Testbericht

Stefan Grundhoff, 17. Mai 2011
Mit dem DS4 hat Citroen nun das zweite Edel-Gewächs aus seiner DS-Reihe auf die Straße gebracht: Mit frischem und schwungvollem Design, reichlich Komfort, edlem Ambiente im Innenraum - und jeder Menge Fahrspaß.

Was die Designer von Citroen beim kleineren DS3 begonnen haben, das setzen sie nun beim größeren Bruder fort. Die Karosserie wird beherrscht von starken Designelementen - von Schattenlinien etwa, die sich jeweils um die vorderen und die hinteren Radhäuser ziehen, dem dominierenden Doppelwinkel der Marke an der pausbäckigen Front, den breit gezogenen Scheinwerfern, den zackig konturierten Nebelleuchten vorne und den geschwungenen Rückleuchten hinten, die über der breiten Spange mit den doppelten Endrohren einen markanten Akzent setzen. Beim DS4 haben die Designer das Lastenheft diktiert - das machen schon Kleinigkeiten sichtbar, wie die beiden tropfenförmigen Auswüchse an den hinteren Radhäusern. Was auf den ersten Blick wie ein Verlaufsfehler im Lack aussieht, ist in Wahrheit ein Zugeständnis der Designer an die gesetzlichen Vorgaben: Nur weil man die Karosserie an diesen Stellen künstlich und kaum auffällig einen knappen Zentimeter breiter machte, war die gesetzliche Vorgabe zu erreichen, dass die Räder nicht über die Seitenlinie hinausragten. Geschadet hat es der Optik des DS4 zumindest nicht.

Auch innen beherrscht Design das Bewusstsein. Edle Materialien rundum, das Leder mit Sichtnähten in Form gebracht, das Muster der Rückenlehnen soll ein Uhrenarmband symbolisieren. Dem guten Halt der Sitze tut das jedenfalls keinen Abbruch - selbst in flott gefahrenen Kurven kommt man kaum ins Rutschen. Wenn doch, dann vermisst man schmerzlich die Haltegriffe über den Seitentüren. Für eine besonders luftige Aussicht sorgt die aus dem C4 Picasso bekannte Panorama-Windschutzscheibe, die sich weit über die Köpfe von Fahrer und Beifahrer zieht. Der Radstand von 2612 mm zusammen mit der Fahrzeuglänge von 4275 mm sorgt für genügend Platz zumindest vorne - hinten wird es vor allem bei großen Passagieren eng um die Knie herum. Zudem sorgt die coupéhaft abfallende Dachlinie für eine knappe Kopffreiheit. Auch beim Laderaum kommt dem DS4 zugute, dass er auf der gleichen Plattform aufbaut wie Citroens kompakter C4: 359 Liter Fassungsvermögen bei voller Bestuhlung und 1021 Litern bei umgeklappter Rückbank macht ihn zwar nicht gerade zum Klassenprimus, sollte aber für die meisten Fährnisse des Alltags reichen.

Reichlich Komfortoptionen erleichtern die Arbeit hinter dem Volant. Das fängt mit Sensoren an, die Fahrzeuge im toten Winkel der Rückspiegel anzeigen, geht über einen Spurassistenten und Abbiegelicht, Berganfahrhilfe, intelligente Traktionskontrolle, Tempomat und Schaltpunktanzeige, eine Lendenwirbelstütze mit Massagefunktion, eine Steckdose mit 230 Volt bis hin zu einem "Parklückendetektor". Der misst auf Knopfdruck potenzielle Parklücken am Straßenrand aus und signalisiert dem Fahrer, ob der Platz reicht, es wohl eher schwierig wird - oder man es besser sein lässt. Einparken allerdings muss der Fahrer schon noch selber. Eine weitere nette Spielerei: Die Farbe der Beleuchtung für die Kombiinstrumente lässt sich genauso individuell einstellen wie die Warn- und Signaltöne etwa für Blinker, Sicherheitsgurte und so weiter. Zum besonderen Vergnügen im DS4 wird das Fahren - vor allem in der jeweils stärksten Motorisierung.

Das Aggregat etwa, das den THP 200 antreibt, stammt aus der Kooperation mit BMW. Ein entsprechendes Schmuckstück verbirgt sich denn auch unter der Haube. Aus 1,6 Litern Hubraum saugt der Turbo-Benziner 147 kW/200 PS. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 275 Nm. Das reicht lässig, um den 1,4 Tonnen schweren Franzosen mit dem bayerischen Herzen binnen 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu treiben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h.

Dass der Drehzahlbereich, bei dem die 275 Nm anliegen, von 1700 bis 4500 U/min. reicht, sorgt für entspanntes, schaltfaules Fahren. Dazu trägt auch der Turbolader bei, der bereits bei einer Motordrehzahl von 1000 U/min. mit seiner Arbeit beginnt. Der kombinierte Verbrauch liegt laut Citroen bei günstigen 6,4 Litern, was einem CO2-Ausstoß von 149 g/km entspricht - angesichts der Motorleistung ein guter Wert. Aber im DS4 reicht es dem Motor nicht alleine mit ungestümem Vorwärtsdrang. Ein spezielles Soundsystem liefert beim Beschleunigen einen kraftvollen Klang. Wie bei einem Musikinstrument sorgt eine vibrierende Membran zusammen mit der Ansaugluft für die sportliche Klangkulisse. Verstärkt wird dieser Sound durch den Unterdruck in einer speziellen Akustikleitung. Nervig wird der künstlich erzeugte Klang dabei nie: Ist man erst einmal länger unterwegs, normalisiert er sich - die Geräuschkulisse im Innenraum hält sich dann angenehm zurück.

Mit viel Spaß fahren lässt sich der DS4 THP 200 nicht nur wegen der sportlichen Dröhnung. Der Motor nimmt das Signal des Gaspedals prompt und präzise an. Die elektro-hydraulische Lenkung ist gegenüber dem Citroen C4 etwas direkter ausgelegt und vermittelt eine ordentliche Rückmeldung von der Fahrbahn. Die manuelle 6-Gang-Schaltung lässt sich kurz und knackig durch die Kulisse schieben. Auf Sportlichkeit getrimmt wurde auch das Fahrwerk - ohne dabei allerdings an Komfort zu verlieren. An der Vorderachse etwa wurde die Flexibilität der Federn um rund 10 Prozent reduziert, die Stoßdämpfer sind härter eingestellt und der Stabilisator ist verstärkt worden. Hinten haben die Ingenieure die Steifigkeit der Traverse verstärkt und ebenfalls Federn und Stoßdämpfer verändert. Als Ergebnis liegt der DS4 satter auf der Straße und lässt sich lebhafter um die Kurven treiben.

Billig ist das Vergnügen allerdings nicht: Schon in der Basisversion kostet der DS4 THP 200 28.400 Euro. Mit ein paar Kreuzen in der Aufpreisliste ist die 30.000er-Marke schnell geknackt. Immerhin: Der preiswerteste DS4 mit dann 80 kW/120 PS ist schon ab 20.700 Euro zu haben.
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Quelle: Autoplenum, 2011-05-17

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