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Testbericht

Jürgen Wolff, 14. September 2014
Wie lassen sich Carsharing und öffentlicher Nahverkehr verknüpfen? Die französische Stadt Grenoble probiert das mit einem neuen Konzept aus. Mit dabei: 70 Elektroflitzerchen, die Toyota beisteuert. Ungeahnten Fahrspaß inklusive.

Hinter den bonbonbunten kleinen Flitzerchen mit drei Rädern steht ein ganzes Konzept: Zusammen mit Toyota testet die französische Stadt Grenoble drei Jahre lang die intelligente Kombination von individuellen und öffentlichen Verkehrsmitteln aus. "Harmonische Mobilität" heißt der jetzt gestartete Versuch: "Ha:mo".

Das Konzept dahinter: Vor allem Pendler sollen die Möglichkeit haben, die ersten und die letzten Kilometer ihrer täglichen Route in speziell dazu bereitgestellten elektrischen Fahrzeugen zurückzulegen. Die 70 von Toyota gestellten i-Road Elektro-Dreiräder sind gedacht als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrsnetzes von Straßenbahnen, Zügen und Bussen. Sie können an einem Ort übernommen und an einem anderen wieder abgestellt werden.

Dahinter steht ein ebenfalls von Toyota entwickeltes System zum Datenmanagement für die 27 Ladestationen in der Nähe von Bus- und Bahnhaltestellen und für die Reservierung der Fahrzeuge. All das ist eingebunden in Grenobles bestehende IT-Verwaltung des Nahverkehrs und soll die Routen- und Verkehrsmittelplanung per Smartphone ermöglichen. Die Kosten für die Fahrzeuge richten sich nach der Nutzungsdauer: Die ersten 15 Minuten kosten drei Euro, jede weitere Viertelstunde einen Euro zusätzlich.

Ein Herzstück des Carsharing-Angebotes: Die 70 Elektro-Flitzerchen von Toyota - jeweils 35 dreirädrige i-Road und 35 vierrädrige COMS. Vor allem die i-Road sind eine Klasse für sich - so viel Spaß am Fahren im Stadtverkehr hat man selten.

Angetrieben werden die nur 2.345 mm langen und gerade mal 87 cm breiten Dreiräder über zwei jeweils 2 kW leistende Radnabenmotoren an den Vorderrädern. Gelenkt wird über das Rad im Heck. Die Hecklenkung sorgt für einen extrem engen Wendekreis von gerade mal drei Metern - und für ein ganz eigenes Fahrgefühl. Je nach Geschwindigkeit und Kurvenradius neigt sich der i-Road zudem automatisch wie ein Motorrad in die Kurve. Ein elektrisches Steuergerät berechnet anhand von Lenkwinkel, Tempo und den Messwerten eines Gyro-Sensors die notwendige Neigung. Bei Geradeausfahrt kompensiert das System eine unterschiedliche Fahrbahnneigung zwischen dem linken und dem rechten Rad und hält das Wägelchen eben. Wer den Dreh nach ein paar Metern und den ersten Kurven heraus hat, der mag nur ungern wieder aussteigen.

Das Leergewicht von 300 Kilogram lässt schon erahnen: Viel ist nicht dran an diesem Gefährt. Etwas eng geht es zu, drei Knöpfe für Vorwärts, Rückwärts und Neutral sind die ganze Gangschaltung, die Seitenfenster sind durchsichtige Plastikrollos, die über Magnete festgeklipst werden, der "Sitz" hinter dem Fahrersitz taugt allenfalls dazu, seine Einkaufstasche abzustellen. Aber: Ein Heidenspaß.

Für den Stadtverkehr in Grenoble sind die i-Roads auf maximal 45 km/h abgeregelt, normalerweise sind bis zu 60 km/h möglich. Schnell genug, um damit im städtischen Verkehr tapfer mitzuhalten sind die Flitzerchen allemal. Die angegebene Reichweite des Lithium-Ionen-Akkus: 50 Kilometer. Eine Heizung gibt\\\'s nicht, worüber man sich in Grenoble sicher noch freuen wird, sobald der Winter kommt. Und für frische Luft sorgt der Durchzug zwischen den Fenster-Rollos. Aber: Man hat ein Dach über dem Kopf. Und wohl kaum ein Problem bei der Parkplatzsuche: Auf einen konventionellen Parkplatz passen bis zu vier i-Road.

Neben Toyota sind die Stadt Grenoble selbst, die Metropolregion Grenoble-Alpes, der Energiekonzern EDF und dessen Tochter Sodetrel an dem Projekt beteiligt. Die Fahrzeuge sind Teil des Cité lib-Projekts, das in Grenoble bereits seit zehn Jahren läuft. Die bisherige Flotte besteht aus 80 Fahrzeugen mit Benzin., Hybrid-, Erdgas- und Elektroantrieb.
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Quelle: Autoplenum, 2014-09-14

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