Challenge Bibendum 2011: Mit Audi A3 e-tron lautlos übers Flugfeld
Testbericht
Die Testrunde auf dem Flugfeld des früheren Berliner Flughafens Tempelhof hätte länger sein müssen. Und man saß ja auch nicht selbst am Lenkrad des Audi A3 e-tron, sondern wurde gefahren. Das Testobjekt war eines der unzähligen Exponate der 11. Michelin Challenge Bibendum, das als weltweite Plattform für nachhaltige Mobilität gilt. Zu den wichtigsten Treibern mit dieser Zielstellung gehört der Elektroantrieb.
Audi dokumentiert sein E-Engagement mit unterschiedlichen Konzepten. Während beim künftigen A1 in der E-Version ein Range Extender an Bord ist, also ein von einem kleinen Verbrennungsmotor angetriebener Generator, der bei Bedarf die Batterie lädt, ist der A3 e-tron ein rein batteriegetriebenes Auto. Es verzichtet auf Zutaten, die die Reichweite verlängern.
Bei der Probefahrt lernt man den A3 e-tron kennen als ein ganz normales, aber nahezu lautlos dahingleitendes Auto. Die stille Fortbewegung macht ihn sympathisch. Sicher kann man sich leicht an die feine Art des Fahrens gewöhnen. Die Tugenden dieses A3 sind damit aber nicht erschöpft. Er beschleunigt in 5,3 (!) Sekunden auf Tempo 60 und in 11,2 Sekunden auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit stehen 146 km/h auf dem Datenblatt.
Der E-Motor – quer hinter der Frontschürze liegend – leistet kurzzeitig 85 kW; 60 kW stehen immer zur Verfügung. Sein maximales Drehmoment fällt, rein zahlenmäßig gesehen, nicht beispiellos üppig aus. Moderne Dieselmotoren in Pkws können mit solchem Wert schließlich auch aufwarten. Aber dazu brauchen sie Motordrehzahlen; mehr oder weniger nennenswerte. Ein E-Motor aber packt von der ersten Umdrehung an mit aller Kraft zu. Das ist sein Plus beim Sprinten.
135 Kilometer weit soll ein Audi A3 e-tron im Alltagseinsatz mit einer Batterie“ladung“ kommen. Frage unterwegs auf der Flugplatzrunde an den Mann am Lenkrad: „Und was bleibt davon übrig, wenn etwa die Scheinwerfer, die Klimaanlage und die Scheibenwischer in Betrieb genommen werden?“ – Da müsse er passen, sagt er. Eintretenden Reichweitenschwund bei Einsatz zusätzlicher Stromverbraucher könne er nicht konkret benennen. Ängstliche, die ein mögliches jähes Ende der Fahrt vor Augen haben, sollte wohl der Hinweis beruhigen, dass in Fahrphasen des Dahinrollens oder Bremsens Strom schließlich auch in die Batterie zurückgeschickt werde.
Mit „normalem“ Strom, (230 Volt) lassen sich die beiden Fahrbatterien (eine im Heck, eine in Wagenmitte) binnen neun Stunden aufladen: 400 Volt schaffen’s in vier Stunden. Den meisten Autofahrern, für die ein „elektrischer“ A3 durchaus interessant wäre, dauert die derzeit noch erforderliche Ladezeit vermutlich viel zu lange. Dass Lithium-Ionen-Batterien schrittweise mehr Leistungsbereitschaft anerzogen werden dürfte, davon darf man aber sicher ausgehen. Forschung und Entwicklung sind immerhin in vollem Gange. (Auto-Reporter.Net/Wolfram Riedel)
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